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12.01.2016

17:38 Uhr

Anschlag in Istanbul

Erste Veranstalter bieten Stornierungen an

Nach der Terrorattacke auf das Istanbuler Touristenviertel Sultanahmet haben erste Reiseveranstalter angekündigt, kostenlose Stornierungen oder Umbuchungen anzubieten. Das Auswärtige Amt rät Urlaubern zur Vorsicht.

Ein Helikopter umkreist das Istanbuler Viertel Sultanahmet. Bei einem Anschlag kamen 10 Menschen ums Leben, 15 weitere wurden verletzt. ap

Moschee in Istanbul

Ein Helikopter umkreist das Istanbuler Viertel Sultanahmet. Bei einem Anschlag kamen 10 Menschen ums Leben, 15 weitere wurden verletzt.

FrankfurtNach dem Selbstmordanschlag in Istanbul mit mindestens neun deutschen Todesopfern bieten Reiseveranstalter kostenfreie Umbuchungen oder Stornierungen an. Pauschalreisende, die bei den Veranstaltern L’Tur oder Tui bis einschließlich 18. Januar einen Flug nach Istanbul gebucht haben, können kostenlos umbuchen, wie beide Unternehmen am Dienstag mitteilten. L’Tur-Reisende können ihre Reise zudem stornieren.

Ein Sprecher des Deutschen Reiseverbands (DRV) sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP, derzeit habe es „oberste Priorität, den Betroffenen vor Ort in Istanbul zu helfen“. Die Reiseveranstalter stünden in ständigem Austausch mit den Behörden in Deutschland und der Türkei. Touristen in Istanbul oder mit dem Ziel Istanbul empfiehlt der DRV, sich an ihren Reiseveranstalter oder das Reisebüro zu wenden und die Hinweise des Auswärtigen Amtes zu befolgen.

Ein Selbstmordattentäter hatte sich am Dienstagmorgen um 10.18 Uhr vor der Blauen Moschee in Istanbul in die Luft gesprengt und mindestens zehn Menschen in den Tod gerissen. 15 weitere wurden verletzt. Unter den Todesopfern waren nach Angaben eines türkischen Regierungsvertreters mindestens neun Deutsche.

Tödliche Anschläge in der Türkei (Chronik)

Oktober 2016

Am 6. Oktober begeht die TAK einen Bombenanschlag in Istanbul. Auch die PKK attackiert türkische Polizisten in Hakkari. Am 14. Oktober kommt es zu einem Raketenangriff auf die Touristenprovinz Antalya. Der letzte Anschlag ist bisher ungeklärt.

September 2016

Auch im folgenden Monat schlägt die PKK mehrmals zu: mit einer Autobombe in der türkischen Stadt Van sowie mehreren weiteren Bombenanschlägen in der Südosttürkei sowie in Mardin.

August 2016

Am 17. August begeht die kurdische Terrororganisation PKK einen Anschlag auf ein Polizeihauptquartier in Elazig. Wenige Tage später kommt es zu einer Attacke ebenfalls auf eine Polizeistation in Cizre, für die auch die PKK verantwortlich gemacht wird.

Februar 2016

Die kurdisch-sozialistische Terrororganisation TAK (deutsch: Freiheitsfalken Kurdistans) begeht einen Bombenanschlag auf ein Militärfahrzeug in Ankara. In den folgenden Monaten tritt die Gruppe mehrfach in Erscheinung: Sowohl im März als auch im Juni und Oktober 2016 legen die Terroristen erneut Bomben in Istanbul, Ankara und Midyat.

Oktober 2015

Am Rande einer regierungskritischen Demonstration in der Hauptstadt Ankara reißen zwei Sprengsätze mehr als 100 Menschen in den Tod. Die Staatsanwaltschaft macht die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich.

Quelle: dpa

September 2015

Bei einem Bombenanschlag in Igdir in der Osttürkei werden zwölf Polizeibeamte getötet. Zuvor starben bei einem Angriff der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK und Gefechten im südosttürkischen Daglica in der Provinz Hakkari 16 Soldaten.

August 2015

Bei einem Bombenanschlag und einem anschließenden Angriff auf eine Polizeiwache in der Millionenmetropole Istanbul werden mindestens vier Menschen getötet. Zwei Frauen greifen zudem das US-Konsulat an, eine wird festgenommen. Sie soll Mitglied der linksextremen Terrororganisation DHKP-C sein.

Juli 2015

Im südtürkischen Grenzort Suruc reißt ein Selbstmordattentäter 33 pro-kurdische Aktivisten mit in den Tod. Die Behörden machen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich, die sich allerdings nie zu der Tat bekennt.

Juni 2015

Zwei Tage vor der türkischen Parlamentswahl verüben Unbekannte in der südosttürkischen Kurden-Metropole Diyarbakir einen Sprengstoffanschlag auf eine Veranstaltung der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP. Mindestens vier Menschen sterben. Die türkische Regierung macht den IS verantwortlich.

Mai 2013

Bei der Explosion zweier Autobomben in der Grenzstadt Reyhanli werden mehr als 50 Menschen getötet. Die Regierung beschuldigt türkische Linksextremisten mit Kontakten zum Regime im benachbarten Syrien.

September 2011

Drei Menschen sterben in der türkischen Hauptstadt Ankara, als im Regierungsviertel eine Bombe explodiert. Eine Splittergruppe der PKK bekennt sich zur Tat.

Von

afp

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