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02.06.2014

14:47 Uhr

Anti-Korruptions-Gruppe am BER

„Wenn da noch was ist, werden wir das finden“

BER-Chef Mehdorn setzt nach der Krisensitzung des Aufsichtsrats eine Anti-Korruptions-Gruppe ein. Darin wird auch ein Vertreter von Transparency International sitzen. Der Zeitplan für den BER-Weiterbau bleibt unklar.

Nach der Krisensitzung des BER-Aufsichtsrats: Flughafenchef Mehdorn (l.) setzt auf eine Taskforce, Chefaufseher Wowereit zeigt sich zufrieden. dpa

Nach der Krisensitzung des BER-Aufsichtsrats: Flughafenchef Mehdorn (l.) setzt auf eine Taskforce, Chefaufseher Wowereit zeigt sich zufrieden.

BerlinNach Korruptionsvorwürfen gegen den bisherigen Technikchef des Krisenprojekts Hauptstadtflughafen BER soll eine Anti-Korruptions-Truppe den Auftragsvergaben nachgehen. Das Gremium werde sich aus Juristen und Kontrolleuren des Flughafens sowie externen Experten zusammensetzen, teilte die Flughafengesellschaft am Montag nach einer Sondersitzung des Aufsichtsrats mit. Darunter sei auch ein Vertreter von Transparency International: Professor Peter Oettel soll die Arbeit des Gremiums leiten.

„Wir bleiben bei unserer Nulltoleranzlinie in Sachen Korruption. Beim leisesten Verdacht werden wir wieder die Staatsanwaltschaft auf den Plan rufen“, sagte Flughafenchef Hartmut Mehdorn. Er schloss weitere Unregelmäßigkeiten bei der Auftragsvergabe nicht aus: „Wenn da noch was ist, werden wir das finden.“ Die sogenannte Taskforce werde bis Ende Juni einen Zwischenbericht vorlegen, über den der Aufsichtsrat beraten könne.

Auslöser sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den bisherigen Technikchef Jochen Großmann, der auch für die Entrauchungsanlage des Baus zuständig war. Er ist inzwischen beurlaubt. Großmann soll Firmen bei Aufträgen bevorzugt haben, mit denen er selbst Verbindungen hat. Die Entrauchungsanlage ist einer der Hauptgründe, warum der Flughafen nicht in Betrieb gehen kann und es auch keinen neuen Termin für die Eröffnung gibt. Die Kosten steigen durch die Verzögerungen weiter. Sie belaufen sich auf mindestens 4,5 Milliarden Euro.

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Nach dem Bekanntwerden der Korruptionsaffäre ist vorerst unklar, ob das Projekt dadurch noch weiter verzögert wird. „Ich sage mal vorsichtig: Eigentlich dürfte da nichts passieren. Aber lassen Sie uns das noch überprüfen“, sagte Mehdorn am Montag. Auch Großmanns 15 Mitarbeiter am Flughafen sind vorerst freigestellt. Mehdorn warnte aber vor Sippenhaft. „Wenn ein schwarzes Schaf sowas macht, dann sind das nicht alle bei der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg.“ Er will möglichst viele Mitarbeiter Großmanns weiterbeschäftigen und hält auch an dessen Plan fest, die Entrauchungsanlage im kritischen Bereich in mehrere Abschnitte aufzuteilen.

Kommentare (1)

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02.06.2014, 15:09 Uhr

Wowereit wird was finden ? Wenn es denn einer aus seiner Ecke ist findet DER nichts ! Hat man ja bei SCHMITZ gesehen. Beide haben ja die gleiche Blutgruppe......

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