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08.09.2011

22:47 Uhr

Anteile

Nur noch zwei Bieter für Hochtief-Flughäfen

Der Verkauf der Hochtief-Beteiligung wird zum Zweikampf zwischen dem französischen Baukonzern Vinci und dem chinesischen Logistikkonzern HNA. Das Duo Fraport/RREEF ist aus dem Rennen.

Für Hochtief könnten die Flughafenbeteiligungen zum Geschäft werden. dapd

Für Hochtief könnten die Flughafenbeteiligungen zum Geschäft werden.

FrankfurtDer Bieterwettstreit um die Flughafen-Beteiligungen von Hochtief wird zum französisch-chinesischen Zweikampf. Das Interessenten-Duo aus dem Frankfurter Flughafen-Betreiber Fraport und dem Deutsche-Bank-Fondsmanager RREEF sei aus dem Rennen, sagten zwei mit den Verhandlungen vertraute Personen am Donnerstag. 

Dennoch kann der Verkauf für den Essener Baukonzern ein lohnendes Geschäft werden: Die beiden Gebote des französischen Baukonzerns Vinci und des chinesischen Luftfahrt- und Logistikkonzerns HNA (Hainan Airlines) lägen bei annähernd 1,5 Milliarden Euro, hieß es in Verhandlungskreisen. Das sei weit mehr als die Summe, mit der die Flughäfen in den Büchern von Hochtief stehen. Der von der spanischen ACS beherrschte Konzern wollte sich wie auch Fraport nicht zu den Informationen äußern. „Wir haben starke Interessenten und sind mit dem Prozess sehr zufrieden“, sagte ein Hochtief-Sprecher nur. Der Verkauf soll noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. RREEF war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. 

Zum Verkauf stehen Minderheitsbeteiligungen an den Flughäfen in Düsseldorf, Hamburg, Athen, Budapest, Tirana und Sydney. Vor allem aus Düsseldorf war Fraport scharfer Gegenwind ins Gesicht geblasen, weil der Flughafen dort einen zu großen Einfluss des Frankfurter Rivalen fürchtete. Deshalb hatten Fraport und RREEF angekündigt, sich die Beteiligungen aufzuteilen: Düsseldorf und Hamburg sollten an den Infrastrukturfonds-Manager gehen, die Flughäfen im Ausland an Fraport. Daraus wird nun nichts. Das Konsortium habe sein Angebot gesenkt und zuletzt nur noch 1,3 Milliarden Euro geboten, sagte ein Insider. 

Die Frankfurter haben kürzlich auch bei den beiden größten spanischen Flughäfen in Barcelona und Madrid den Hut in den Ring geworfen, die privatisiert werden sollen. 

Den Ausschlag bei Hochtief Airports könnten auf der Zielgeraden nun auch die Gespräche von HNA und Vinci mit den Miteigentümern geben, hieß es in den Kreisen. Sie haben zum Teil Vorkaufsrechte. Die griechische Regierung forciert aber parallel den Verkauf der Staatsbeteiligung in Athen. Hochtief hatte zuletzt in der ungarischen Hauptstadt Budapest seinen Anteil für 250 Millionen Euro noch aufgestockt. Damit wird das Flughafen-Paket nun insgesamt mit 1,68 Milliarden Euro bewertet. In den Büchern von Hochtief steht es Kreisen zufolge allerdings mit einem deutlich geringeren Betrag.

 

Von

rtr

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