Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.10.2011

18:24 Uhr

Anleger enttäuscht

Gewinn bei Klinikbetreiber Rhön stagniert

Der Klinikbetreiber Rhön hat enttäuschende Quartalszahlen vorgelegt: Der Gewinn stagniert. Die Börse reagierte prompt. Die Rhön-Klinikum-Aktie stürzte um über fünf Prozent ab.

Der Gewinn des Rhön-Klinikums verharrt bei 36,1 Mio. Euro. dpa

Der Gewinn des Rhön-Klinikums verharrt bei 36,1 Mio. Euro.

FrankfurtDer Klinikbetreiber Rhön hat seine Anleger mit einer Gewinnstagnation im dritten Quartal verschreckt. „Die operative Entwicklung ist eine große Enttäuschung“, erklärte Analyst Martin Possienke von Equinet. „Wir können deshalb nur wiederholen, was wir nach den enttäuschenden Halbjahres-Zahlen gesagt haben: Wir hoffen auf Besserung im kommenden Quartal.“ Die Rhön-Klinikum-Aktie stürzte am Donnerstag um über fünf Prozent auf 14,40 Euro ab und war damit größter Verlierer im Nebenwerteindex MDax , der knapp vier Prozent zulegte.

Der Gewinn des fränkischen Klinikbetreibers verharrte von Juli bis Ende September bei 36,1 Mio. Euro - unter anderem wegen hoher Material- und Personalkosten. Damit blieb Rhön-Klinikum ebenso wie beim Umsatz, der um drei Prozent auf 660 Mio. kletterte, deutlich hinter den Markterwartungen zurück. Finanzchef Erik Hamann kündigte jedoch an, dass die Zahl der Patienten - und damit auch der Umsatz - im laufenden vierten Quartal wieder stärker zulegen werden. Für das Gesamtjahr sei der Konzern auf Kurs, die ausgegebenen Ziele zu erreichen. Der Umsatz soll demnach auf 2,65 Mrd. Euro steigen, der Betriebsgewinn (Ebitda) auf rund 340 Mio. und der Überschuss auf 160 Mio. Euro.

Rhön-Klinikum ist auf die Sanierung defizitärer Krankenhäuser spezialisiert und zählt neben Asklepios und der Fresenius -Tochter Helios zu den größten privaten Klinik-Betreibern in Deutschland. Zuletzt sah sich der Konzern viele Projekte an - unter anderem die Damp-Gruppe und die Salzlandkliniken in Sachsen-Anhalt - am Ende bekamen jedoch die Konkurrenten Helios und Ameos den Zuschlag. Die Kaufpreise seien aus Sicht von Rhön-Klinikum zu hoch gewesen, sagte Finanzchef Hamann. Er sei jedoch trotz des vorsichtigen Vorgehens bei Übernahmen zuversichtlich, dass dem Konzern in den kommenden Monaten einige Zukäufe gelängen. Derzeit sehe er sich zwölf Krankenhäuser mit zusammen 6900 Betten an.

Sollte der Konzern bei Übernahmen längerfristig nicht zum Zug kommen, will Hamann „alle möglichen Optionen für die Verwendung des überschüssigen Kapital prüfen“. Zu konkreten Maßnahmen - etwa einer Sonder-Dividende oder den Rückkauf eigener Aktien - wollte sich der Finanzchef jedoch nicht äußern.

Hamann machte jedoch deutlich, dass dies für ihn nur der letzte Ausweg sei. „Unser Fokus liegt darauf, Kliniken zu kaufen, und nicht darauf, Cash loszuwerden.“ Rhön-Klinikum hatte sich vor zwei Jahren mit einer rund 460 Mio. Euro schweren Kapitalerhöhung für Übernahmen gerüstet und sitzt seitdem auf einem dicken Kapitalpolster.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×