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03.02.2014

13:55 Uhr

Angriff auf den Billigflieger

Ryanair erkauft sich das Wachstum

VonTobias Döring

Easyjet, Norwegian und Co. setzen Ryanair kräftig unter Druck. Der Billigflieger senkt die Preise und fliegt einen Quartalsverlust ein. Gelingt es der Airline, Zuwächse bei den Passagieren in bare Münze zu verwandeln?

Schlechte Zahlen für Ryanair

Die Fluglinie mit eingebauter Servicewüste

Schlechte Zahlen für Ryanair : Die Fluglinie mit eingebauter Servicewüste

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DüsseldorfRyanair schien einst unangreifbar. Jahrelang rollten die Iren ihr Streckennetz über Europa aus und lockten Urlauber mit Billigstpreisen. Die Pioniere aus Dublin machten Europas Flugreisende zu Billigfliegern – und sich selbst zur größten Airline des Kontinents. Ryanair-Chef Michael O’Leary trieb mit seiner Strategie etablierte europäische Fluggesellschaften wie die Lufthansa, Air France-KLM oder British Airways in die Enge und ließ kaum Konkurrenz zu.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Neue Konkurrenten wie Easyjet, Norwegian und Co. heizen dem Billigflieger-König mittlerweile mit seiner eigenen Taktik ein – und locken die Kunden dabei nicht nur mit billigen Preisen, sondern auch einer Prise Komfort in die Flieger. Auch die Riesen haben reagiert: Bei der Lufthansa rollt mit der Tochter Germanwings seit dem Sommer die große Low-Cost-Offensive an. IAG, die Muttergesellschaft von British Airways und Iberia, investiert massiv in die Flotte der wachsenden Billigtochter Vueling.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Unter diesem Druck lässt Ryanair Federn – und hat nun erstmals seit Jahren ein Quartal im Minus abgeschlossen. In den drei Monaten bis Ende Dezember machten die Iren einen Verlust von 35,2 Millionen Euro. Das ist mehr, als Analysten erwartet hatten. Die Gewinnprognose von 500 bis 520 Millionen Euro halten die Iren dennoch aufrecht.

Vor einem Jahr hatte Ryanair im dritten Quartal (Geschäftsjahr bis Ende März) noch ein Plus von gut 18 Millionen Euro erwirtschaftet. Jetzt beförderte die Airline eine Million Passagiere mehr, die Auslastung der Maschinen stieg um einen Prozentpunkt auf 82 Prozent – und trotzdem ging nicht nur der Gewinn verloren, sondern auch die Einnahmen leicht auf 964 Millionen Euro zurück. Denn Ryanair hat sich das Wachstum teuer erkauft. Im Oktober und November bot der Billigflieger nach eigenen Angaben auf 400 Verbindungen Einführungspreise von 14,99 Euro pro Ticket an. Der durchschnittliche Preis pro Verbindung betrug im Gesamtjahr laut einer Ryanair-Präsentation lediglich 48 Euro.

Ganz anders der ärgste Rivale Easyjet: Hier mussten die Fluggäste nach Ryanair-Angaben im Schnitt mit 84 Euro deutlich mehr hinblättern. Trotzdem hatten die Briten 4,2 Prozent mehr Passagiere in den Fliegern, die Auslastung stieg insgesamt auf 88,7 Prozent. Und die Einnahmen wuchsen mit: Knapp acht Prozent mehr nahm die Airline im Quartal ein.

Kommentare (3)

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pendler

03.02.2014, 14:01 Uhr

Ryanair ist überhaupt DIE Airline.

Erst mit Ryanair kam endlich frischer Wind in die alten Fluggesellschjaften. Frische Wind tut immer gut und man kann dem Mr.Ryan nur wünschen, dass er weiterhin so viel Erfolg hat, wie bisher.

Einsparpotential

03.02.2014, 15:50 Uhr

Ryanair hat immer noch Einsparpotentiale. Wozu brauchen die Stewardessen eigentlich die (schwere) Bekleidung? Voellig unnoetig die durch die ganze Welt zu fliegen.

ariel

03.02.2014, 16:23 Uhr

Ryan-Air "erkauft sich nun mal gleich garnichts.
Nur Provinzler können glauben, dass ein bisschen Aluminium gepaart mit Zockern sowas wie eine Airline darstellen kann.

Ryan-Air wird bleiben was sie ist: the Thrombosed-Airline.

Aber LH will das noch viel besser machen: die schicken inzwischen zahlende Viecher durch die Lüfte.

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