Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.06.2015

17:37 Uhr

Arbeiten auf Zeit

Verkehr- und Logistikbranche beschäftigt viele Leiharbeiter

Verkehr, Logistik, Metallbau – Angestellte in diesen Branchen arbeiten deutlich häufiger in Zeitarbeits-Verträgen als andere. Laut Regierung arbeitet jeder fünfte Leiharbeiter in der Logistik. Die Linke fordert Reformen.

Angestellte aus der Verkehr- und Logistikbranche werden besonders häufig als Leiharbeiter beschäftigt. dpa

Lieferjob als Leiharbeiter

Angestellte aus der Verkehr- und Logistikbranche werden besonders häufig als Leiharbeiter beschäftigt.

BerlinJeder fünfte Leiharbeiter in Deutschland hat im vergangenen Jahr im Bereich Verkehr und Logistik gearbeitet. Von den insgesamt 882.000 Leiharbeitern arbeiteten Ende Juni 2014 rund 177.000 in diesen Berufsgruppen, wie aus einer AFP am Donnerstag vorliegenden Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage des Linken-Politikers Klaus Ernst hervorgeht.

Die zweithöchste Zahl an Leiharbeitern wurde demnach mit rund 145.000 in der Metallindustrie gezählt. Die Berufsgruppen Metallerzeugung und -bearbeitung sowie Metallbau machten 16 Prozent aller Leiharbeiter aus.

Den höchsten Anteil von Leiharbeitern im Verhältnis zur Gesamtbeschäftigung weist demnach die Metallindustrie auf. Er liegt bei den Metallberufen bei 11,2 Prozent und bei den Berufsgruppen Verkehr und Logistik bei 10,9 Prozent.

Die Gehälter von Leiharbeitern und Stammbeschäftigten liegen den Angaben zufolge in den Branchen weit auseinander: Leiharbeiter im Bereich Verkehr und Logistik verdienten 2013 im Schnitt 1384 Euro, während die Festangestellten rund 2400 Euro verdienten. Leiharbeiter in der Metallbranche erhielten im Durchschnitt 1700, ihre fest angestellten Kollegen mehr als 2900 Euro. Das Bundesarbeitsministerium weist aber darauf hin, dass die Tätigkeitsfelder keine Rückschlüsse auf die Qualifikation der Leiharbeiter erlaubten. So seien Helfertätigkeiten, die im Allgemeinen niedriger entlohnt würden, „in der Arbeitnehmerüberlassung deutlich überrepräsentiert“.

„Gerade in Branchen, wo gute Gewinne gemacht werden, wird Leiharbeit strategisch als Alternative zu regulärer Arbeit eingesetzt, um die Löhne zu drücken und die Arbeitnehmerrechte zu schleifen“, sagte Linken-Fraktionsvize Ernst der Zeitung „Die Welt“ vom Donnerstag. Extrem sei dies in der Automobilbranche. Der Einsatz von Leiharbeit müsse auf maximal drei Monate begrenzt werden, und schon ab dem ersten Tag müssten Leiharbeiter genauso bezahlt werden wie die Stammbelegschaft, forderte Ernst.

Von

afp

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Wolfgang Trantow

11.06.2015, 19:19 Uhr

Ein weiterer Beweis, das Leih- Zeitarbeit menschenfeindlich ist und verboten werden muss, sofort! Wer als Manager diese Werkzeuged benötigt ist absolut unfähig und darf l.ebenslang keinen Führungsposten mehr haben. Warum bilden die Unis solche Leute aus? Ist Menschenverachtung das neue Lehrfach und Bild der Zukunft?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×