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23.05.2012

07:46 Uhr

Analyse

Metro muss sich besser verkaufen

VonKirsten Ludowig

Eigentlich hatten sich die Metro-Aktionäre eine Sonderdividende erhofft. Doch der Kaufhof-Verkauf ist geplatzt. Dank schlechter Zahlen ist außerdem der Aktienkurs auf Talfahrt. Chef Olaf Koch bleibt dennoch gelassen.

Fahnen mit Metro-Logo vor der Zentrale in Düsseldorf. dpa

Fahnen mit Metro-Logo vor der Zentrale in Düsseldorf.

DüsseldorfNoch vor der Jahreswende zerbrach sich Metros damaliger Finanzvorstand Olaf Koch den Kopf darüber, wohin der Düsseldorfer Dax-Konzern das Geld aus dem erwarteten Verkauf seiner Warenhauskette Kaufhof stecken könnte. In den Abbau der Verschuldung? In den Ausbau der drei übrigen Vertriebslinien Großhandel (Cash & Carry), Elektronikketten Media-Saturn und Real-Supermärkte? Oder doch besser in eine einmalige Ausschüttung an die Anteilseigner?

Wenn Koch, der Anfang Januar Eckhard Cordes ablöste und an die Vorstandsspitze rückte, am Mittwoch seinen Aktionären auf der Hauptversammlung in Düsseldorf entgegentritt, wird ihn danach niemand mehr fragen müssen. Den Verkauf von Kaufhof - zuletzt Cordes' wichtigstes Projekt - hat er persönlich abgeblasen. Und damit die Hoffnung auf eine Sonderdividende zerstört.

Auf viel Zuspruch wird Koch, der mit 41 Jahren zum jüngsten Vorstandsvorsitzenden eines, der 30 größten, Dax-Konzerns ernannt wurde, auch aus anderen Gründen kaum treffen. Seit Monaten schon kommt Deutschlands größter Handelskonzern nicht aus den negativen Schlagzeilen. Ärger mit den Minderheitsgesellschaftern von Media-Saturn, unerwartet schlechte Quartalsergebnisse und ein Gewinneinbruch drücken den Aktienkurs derzeit in Richtung Allzeittief. Notierten die Aktien 2007 noch bei 67 Euro, sind sie heute an der Börse nur noch 23 Euro wert.

Und Besserung ist vorerst nicht in Sicht. Es gebe "erste, wenn auch moderate Erfolge" durch die in Angriff genommenen Probleme, erklärte Koch neulich bei der Vorlage der Quartalszahlen. Gleichwohl schrieben sämtliche Metro-Vertriebslinien vom Großhandel über die Elektronikketten bis hin zu den Warenhäusern rote Zahlen.

Doch Koch bleibt gelassen. Bis auf Media-Saturn habe es in allen Vertriebslinien zum ersten Mal seit Jahren auf bestehender Fläche Umsatzzuwächse gegeben, sagte er. Damit hat Koch eines seiner Ziele bereits erreicht. Dazu hatte er in den ersten drei Monaten - gerade im Elektronikgeschäft - massiv die Preise gesenkt.

Kommentare (1)

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olli_g73

23.05.2012, 09:36 Uhr

EBITDAR ist NICHT das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und RENTEN, sondern das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und MIETEN (engl. rents). Eigentlich darf einer Wirtschaftszeitung so etwas nicht passieren...

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