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13.03.2013

14:33 Uhr

Ansturm auf Fernverkehr

Rekordgewinn für die Deutsche Bahn

Mehr als eine Woche vor der Bilanzvorstellung sind Gewinnzahlen der Deutschen Bahn für 2012 nach außen gedrungen. Im Fernverkehr befördert der Konzern deutlich mehr Passagiere und erzielt einen Rekordgewinn.

Der Fernverkehr beschert der deutschen Bahn einen Rekordgewinn. obs

Der Fernverkehr beschert der deutschen Bahn einen Rekordgewinn.

BerlinDank eines neuen Passagier-Rekords hat die Deutsche Bahn im vergangenen Jahr den höchsten Gewinn ihrer Geschichte eingefahren. Die schwächere Wirtschaft 2012 lastete aber auf dem Güterverkehr, so dass die selbst gesteckten Ziele nach Reuters am Mittwoch vorliegenden Konzernunterlagen dennoch verfehlt wurden.

Der Konzern verbuchte demnach ein Betriebsergebnis von 2,7 Milliarden Euro und damit rund 400 Millionen mehr als 2011. Während der Güterverkehr sowohl auf Schiene und Straße unter der abflauenden Konjunktur litt, trieben die hohen Benzinpreise die Menschen in die Züge: 131 Millionen Passagiere waren allein im Fernverkehr unterwegs, rund fünf Prozent mehr als 2011. Der Sparten-Gewinn schnellte um mehr als das Doppelte auf 364 Millionen Euro und lag so auch weit über den Erwartungen des Managements. Zweiter Rekord-Garant war das mit staatlichen Milliarden-Zuschüssen subventionierte Schienennetz. Erstmals in der Bahn-Geschichte war es mit fast 900 Millionen Euro größter Gewinnlieferant.

So viel kosten die Tickets bei der Bahn

Letzter Preisanstieg im Dezember

Seit dem 9. Dezember 2012 ist Zugfahren teurer - im Durchschnitt stiegen die Preise um 2,8 Prozent. Je nach Strecke fiel die Erhöhung unterschiedlich stark aus.

ICE Preisbeispiel I

Beispiele für die einfache Fahrt im Fernverkehr mit ICE, ohne Ermäßigungen, zweite Klasse:

Frankfurt/Main-Mannheim: bisher 27 Euro, jetzt 28 Euro (+ 3,7 Prozent)

ICE Preisbeispiel II

Stuttgart-München: bisher 54 Euro, jetzt 55 Euro (+ 1,9 Prozent)

ICE Preisbeispiel III

Hamburg-München oder Berlin-Freiburg: bisher 135 Euro, jetzt 139 Euro (+ 3,0 Prozent)

Regionalverkehr Preisbeispiel I

Beispiele für die einfache Fahrt im Regionalverkehr:

Schweinfurt-Haßfurt (24 Kilometer): bisher 5,50 Euro, jetzt 5,70 Euro (+ 3,6 Prozent)

Regionalverkehr Preisbeispiel II

Heilbronn-Stuttgart (53 Kilometer): bisher 11,10 Euro, jetzt 11,40 Euro (+ 2,7 Prozent)

Regionalverkehr Preisbeispiel III

Stuttgart-Ulm (94 Kilometer): bisher 18,10 Euro, jetzt 18,60 Euro (+ 2,8 Prozent)

Regionalverkehr Preisbeispiel IV

Hildesheim-Magdeburg (127 Kilometer): bisher 23,30 Euro, jetzt 24,00 Euro (+ 3,0 Prozent)

Trotz der Milliarden-Kosten für das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 soll die Rekordjagd weitergehen. In diesem Jahr wird ein Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 2,9 Milliarden Euro angepeilt, der bis 2017 auf vier Milliarden Euro wachsen soll.

