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05.02.2014

07:47 Uhr

Argentinien

McDonald's hat wegen Dollar-Bremse keinen Ketchup

VonAlexander Busch

Um den Devisenabfluss einzudämmen, haben Unternehmen in Argentinien strikte Im- und Exportvorgaben. McDonald's hat diese nun offenbar verletzt – und kann keinen Ketchup mehr einführen. Nun droht der Zorn der Regierung.

Pommes mit Ketchup: Bei McDonald's in Argentinien kann man dieses Gericht derzeit nicht bestellen. dpa

Pommes mit Ketchup: Bei McDonald's in Argentinien kann man dieses Gericht derzeit nicht bestellen.

São PauloMcDonald's Facebook-Seite quillt seit dem Wochenende über von Beschwerden unzufriedener Kunden. Der Grund: In den rund 200 Filialen in Argentinien gibt es keinen Ketchup mehr zu den Burgern. Um zu verhindern, dass sich der Mangel zu einem regelrechten Shitstorm im Web steigert, entschuldigte sich McDonald`s Argentinien jetzt bei den Kunden digital: „Der Mangel an Ketchup in unserem Filialen ist vorübergehend. Wir hoffen, das Problem bald zu beheben und bieten solange alternative Soßen an.“

Offiziell wollte die Imbisskette den Grund für die fehlende Tomatentunke nicht nennen. Doch in Buenos Aires gibt es keinen Zweifel, dass die Devisen- und Importkontrolle der Regierung der Grund dafür ist, dass McDonald's keinen Ketchup vom Nachbarland Chile nach Argentinien importieren kann. Denn argentinische Unternehmen bekommen Dollar nur genehmigt für Importe, wenn sie im Gegenzug Produkte exportieren.

Mit Import- und Devisenbeschränkungen will die Regierung weitere Verluste an Devisenreserven verhindern. Die sind innerhalb kürzester Zeit auf 29 Milliarden Dollar geschrumpft – 2011 waren es noch 52 Milliarden Dollar. Bisher fielen die fehlenden Importprodukte weniger ins Gewicht, weil Argentiniens Industrie in vielen Sparten die Importe durch lokal hergestellte Produkte ersetzen kann. Doch das gelingt den Unternehmen immer weniger.

Die wertvollsten Fast-Food-Marken

Methodik

Einmal jährlich berechnet das US-Marktforschungsinstitut Millward Brown den Markenwert der wertvollsten Fast-Food-Ketten der Welt. Handelsblatt Online zeigt, welche Marken besonders gut abschneiden. (Stand: Mai 2013)

Platz 10

Taco Bell - Markenwert: 1,99 Milliarden Dollar

Die berühmte Burrito-Kette verkauft ihre mexikanischen Spezialitäten vor allem in den USA. Zwei Millionen Kunden und 5800 Filialen machen die Möchtegern-Mexikaner zu dem Umsatztreibern des Fast-Food-Riesens Yum!-Brands.

Platz 9

Burger King - Markenwert: 2,44 Milliarden Dollar

Was die Größe betrifft sind die Erfinder des Whoppers der größte McDonalds-Konkurrent. Beim Markenwert spielt die Burgerkette trotz 12.700 Filialen in 73 Ländern weltweit aber in einer anderen Liga.

Platz 8

Panera - Markenwert: 3,03 Milliarden Dollar

Die Backshop-Kette ist neu in den Top 10. Dort gibt es Brötchen, aber auch kleine Speisen wie Suppen. Die Kette hat mehr als 1700 Filialen in den USA und Kanada.

Platz 7

Tim Hortons - Markenwert: 3,38 Milliarden Dollar

Durch rasantes Wachstum hat die kanadische Kette in ihrem Heimatland sogar McDonald's überholt. In den 3300 Filialen werden besonders Kaffee und Donuts verkauft.

Platz 6

Chipotle - Markenwert: 4,97 Milliarden Dollar

Burritos und Tacos sind die Klassiker bei der US-Kette, die mexikanisches Essen serviert. Das Unternehmen wurde vor 20 Jahren gegründet und gehörte zwischendurch ein paar Jahre zu McDonald's.

Platz 5

Pizza Hut - Markenwert: 6,01 Milliarden Dollar

Die 12.000 Filialen der weltgrößten Pizzakette gehören ebenfalls zum Yum!-Imperium. Statt mit der klassischen italienischen Pizza feiert die Kette vor allem mit Pan-Pizzen Erfolge, die in der Pfanne serviert werden.

Platz 4

Kentucky Fried Chicken (KFC) - Markenwert: 9,95 Milliarden Dollar

Noch heute lächelt KFC-Gründer Colonel Harland Sanders von jedem Eimer mit Hähnchenflügeln, der über die Ladentheke geht. Die Kette, die ebenfalls zu Yum! gehört, steht seit mehreren Jahren in der Kritik von Tierschützern.

Platz 3

Subway - Markenwert: 16,69 Milliarden Dollar

Während Subway in den USA als beliebter Franchisepartner gilt, gingen der Sandwich-Kette in Deutschland reihenweise die Franchisenehmer von der Stange. Im Markenwert werden die US-Brötchengeber aber nur von zwei Konzernen geschlagen.

Platz 2

Starbucks - Markenwert: 17,89 Milliarden Dollar

Die Zeit des rasanten Wachstums ist vorbei. Die US-Kaffeekette wächst, aber die Wirtschaftskrise hinterlässt ihre Spuren in der Bilanz. Im Markenwert ist trotzdem keine Kaffeekette besser – und Starbucks hat im Vorjahresvergleich stark zugelegt.

Platz 1

McDonald's - Markenwert: 90,26 Milliarden Dollar

Das goldene M, Heimat von Big Mac und Chicken McNuggets, ist beim Markenwert einsam an der Spitze. Mit 34.000 Filialen in 118 Ländern gibt es kaum einen Winkel der Welt, in dem der Fast-Food-Riese nicht aktiv ist.

Deswegen könnte der fehlende Ketchup in der beliebten Fast-Food-Kette Argentiniens jetzt einen empfindlichen Imageschaden für die Regierung bedeuten. Denn die fehlende Soße zeigt anschaulich, dass die Wirtschaftspolitik von Präsidentin Cristina Kirchner immer weniger in der Lage ist, Argentinien durch die aufziehende Emerging-Market-Krise zu navigieren. Ausländische Investoren verlangen für Kreditausfallswaps auf argentinische Bonds inzwischen 25 Prozent – das ist mehr als zehnmal so viel wie im ebenfalls unter Druck kommenden Nachbarland Brasilien.

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

05.02.2014, 10:32 Uhr

Das wäre doch ein Deal für Warren Buffet, schnell ein paar Tonnen HEINZ Ketchup anliefern. Aber nein, mit Peanuts hat sich Mr. Buffet nur zu seinen Anfangszeiten befasst, nicht mehr seine Kragenweite.

Account gelöscht!

05.02.2014, 10:51 Uhr

Jawoll, das ist doch mal eine Seitenfuellende Schlagzeile wert! Danke HB dass sie ihre Leser so ausfuehrlich ueber wichtige Ereignisse informieren!

Dompeter

05.02.2014, 11:05 Uhr

liegt Sao Paulo jetzt in Argentinien?...:-)

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