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04.04.2013

18:27 Uhr

Arbeitsbedingungen

Hollister schränkt Mitarbeiter-Kontrollen ein

Hollister ist eine Trendmarke – Doch die Arbeitsbedingungen der Modekette sind umstritten. Der Betriebsrat der Frankfurter Filiale wehrt sich gegen Taschenkontrollen bei Mitarbeitern und erlangt einen Teilerfolg.

Der Betriebsrat der Frankfurter Hollister-Filiale wehrt sich gegen Taschenkontrollen bei Mitarbeitern und erlangt einen Teilerfolg. dpa

Der Betriebsrat der Frankfurter Hollister-Filiale wehrt sich gegen Taschenkontrollen bei Mitarbeitern und erlangt einen Teilerfolg.

Frankfurt Im Streit um flächendeckende Kontrollen der Mitarbeiter bei der Modekette Hollister haben sich der Frankfurter Betriebsrat und das Unternehmen vorläufig geeinigt. Das Landesarbeitsgericht Hessen stellte daher das Verfahren über die Arbeitsbedingungen am Donnerstag ein (Az: 5 TaBVGa 8/13). Bis zum Abschluss einer endgültigen Betriebsvereinbarung werden Taschen und Jacken der Mitarbeiter in der Frankfurter Filiale nach einem „Würfelprinzip“ kontrolliert: Wer eine Vier würfelt, wird überprüft.

Die Einigung gilt nur für die Frankfurter Filiale, auch wenn der Gewerkschaft Verdi zufolge die Arbeitsbedingungen in den anderen 16 Shops der Modekette in Deutschland ähnlich sind. Dort gibt es bisher aber keine Arbeitnehmervertretung. Die oft befristet Beschäftigten hätten Angst, dass ihr Vertrag nicht verlängert werde, wenn sie sich im Betriebsrat engagierten, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretärin Luthfa Rahman. Hollister gehört zum US-Konzern Abercrombie & Fitch.

Die größten Textileinzelhändler Europas

Der Bekleidungsmarkt in Europa

Auch wenn es viele bekannte Modeketten gibt – ihr jeweiliger Marktanteil ist recht gering. Das hängt nur teilweise mit dem Online-Handel zusammen. Vor allem vertreiben auch Discounter wie Aldi oder Lidl viel Bekleidung. Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2012.

H&M

4,71 Prozent Marktanteil in Europa

Inditex (Zara u.a.)

3,93 Prozent

C&A

2,21 Prozent Marktanteil

Marks&Spencer

1,68 Prozent

Next

1,53 Prozent

Primark

1,36 Prozent

Arcadia

1,2 Prozent

Esprit

0,85 Prozent

TK Maxx

0,8 Prozent

Kik

0,65 Prozent

Quelle

Mintel (über statista.de)

Der Frankfurter Betriebsrat wolle bei einer endgültigen Vereinbarung erreichen, dass Taschen und Jacken der Mitarbeiter nur noch bei einem begründeten Verdacht durchsucht werden, sagte Anwalt Peter Rölz. Videokameras sollten so angebracht werden, dass die Beschäftigten nicht permanent bei der Arbeit gefilmt würden. Die Betriebsvereinbarung soll voraussichtlich Anfang Mai geschlossen werden. Es wäre die erste bei einer Hollister-Filiale in Deutschland.

Das Unternehmen hatte die Kontrollen mit einem „überdurchschnittlichen“ Schwund von Kleidungsstücken in dem Shop begründet. Taschen- und Jackenkontrollen seien für das Unternehmen existenziell, sagte der Anwalt des Mutterkonzern AFH Germany.

Der Betriebsrat kritisiert neben Taschenkontrollen und Videoüberwachung auch die aus seiner Sicht überzogenen Kleidervorschriften. Nach Darstellung von Anwalt Rölz sollen sich die Mitarbeiter alle drei Monate mit Teilen der neuen Kollektion ausstatten, die sie mit einem Rabatt von bis zu 50 Prozent selbst kaufen müssten. Es gebe dazu zwar ausdrückliche keine Anweisung des Unternehmens. „Es ist aber das tatsächlich Gelebte.“

Rölz zufolge sind vor dem Arbeitsgericht in Frankfurt weitere Verfahren gegen AFH Germany anhängig, unter anderem wegen Verstößen gegen das Mitbestimmungsrecht bei Einstellung neuer Mitarbeiter.

Von

dpa

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