Die schwächere Wirtschaft machte sich 2012 besonders beim Umsatz bemerkbar. Dieser lag zwar mit 39,3 Milliarden Euro über dem Vorjahr. Er lieb damit aber noch deutlich unter den im Sommer nach unten korrigierten Planungen. Besonders bemerkbar machte sich die Flaute bei der seit Jahren kriselnden Güterbahn. Deren Erlöse blieben sogar unter dem Vorjahreswert und weit unter den Planungen.

Immerhin konnte die Güterbahn in Deutschland wieder ein kleinen Gewinn einfahren, was vor allem auf ein radikales Sparprogramm mit der Verschrottung von Tausenden Güterwaggons zurückzuführen ist. Die internationale Logistik (Flugzeug, Schiff, Lkw) blieb mit einem Gewinn von 400 Millionen Euro unter den Erwartungen.

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Umso wichtiger war für die Bahn erneut das Geschäft in Deutschland. Die Verkehrsleistung im Personenverkehr, also Passagiere kombiniert mit gefahrenen Kilometern, stieg um vier Prozent auf einen neuen Rekord. Ein wichtiger Faktor waren dabei die 2012 sehr hohen Spritpreise, die immer mehr Menschen zum Umstieg auf die Bahn bewegten. Sie wurden so offenbar auch nicht von den Ticket-Preisen abgeschreckt, die 2011 um knapp vier Prozent erhöht wurden.

Da den besser ausgelasteten Zügen kaum zusätzliche Kosten gegenüber stehen, schlägt sich das Passagierwachstum voll im Gewinn nieder. Seit Jahren hat die Bahn auch kaum neue Fernzüge gekauft hat, teils wegen Lieferschwierigkeiten der Industrie. Dadurch wurde das Ergebnis-Plus auch nicht durch Abschreibungen gebremst.

Bahn-Märkte: Milliarden-Ersparnis durch mehr Schienen-Wettbewerb

Bahn-Märkte

Milliarden-Ersparnis auf der Schiene

Die Deutsche Bahn steht in Brüssel wegen massiver Quersubventionierung am Pranger.

Der Regionalverkehr mit den Pendlerzügen als traditionell wichtigster Gewinnlieferant wurde 2012 durch das Schienennetz abgelöst. Ein Drittel des Ergebnisses steuerte allein diese Sparte bei, die der Steuerzahler jährlich mit 2,5 Milliarden Euro subventioniert. Die Einnahmen kommen aus den Gebühren zur Nutzung des Netzes unter anderem von Konkurrenten.

Die EU-Kommission dringt seit längerem auf eine stärkere Trennung des subventionierten Netzes vom Konzern, denn derzeit fließen die Gewinne in die allgemeine Bahnkasse, ohne direkt wieder in die Schiene investiert werden zu müssen. Die Kommission fürchtet auch, dass Wettbewerber der Bahn über Gebühren und Zuteilung von Trassen benachteiligt werden könnten. Die Bahn kämpft mit Unterstützung von Verkehrsminister Peter Ramsauer gegen die EU-Pläne.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

13.03.2013, 15:04 Uhr

Die Bahn erhöhte im vergangenen Dezember die Preise wie üblich mit Verweis auf gestiegene Energiepreise.

Der Konzern bezieht den Strom jedoch über die Strombörse, aufgrund der EE zu sehr niedrigen Preisen.

Soviel zum Thema Gewinn der Bahn - er wurde realisiert über Betrug an den Kunden. Als Trittbrettfahrer der angeblichen Strompreiserhöhungen, die es für Großkonzerne in keiner Weise gibt!

Account gelöscht!

13.03.2013, 15:34 Uhr

Also mich als Steuerzahler und damit Anteilseigner der Bahn freut das. Dann muss die Bahn wenigstens nicht so viel Subventionen bekommen.

Da hat Mehdorn und danach Grube aber schlechte Arbeit für uns als Steuerzahler gemacht.
Wobei im Nahverkehr bestimmt immer noch eher Minus gemacht wird.

Account gelöscht!

13.03.2013, 15:36 Uhr

Nahverkehr ... Minus ohne die Subventionen meine ich natürlich. Das Plus gleicht ja quasi die Subvention für den Nahverkehr aus.

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