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29.11.2011

17:49 Uhr

American Airlines

Insolvenz als letzte Chance

Die drittgrößte US-Fluggesellschaft meldet Gläubigerschutz an. Der Flugbetrieb soll jedoch weitergehen. An der New Yorker Börse wurde der Handel mit der ohnehin stark gefallenen Unternehmensaktie ausgesetzt.

Aktie im Fokus: American Airlines

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New YorkDie drittgrößte US-Fluggesellschaft American Airlines hat nach hohen Verlusten Insolvenz angemeldet. Der Mutterkonzern AMR und mehrere Tochterfirmen beantragten am Dienstag Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts. Wie die Gesellschaft erklärte, läuft der Flugbetrieb aber normal weiter. Ziel des Schritts ist es, sich von Schulden zu befreien, um wieder durchstarten zu können.

Die Aktionäre der Fluggesellschaft sind ohnehin bereits arg gebeutelt. Gerüchte um einen Konkurs kursierten seit Monaten, die Aktie fiel um fast 80 Prozent in diesem Jahr. An der New York Stock Exchange wurde der Handel mit dem Papier gestern ausgesetzt.

American Airlines plagt sich seit langem mit hohen Verlusten. Alleine in den ersten neun Monaten diesen Jahres war ein Minus von unterm Strich 884 Millionen Dollar angefallen. Der Fluglinie machen die hohen Spritkosten und die scharfe Konkurrenz zu schaffen. Zudem liegt American Airlines mit den Mitarbeitern über deren Bezahlung im Clinch.

Ein neuer Mann an der Spitze soll nun das Ruder herumreißen: Thomas Horton folgt Gerard Arpey nach, wie American Airlines am Firmensitz in Fort Worth erklärte. „Das ist ein schwieriges Geschäft“, räumte der frisch gekürte Firmenchef ein.

Noch ist unklar, welche langfristigen Auswirkungen die Insolvenz haben wird. American Airlines ist Teil des Luftfahrtbündnisses Oneworld, dem Air Berlin 2012 beitreten will. Die Insolvenz des Partners American Airlines löst bei Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft aber keine Unruhe aus. „Für die Zusammenarbeit hat die Beantragung des Gläubigerschutzes keine Auswirkungen“, sagte Air-Berlin-Sprecher Uwe Berlinghoff. Passagiere fliegen mit Air Berlin zu den American-Drehkreuzen wie Miami und New York und dann innerhalb Nordamerikas weiter mit der US-Airline. Die drittgrößte amerikanische Fluggesellschaft hatte angekündigt, dass ihre Maschinen normal weiterfliegen.

Anfang Oktober hatte die Aktie der drittgrößten amerikanischen Fluggesellschaft eine Achterbahnfahrt hingelegt. Als die Gerüchte über eine drohende Insolvenz im Markt waren, verloren die Papiere der Muttergesellschaft um ganze 33 Prozent, um einen Tag später wieder um 15 Prozent zuzulegen. Dem Konzern war es damals kurzzeitig gelungen, Gerüchte über eine drohende Insolvenz zu entkräften.

Damals sagte der Konzern, dass ein vom Gericht beaufsichtigtes Restrukturierungsverfahren " sicherlich nicht unser Ziel oder unsere bevorzugte Option" sei. "Wir wissen, dass wir unser Ergebnis verbessern müssen, und wir konzentrieren uns stark darauf, das zu erreichen." Ende September hatte AMR 4,2 Milliarden Dollar Cash-Reserven, weniger als die 5,1 Milliarden Dollar Ende Juni und nur halb so viel wie Branchenführer United Continental.

Schon damals waren Analysten zwar skeptisch, sagten aber, eine Insolvenz stehe nicht unmittelbar bevor. Die Konjunktureintrübung in den USA deutlich hat American Airlines schwer getroffen. Die Fluggesellschaft habe es selbst in einem relativ guten wirtschaftlichen Umfeld nicht geschafft, profitabel zu sein.
AMR ist als Nummer drei der Branche in einer schwierigen Lage. Das Unternehmen hat es schwer, gegen die größeren Konkurrenten United Continental und Delta anzukämpfen. Und von unten bekommt AMR Druck von Billig-Airlines, mit deren Preisen AMR nicht mithalten kann.

Kommentare (13)

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Flugzeugbestellungen

29.11.2011, 13:32 Uhr

Haben die nicht gerade 260 Flugzeuge bei Airbus bestellt?

Man sollte das Orderbuch von Airbus mal genauer anschauen. Und American wird nicht die letzte Pleite sein (trotz Chapter 11)!

kasfdnasdf

29.11.2011, 14:00 Uhr

"Ziel des Schritts ist es, sich von Schulden zu befreien, um wieder durchstarten zu können."

Was für ein WITZ ! Warum schreit hier kein Normalbüger auf ?

Seid ihr alle verblödet ? Das heißt also, Firmen können einfach die Uhr auf Null drehen, "sich von Schulden befreien" und dann geht alles schön von vorne los. Gesehen bei GM vor einier Zeit.

Und wir bürger sollen brav um unser Geld arbeiten und müssen Schulden cent um cent abbezahlten ?

DAS GLAUBT DOCH EINFACH KEINER MEHR- DAS GANZE FINANZSYSTEM IST EIN GROSSER BETRUG !

Leute geht zum Bankschalter und hebt euer Geld ab - nur so können wir den Laden sprengen

leser

29.11.2011, 14:02 Uhr

@Flugzeugbestellungen

Können Sie ja wieder abbestellen, Sie Schlaumeier trotz Chaper 11...

man, man, man.

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