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03.02.2011

10:14 Uhr

Attacke auf Frankfurt und Co.

Was der neue Berliner Flughafen den Kunden bringt

VonSilke Kersting, Eberhard Krummheuer

Mitte 2012 soll der Flugbetrieb auf dem neuen Großflughafen Berlin Brandenburg International starten. Wegen der um eine Stunde kürzeren Flugzeit nach Asien will die Hauptstadt zukünftig Frankfurt, Amsterdam, Paris und London als Drehkreuz ablösen.

Der neue Berliner Großflughafen soll zum Drehkreuz nach Asien werden dpa

Der neue Berliner Großflughafen soll zum Drehkreuz nach Asien werden

BERLIN. Noch längst nicht ist der neue Großflughafen Berlin Brandenburg International (BBI) fertiggestellt: Ende des Jahres soll der Probebetrieb beginnen, Mitte 2012 dann der Flugbetrieb - so lautet der Plan. Das Management macht den Wettbewerbern aber schon jetzt deutlich: BBI soll ein europäisches Drehkreuz mit interkontinentalen Verbindungen bis nach Asien werden. Die Berliner sehen sich als direkten Konkurrenten der Großflughäfen Frankfurt, Amsterdam, Paris und London im Wettbewerb um lukrative Langstreckenflüge von und nach Fernost.

"Wir sind dank unserer geopolitischen Lage an der Schnittstelle zwischen Ost und West ein idealer Standort für Flüge von und nach Asien", sagte BBI-Chef Rainer Schwarz dem Handelsblatt. Sein Ziel lautet: Fluggesellschaften wie die australische Qantas oder Hongkongs Cathay Pacific sollen statt zu den westeuropäischen Drehkreuzen lieber nach Berlin fliegen. Das sei für die Airlines attraktiv: Wegen der um eine Stunde kürzeren Flugzeit nach Asien würden sie je nach Ziel vor allem das Personal für eine zweite Crew sparen.

Air-Berlin-Pläne sind zentral

Gestützt werden Schwarz? Pläne von dem Vorhaben Air Berlins, BBI als Heimatbasis und Umsteigeflughafen auszubauen - also zu einem in der Luftfahrtsprache genannten Hub. Dafür bereitet sich die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft gerade auf die Mitgliedschaft in der internationalen Airline-Allianz "Oneworld" vor. In dem Bündnis sind neben Cathay und Qantas British Airways und American Airlines maßgeblich.

Air Berlin könnte dann über sein dichtes Streckennetz in Europa Passagiere für Langstreckenflüge der Partner nach Berlin bringen - oder von dort aus in die europäischen Großstädte weiterfliegen. Ein Qantas-Vorstand hatte in einem Interview im vergangenen Jahr angedeutet, dass die Australier mit dem überlasteten Londoner Flughafen Heathrow unzufrieden seien. Beim Nachdenken über Alternativen sei auch BBI ins Spiel gekommen. Auf Nachfrage hüllte Qantas sich jetzt allerdings in Schweigen.

Es geht aber nicht nur um Flüge in Richtung Osten. Seit November 2010 bietet Air Berlin drei neue Nonstop-Langstreckenflüge nach Dubai, Miami und Mombasa an. Ab Mai folgt viermal wöchentlich ein Flug von Tegel nach New York. Sobald Air Berlin dann Anfang 2012 "Oneworld"-Mitglied wird, würde den Flugreisenden das gesamte dichte Streckennetz von American Airlines für Anschlussflüge zur Verfügung stehen.

Kommentare (1)

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Gerhard Feder

03.02.2011, 12:17 Uhr

Der berliner Senat war es doch, der unbedingt den Lärm nahe bei berlin haben wollte. Aus der Sicht der bundesdeutschen Steuerzahler wäre ein Standort Jüterbog, wie ihn damals brandenburg bevorzugte, ideal gewesen. Etwa 60 km nach berlin, 90 nach Leipzig, 110 nach Dresden, das wäre das Luftkreuz für den deutschen Osten geworden. Aber - da waren ja Diepgen und Wissmann (CDU), die wollten etwas für berlin tun. Nun wird das Lärmproblem die Entwicklung von bbi massiv behindern - so läuft Politik gegen die Wirtschaft.

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