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21.01.2011

09:21 Uhr

Arcandor-Ermittlungen

Millionenbonus für Middelhoff kurz vor der Pleite

VonOliver Stock

Im Dezember 2008 machte der "Ständige Ausschuss" des Arcandor-Aufsichtsrates Thomas Middelhoff um 2,3 Millionen Euro reicher. Ausschlaggebend für den Bonus sei der "strategische Weitblick" des damaligen Arcandor-Chefs. Sechs Monate später war der Konzern pleite. Die Entscheidung wird nun zum wichtigen Element in den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

Thomas Middelhoff war nur noch Arcandor-Chef auf Abruf, bekam aber noch 2,3 Millionen Euro extra. Quelle: dpa

Thomas Middelhoff war nur noch Arcandor-Chef auf Abruf, bekam aber noch 2,3 Millionen Euro extra.

FRANKFURT. Die Herrenrunde, die sich am 11. Dezember 2008 um 12.45 Uhr am Karstadt-Konzernsitz in Essen verabredet hatte, kam schnell zu einem Ergebnis. Laut einem Protokoll, das dem Handelsblatt vorliegt, dauerte die Diskussionsrunde jener neun Männer gerade einmal zehn Minuten. Am Ende ihres Treffens stand ein Beschluss, der den Kaufhauskonzern und Karstadt-Vorgänger Arcandor um weitere rund vier Millionen Euro ärmer machte. In der Runde dagegen machte sie zumindest einen Teilnehmer deutlich reicher: Der damalige Arcandor-Chef Thomas Middelhoff erhielt knapp 2,3 Millionen als Sonderbonus für seinen "strategischen Weitblick". Der zu dieser Zeit von den meisten Analysten bereits gescholtene Kaufhauskonzern war sechs Monate später pleite.

Das Treffen des "Ständigen Ausschusses" des Aufsichtsrats wird damit zum wichtigen Element in den Ermittlungen der Staatsanwaltschaften in Bochum und Köln. Seit Monaten arbeiten sie daran, die Ursachen der Pleite des Kaufhauskonzerns und des tiefen Falls der mit Arcandor verbundenen Bank Sal. Oppenheim aufzuarbeiten.

Die Ermittler hegen den Verdacht, dass Middelhoff vor seinem Abgang bei Arcandor im März 2009 überhöhte Zahlungen erhalten hat. Bestätigt sich die Vermutung, wäre das eine strafbare Untreuehandlung zulasten des Kaufhauskonzerns. Middelhoffs Anwalt Sven Thomas weist den Verdacht zurück und hält auch die Millionenzahlung vom 11. Dezember für gerechtfertigt.

Um Beweismaterial zu sichern, haben Staatsanwälte und Polizei bereits das Bielefelder Privathaus und das Kölner Büro Middelhoffs durchsucht. Die Ermittlungen dauern nach Auskunft der Staatsanwaltschaften noch an. Details nennen sie nicht.

Fest steht: Das Protokoll des Treffens am 11. Dezember liefert detailliertes Material. Eingeladen hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Friedrich Carl Janssen, im Hauptberuf Finanzchef des Kölner Bankhauses Sal. Oppenheim und persönlich haftender Gesellschafter der Bank. Er war einen Monat zuvor in sein Amt beim Aufsichtsrat von Arcandor gekommen, nachdem Sal. Oppenheim eine Kapitalerhöhung bei dem Kaufhauskonzern gezeichnet hatte. Sie war die Voraussetzung dafür, dass Banken zunächst weiter Kredite für Arcandor bereitstellten und damit zumindest das Weihnachtsgeschäft des Kaufhauskonzerns sicherten. Das Bankhaus hielt durch die Kapitalerhöhung zu diesem Zeitpunkt 28,6 Prozent der Kaufhausaktien und war damit neben Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz der zweite Großaktionär bei Arcandor geworden.

Kommentare (7)

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Happyshopper

21.01.2011, 12:16 Uhr

Dieser Mann gehört enteignet und ins Gefängnis für den großen Schaden, den er angerichtet hat!

aruba

21.01.2011, 14:17 Uhr

Guten Tag,.... Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen;... locht den Sack ein; wennmoeglich mit seimen Kumpan Esser. Die beiden koennen in einer Zelle hocken. Der Esser nimmt nicht viel Platz ein. besten Dank.

j.beck

21.01.2011, 18:00 Uhr

Und was wird dabei rauskommen? Diese Managerkaste gehört ohne bezüge in den Ruhestand versetzt, wg "strategischer Sehschwäche", "sozialer inkompetenz" und "egozentrischer Hyperaktivität".

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