Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.04.2014

21:58 Uhr

Anzeige von Zalando

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen RTL-Reporterin

Die Staatsanwaltschaft Erfurt hat mit den Ermittlungen gegen eine Undercover-Reporterin des Fernsehsenders RTL aufgenommen. Gleichzeitig wird bei Zalando vom Thüringer Datenschutz der Umgang mit Mitarbeitern überprüft.

Handelsblatt in 99 Sekunden

RTL und Zalando – eine lose-lose-Situation

Handelsblatt in 99 Sekunden: RTL und Zalando – eine lose-lose-Situation

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

ErfurtNach verdeckten Recherchen beim Online-Modehändler Zalando hat die Erfurter Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts auf Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen gegen eine RTL-Reporterin aufgenommen. Die Journalistin hatte drei Monate im Erfurter Zalando-Logistikzentrum gearbeitet. Thüringer Datenschützer wollen nun den Umgang mit Mitarbeitern in dem Zalando-Logistikzentrum überprüfen. Es solle herausgefunden werden, wer beim Unternehmen auf welche Daten Zugriff habe und wofür diese Informationen genutzt würden, sagte der Thüringer Datenschutzbeauftragte Lutz Hasse der „Thüringischen Landeszeitung“ (Donnerstag).

Gegen die Journalistin werde nach einer entsprechenden Anzeige von Zalando ermittelt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Mittwoch auf Anfrage. Das Verfahren stehe noch am Anfang. Ein RTL-Sprecher sagte, juristischen Schritten sehe sein Sender gelassen entgegen. Zuvor hatte „Handelsblatt Online“ darüber berichtet.

Nach Undercover-Recherche: Zalando geht juristisch gegen RTL-Journalistin vor

Nach Undercover-Recherche

exklusivZalando geht juristisch gegen RTL-Journalistin vor

Mit versteckten Kameraaufnahmen hat eine RTL-Reporterin Missstände in einem Logistiklager des Textilversands Zalando offengelegt. Die Recherche endete in einem handfesten Streit – und einer Anzeige durch den Online-Shop.

Die Reporterin warf Zalando in der Sendung „Extra“ vor, Angestellte massiv unter Druck gesetzt und gegen das Arbeitsrecht verstoßen zu haben. Mitarbeiter sollen überwacht und bis an die Grenzen der körperlichen Belastbarkeit gebracht worden sein. Anhand der Informationen aus dem Waren-Scanner, der sie durch die riesige Lagerhalle steuerte, war die Reporterin ermahnt worden, weil sie 37 Minuten lang keinen Artikel geholt habe.

Eine Zalando-Sprecherin wies die Vorwürfe zurück. Die Darstellung des Berichts entspreche in keiner Weise der Unternehmenskultur und Mitarbeiterstimmung an den Zalando-Logistikstandorten.

Laut der Unternehmenssprecherin hat die Journalistin drei Monate lang im Logistikzentrum in Erfurt Filmmaterial interner Prozesse gesammelt. Zalando habe vor dem Fernsehbericht keine Chance zur Stellungnahme bekommen. „Unsere Reporter werden weiter verfolgen, ob die von Zalando angekündigten Überprüfungen zu Veränderungen geführt haben“, sagte der RTL-Sprecher. „Darüber berichten wir weiter.“

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×