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17.01.2005

16:25 Uhr

Auch Holländer sind interessiert

Post will mit Japanern kooperieren

Die Deutsche Post strebt eine enge Zusammenarbeit mit der japanischen Staatspost Yubin an. Im Fall einer Privatisierung würde der Bonner Konzern auch einen Einstieg in Japan nicht ausschließen.

HB DÜSSELDORF. Die Deutsche Post sei an einer Kooperation mit der japanischen Staatspost in den Bereichen Logistik und Express interessiert, sagte ein Sprecher am Montag in Bonn. Dazu liefen bereits Gespräche. Durch eine Kooperation könnte die Post ihre Marktstellung in Asien weiter ausbauen.

Bei einer Anhörung zu einer möglichen Privatisierung der japanischen Post sagte Deutsche Post-Chef Klaus Zumwinkel in Tokio, Behörden könnten keine besseren Leistungen als der Markt erbringen. „Der Geist der freien Marktwirtschaft ist effizienter.“

Ministerpräsident Junichiro Koizumi räumte indes ein, dass die Privatisierungspläne in Japan umstritten seien. Es gebe sowohl in seiner Regierungskoalition als auch in der Opposition Widerstand. Eine Privatisierung wäre eine „politisches Wunder“. „Bei Reformen geht es aber darum, solche Wunder zu erreichen“, betonte er allerdings.

Japanische Regierungsvertreter hatten bereits mehrfach die Bonner Post-Zentrale besucht, um sich über die Erfahrungen bei der Privatisierung des ehemaligen Staatsmonopolisten in Deutschland zu informieren. In Japan gibt es Befürchtungen, dass ein Verkauf der staatlichen Post zu einem Abbau von Arbeitsplätzen und Filialen führen könnte. Bei der japanischen Post sind derzeit rund 280 000 Menschen beschäftigt.

Interesse an einer Kooperation mit der japanischen Post hatte auch der niederländische Post-Konkurrent TPG signalisiert. Entscheide sich die japanische Regierung für eine Privatisierung der nationalen Post, werde sich der Bonner Konzern das Angebot ansehen, sagte der Sprecher der Deutschen Post in Bonn.

Deutsche Post will im Ausland wachsen

Die Deutsche Post baut derzeit ihre internationale Präsenz aus, um ihre Abhängigkeit vom Briefmonopol in Deutschland zu verringern. Das Monopol läuft nach derzeitigen Plänen Ende 2007 aus. Der Konzern arbeitet seit November auf dem japanischen Briefmarkt bereits mit Yamato Transport in Bereichen zusammen, die nicht ins Monopol der japanischen Post fallen.

Die Deutsche Post ist zudem in anderen asiatischen Märkten wie China präsent und kann dort hohe Wachstumsraten erzielen. Zumwinkel hatte 2004 angekündigt, die Post wolle den Umsatz in den asiatischen Wachstumsmärkten bis spätestens 2008 verdoppeln. Die Gewinne sollten dabei noch rascher zulegen. 2003 hatte sie in Asien mit rund 20 000 Mitarbeitern einen Umsatz von etwa 2,0 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der Konzernumsatz hatte sich damals auf insgesamt 40,02 Milliarden Euro belaufen.

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