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01.06.2012

11:43 Uhr

Angebote prüfen

Verdi fordert mehr Zeit für Schlecker-Rettung

Am Vormittag läuft die Schonfrist für Schlecker ab. Der Gläubigerausschuss entscheidet über die vorliegenden Angebote. Verdi geht das zu schnell - insbesondere, weil man das Berggruen-Angebot nur oberflächlich kennt.

Verdi-Verhandlungsführer Bernhard Franke fordert mehr Zeit bei der Schleckerrettung. dapd

Verdi-Verhandlungsführer Bernhard Franke fordert mehr Zeit bei der Schleckerrettung.

MünchenDie Gewerkschaft Verdi hat den Zeitdruck bei der Suche nach einem Investor für die insolvente Drogeriemarktkette Schlecker beklagt. „Wir fänden es fatal, wenn alle Chancen auf eine Rettung dieser doch noch fast 15.000 Arbeitsplätze bei Schlecker am Zeitdruck scheitern würden“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Bernhard Franke am Freitagmorgen im Bayerischen Rundfunk. Es wäre viel gewonnen, wenn die Gläubiger einen längeren zeitlichen Spielraum einräumen würden. Dann könnten vorliegende Angebote intensiver geprüft und gegebenenfalls weiter verhandelt werden, sagte Franke.

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Am Freitagmorgen läuft die letzte Schonfrist für Schlecker ab. Bis dann müssen Interessenten dem Gläubigerausschuss tragfähige Angebote für die insolvente Drogeriemarktkette vorlegen. Der Ausschuss kommt am Vormittag zusammen. Erachtet das Gremium keine Offerte für ausreichend, kann es noch am Freitag die Abwicklung von Schlecker beschließen. Medienberichten zufolge sollen Karstadt-Käufer Nicolas Berggruen und der US-Fonds Cerberus Interesse haben.

Verdi-Verhandlungsführer Franke sagte, das Angebot von Berggruen sei schwer zu beurteilen. Als Gewerkschaft habe Verdi keine Informationen darüber, wie der Plan genau aussehe.

Die Forderung von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz nach einem Lohnverzicht der Belegschaft von 15 Prozent lehnte Franke erneut ab. In dieser Größenordnung sei ein finanzieller Verzicht der Schlecker-Beschäftigten nicht möglich, sagte er.

Mit dem jüngst von der Belegschaft angebotenen Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld und einer Verschiebung von Tariferhöhungen ließen sich die Personalkosten in den kommenden drei Jahren „in der Größenordnung von 8,5 bis 10,5 Prozent“ senken. „Aber 15 Prozent, das geht nicht“, sagte Franke.

Verdi kündigte für den Nachmittag um 15 Uhr eine Kundgebung von Schlecker-Beschäftigten vor dem Bundeskanzleramt in Berlin an. Sprechen werde unter anderem Gewerkschaftschef Frank Bsirske, teilte Verdi in Berlin mit. Für 14 Uhr kündigte Verdi eine Pressekonferenz in Berlin an, um die Position der Gewerkschaft und des Gesamtbetriebsrates zu erläutern.

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afp

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