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30.06.2016

14:33 Uhr

Amazon

Zweite Auflage für den „Prime Day“

34 Millionen Artikel wurden im vergangenen Jahr beim sogenannten „Prime Day“ von Amazon umgesetzt. Jetzt hat der weltgrößte Online-Händler das Datum für die Neuauflage des Schnäppchentages festgesetzt.

Am 12. Juli veranstaltet der Online-Händler seinen zweiten „Prime Day“. Reuters

Amazon

Am 12. Juli veranstaltet der Online-Händler seinen zweiten „Prime Day“.

SeattleDer weltgrößte Online-Händler Amazon umwirbt die Kunden seines kostenpflichtigen Abo-Dienstes Prime unter wachsender Konkurrenz auch in diesem Jahr mit einem eigenen Rabatt-Tag. Der zweite „Prime Day“ sei für den 12. Juli angesetzt, kündigte der US-Konzern am Donnerstag an. Bei der ersten Auflage vor rund einem Jahr waren weltweit mehr als 34 Millionen Artikel verkauft worden. Die Rabatte gelten nur für Prime-Kunden.

Die Prime-Mitglieder sind ein wichtiger Faktor für das Amazon-Geschäft: Dank der kostenlosen schnellen Lieferung bestellen sie regelmäßiger. Zugleich sorgt das auch für höhere Versandkosten bei dem Unternehmen. Im vergangenen Jahr waren sie um fast ein Fünftel auf rund fünf Milliarden Dollar gestiegen. Amazon setzt in dieser Situation auch auf Zustellung in Eigenregie. Das Unternehmen macht keine Angaben zur Zahl der Prime-Kunden.

Aufstieg mit Schattenseiten: Wie funktioniert Amazon?

Wie fing Amazon an?

Jeff Bezos gründete amazon.com im Jahr 1995. Den deutschen Ableger amazon.de gibt es seit 1998. Groß wurde das Unternehmen mit dem Versand von Büchern, Videos und Musik-CDs. Seit dem Jahr 2000 können auch fremde Händler ihre Produkte bei Amazon anbieten. Mittlerweile macht der Konzern mit Sitz in Seattle zwei Drittel seines Umsatzes mit Waren wie Computern, Digitalkameras, Mode oder Lebensmitteln. Amazon ist auch einer der Vorreiter bei elektronischen Büchern sowie Musik- und Video-Downloads. Zweites großes Standbein neben dem Handel sind die Webservices mit dem Cloud Computing.

Wie konnte der Konzern so mächtig werden?

Amazon fährt eine riskante Wachstumsstrategie: Der Konzern lockt die Kunden mit günstigen Preisen sowie einer schnellen und vielfach kostenlosen Lieferung. Zudem investiert er kräftig, in die Versandzentren wie auch in die Entwicklung neuer Technologie. Dieser Wachstumskurs hat jedoch eine Kehrseite: Die Gewinnmargen sind eher dünn. 2012 machte Amazon einen Verlust von 39 Millionen Dollar. Im Jahr 2013 blieben unterm Strich 274 Millionen Dollar (204 Millionen Euro) – bei einem Nettoumsatz von 74,45 Milliarden Dollar im Jahr 2013.

Wie relevant ist der deutsche Markt?

Es ist der größte Auslandsmarkt. 2012 setzte Amazon hierzulande 8,7 Milliarden Dollar um, umgerechnet sind das derzeit etwa 6,5 Milliarden Euro. Damit lag Deutschland noch vor Japan mit 7,8 Milliarden Dollar und Großbritannien mit 6,5 Milliarden Dollar. Der wichtigste Markt überhaupt ist allerdings Nordamerika mit 34,8 Milliarden Dollar. Amazon wuchs in seiner Heimat zuletzt auch deutlich schneller als im Ausland.

Wie wichtig ist Amazon für Deutschland?

Gemessen am Einzelhandelsumsatz insgesamt ist die Rolle von Amazon überschaubar. Etwa 1,5 Prozent trägt Amazon zum Branchenumsatz von fast 428 Milliarden Euro bei. Das meiste sind jedoch Lebensmittel. Betrachtet man den Online-Handel von Unterhaltungselektronik bis hin zu Büchern, sieht die Sache ganz anders aus: Amazon hält hier fast ein Viertel des Marktes.

Wie ist der Konzern aufgestellt?

In Deutschland unterhält das Unternehmen Logistikzentren in Graben bei Augsburg, Bad Hersfeld, Leipzig, Rheinberg, Werne, Pforzheim, Brieselang und Koblenz. Dort arbeiten nach Auskunft von Amazon etwa 10.000 fest angestellte Vollzeitmitarbeiter. In Spitzenzeiten wie dem Weihnachtsgeschäft kommen in jedem dieser Zentren Tausende Saisonkräfte hinzu. Weltweit arbeiteten 124.600 Mitarbeiter (Stand: März 2014) im Unternehmen.

Im Heimatmarkt USA, wo Amazon im vergangenen Jahr fast zwei Drittel seiner Umsätze im Online-Handel machte, wird das Modell jetzt vom Supermarkt-Riesen Wal-Mart angegriffen. Der Konzern startete in der Nacht zu Donnerstag sein eigenes Abo-Programm Shipping Pass, das für 49 Dollar im Jahr genauso wie bei Amazon eine Zustellung binnen zwei Tagen verspricht - schnell für US-Verhältnisse. Amazon hob den Preis seines Prime-Abos in den USA vor zwei Jahren von 79 auf 99 Dollar an. Dazu gehört aber auch ein Streaming-Angebot an Filmen und Serien zum Teil aus eigener Produktion sowie Musik. In Deutschland kostet das Prime-Abo 49 Euro im Jahr.

Amazon arbeitet daran, einen immer größeren Teil der täglichen Einkäufe auf sich zu ziehen. Dazu wird unter anderem das Angebot an Verbrauchsartikeln für den Haushalt und Lebensmitteln ausgeweitet. Eine Zukunftsvision für den vernetzten Haushalt sind auch Geräte, die Waren selbst nachbestellen können, zum Beispiel eine Waschmaschine das Waschmittel.

Von

dpa

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