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10.12.2016

11:13 Uhr

Anziehende Preise

Milchbauern sind wieder vorsichtig optimistisch

Butter, Käse und Trinkmilch sind spürbar teurer geworden. Auch das Milchgeld zieht an. 2016 bleibt aus Sicht der Landwirte dennoch ein absolutes Milch-Krisenjahr – dafür gibt es 2017 Staatshilfen von Bund und EU.

Angesichts steigender Preise sind Milchbauern gegen Ende des Krisenjahrs 2016 etwas optimistischer. dpa

Milchpreis

Angesichts steigender Preise sind Milchbauern gegen Ende des Krisenjahrs 2016 etwas optimistischer.

BremenFür Milch müssen Verbraucher auch in den kommenden Monaten mehr Geld einplanen als im Jahresverlauf. Denn der Milchpreis steigt, und vielerorts bekommen Bauern schon mehr als 30 Cent pro Liter von den Molkereien. Im Einzelhandel habe es zum 1. November eine durchschnittliche Erhöhung von 15 bis 19 Cent pro Liter Trinkmilch gegeben, sagte Hans Foldenauer vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM).

„Man sieht schon, dass die Milchpreise nach oben gehen“, sagte Foldenauer der Deutschen Presse-Agentur. Es bleibe aber abzuwarten, ob die Molkereien die Erhöhung - etwa bei Trinkmilch - 1:1 in der Novemberabrechnung an die Bauern weitergäben. Den tendenziellen Anstieg des Milchgeldes führt Foldenauer vor allem auf die Mengenreduzierung der vergangenen Monate in Deutschland aber auch in Europa zurück. Dadurch habe der „immense Marktdruck“ nachgelassen.

Die größte deutsche Molkereigenossenschaft, das Deutschen Milchkontor (DMK), bestätigte den Aufwärtstrend. Für November zahlt das DMK 30 Cent. Im Dezember könnten es 31, vielleicht auch 32 Cent pro Liter werden. „Wir rechnen auch in den ersten Monaten des kommenden Jahres mit Preisen über 30 Cent“, sagte Sprecher Hermann Cordes. Nach dem Katastrophenjahr 2016 sei er vorsichtig optimistisch. Als auskömmlich und wirtschaftlich gelten bei Milchbauern Preise um die 40 Cent.

Der Weg der Milch von der Kuh ins Supermarktregal

Auf dem Bauernhof

Nur wenige Bauern vermarkten ihre Milch direkt – die meisten verkaufen sie an Molkereien. Alle ein bis zwei Tage wird die in Kühltanks gelagerte Milch dann beim Bauern abgeholt. Schon dabei werden erste Proben genommen, die im Labor untersucht werden.

In der Molkerei – Schritt I

In der Molkerei wird die Milch gefiltert und in Magermilch und Rahm getrennt. Um den gewünschten Fettgehalt zu erzielen, werden beide Zwischenprodukte später wieder gemischt.

In der Molkerei – Schritt II

Bei der Pasteurisierung wird die Milch etwa 40 Sekunden auf bis zu 75 Grad erhitzt und rasch wieder abgekühlt. Etwaige Keime sollen so abgetötet werden, ohne Inhaltsstoffe wie Vitamine zu zerstören. Das Homogenisieren - also die Verkleinerung der Fetttröpfchen unter hohem Druck – soll das weitere Aufrahmen verhindern.

Auslieferung

Die verarbeitete Milch wird an Supermärkte, Großverbraucher oder die Lebensmittelindustrie ausgeliefert.

Quelle: Milchindustrie-Verband

Der deutliche Anstieg bei den Butter- und Käsepreisen und zuletzt auch bei Trinkmilch hätten – verbunden mit der Reduzierung der Milchproduktion – eine deutliche Steigerung beim Milchgeld gebracht, sagte der Geschäftsführer der Landesvereinigung Milchwirtschaft in Niedersachsen (LVN), Frank Feuerriegel, der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings sei die Krise für die Milchbauern damit noch nicht überstanden.

Niedrige Preise belasten seit Monaten die Milchbauern. Eine Ursache ist ein Überangebot. Bund und EU hatten daher Finanzhilfen zugesagt. Die Bundesregierung genehmigte Anfang November dieses Hilfspaket mit einem Volumen von 581 Millionen Euro bis Ende 2017. Das Milchpaket setzt sich zusammen aus Finanzhilfen der EU und aus dem Bundeshaushalt, einem Bürgschaftsprogramm für Kredite, Zuschüssen zur Unfallversicherung und Steuerentlastungen. Das Paket ist zum Teil an die Bedingung geknüpft, dass die Produktionsmenge nicht weiter steigt.

Von

dpa

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