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25.06.2012

03:44 Uhr

Anheuser-Busch

Weltgrößter Bierkonzern will offenbar „Corona“ schlucken

Der belgische Brauereikonzern Anheuser-Busch steht angeblich unmittelbar vor der kompletten Übernahme des mexikanischen „Corona“-Herstellers Grupo Modelo. Doch Kartellwächtern dürfte der Deal nicht so gut schmecken.

Für Brauereikonzerne eine gute Zeit: Euro 2012. Reuters

Für Brauereikonzerne eine gute Zeit: Euro 2012.

New YorkDer weltgrößte Brauereikonzern Anheuser-Busch will seine 50-Prozent-Beteiligung an dem „Corona“-Hersteller Grupo Modelo offenbar ausbauen. Dafür soll der Konzern bis 12 Milliarden Dollar in die Hand nehmen, berichtet das „Wall Street Journal“ in der Nacht zum Montag.

Bereits diese Woche könnte der Deal abgeschlossen werden, berichtet das Blatt unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Der belgische Brauereikonzern Anheuser-Busch ist der größte Bierkonzern der Welt, und dominiert 18 Prozent des Marktes mit Marken wie „Beck’s“, „Budwiser“ und „Stella Artois“.

Die größten Bierbrauer weltweit

Platz 10

BGI / Groupe Castel (Frankreich)

Das französische Traditionsunternehmen BGI / Groupe Castel verkauft nicht nur Bier, sondern auch Wein und Soft Drinks. Insbesondere in Afrika sind die Franzosen mit ihren Marken Castel und Flag gut aufgestellt.

Ausstoß (Mio. hl): 29,8

*Quelle: Barth-Haas Group/Statista, alle Zahlen für 2015

Platz 9

Kirin (Japan)

Die Japaner haben durchaus Sinn für ausgefallene Bierkreationen, entwarfen vor wenigen Jahren ein Frozen Beer. Obwohl die Brauerei, die zum Industriekonglomerat Mitsubishi gehört, ihre Vormachtstellung auf dem Heimatmarkt vor zehn Jahren an Asahi abtreten musste, ist sie global führend.

Ausstoß (Mio. hl): 43,1

Platz 8

Beijing Yanjing Beer Company (China)

Yanjing ist der Durchstarter in Asien. In rasantem Tempo hat sich das Kleinunternehmen zu einem mächtigen Konzern im asiatischen Raum entwickelt. Die Gründung der Brauerei liegt nur gut 30 Jahre zurück.

Ausstoß (Mio. hl): 48,3

Platz 7

Molson-Coors (USA/Kanada)

Die Erfinder des Dosenbiers sind auch international längst eine Größe. 2012 übernahm das Unternehmen die tschechische Brauereigruppe StarBev, zu der auch Staropramen gehört. Dadurch gehören die Amerikaner vor allem in Osteuropa zu den führenden Brauern.

Ausstoß (Mio. hl): 58,1

Platz 6

Tsingtao Brewery (China)

Die Chinesen haben ihren Einfluss in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Als einer der Hauptsponsoren der olympischen Spiele von 2008 in Peking hat sich Tsingtao fest etabliert. Bereits seit 1972 vertreibt die Firma ihre Produkte auch in den USA.

Ausstoß (Mio. hl): 70,5

Platz 5

China Resource Brewery (China)

Dieses Unternehmen setzt auf Kompetenz aus Europa: Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“ für den chinesischen Markt. Und das durchaus erfolgreich. Wächst die Marke weiter wie bisher, dürfte bald im Ranking aufsteigen.

Ausstoß (Mio. hl): 117,4

Platz 4

Carlsberg (Dänemark)

Die Dänen haben sich längst von einer regionalen Marke zum Global Player entwickelt. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.

Ausstoß (Mio. hl): 120,3

Platz 3

Heineken (Niederlande)

Die Welt trinkt Heineken, möchte man meinen. Die Marke hat sich international längst etabliert. Heineken ist auch an den deutschen Marken Kulmbacher und Paulaner beteiligt.

Ausstoß (Mio. hl): 188,3

Platz 2

SAB Miller (Vereinigtes Königreich)

Die britische Brauerei ist berühmt-berüchtigt für das „Miller“. Die ur-amerikanische Marke gehört seit 2002 zum SAB-Miller-Konzern und hat sich die australische Traditionssorte Foster's einverleibt.

Ausstoß (Mio. hl): 191,3

Platz 1

Anheuser-Busch Inbev NV/ SA (Belgien)

Der amerikanisch-belgisch-brasilianische Brauriese kann seinen Marktenteil sogar weiter steigern. Mittlerweile stammt jedes fünfte Bier, das weltweit verkauft wird, aus dem Konzern. Die bekannteste deutsche Marke im Portfolio ist Beck's.

Ausstoß (Mio. Hektoliter): 409,9

Grupo Modelo hat einen Marktwert von 23 Milliarden Dollar. Die mexikanische Firma stellt neben „Corona“ auch andere Marken her, die Anheuser-Busch vor allem im wachsenden Markt von lateinamerikanischen Biertrinken in den USA stärken könnten, schreibt das „Wall Street Journal“. Die USA sind der wichtigste Markt für Anheuser; der Konzern kontrolliert dort fast fünfzig Prozent des Marktes.

Diese Marktmacht könnte jedoch einer komplette Übernahme von Grupo Modelo im Weg stehen. Die Stärke der beiden Konzerne dürfte Kartellwächter aufschrecken.

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Kommentare (1)

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25.06.2012, 06:43 Uhr

Hoffentlich halten die Kartellwächter die Augen offen und machen ihre Arbeit.Viel zu viele gute kleine Marken wurden von weltweit agierenden Konzernen geschluckt.Zu unser aller Nachteil.Das müssen wir endlich kapieren,dass so etwas niemandem nützt als dem Konzern und alle anderen schädigt.Einheitsbrei und Preistreiberei ist zum Kotzen.

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