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17.01.2005

08:49 Uhr

Auch Thyssen-Krupp und RWE erwägen Widerspruch

Eon ficht Zuteilung der Emissionsrechte an

VonMarkus Hennes

Als erster Großkonzern hat die Düsseldorfer Eon AG eine Beschwerde gegen die Zuteilung der Emissionszertifikate angekündigt. „Wir haben weniger Zertifikate zugeteilt bekommen als beantragt“, sagte ein Sprecher der Tochter Eon Energie in München. Eon werde daher bei der Deutschen Emissionshandelsstelle Widerspruch einlegen.

HB DÜSSELDORF. Auch Deutschlands größter Stahlhersteller Thyssen-Krupp hat nach Angaben eines Sprechers weniger Zertifikate erhalten als beantragt. Über einen Widerspruch sei aber noch nicht entschieden worden. Erwogen würde das, falls europäischen Konkurrenten ein Wettbewerbsvorteil durch die vergleichsweise großzügigere Zuteilung von Gratiszertifikaten entstehen sollte.

Die deutschen Stahlhersteller wollen nach einem Produktionsplus von 3,6 Prozent auf 46,4 Mill. Tonnen Rohstahl im Vorjahr ihren Ausstoß 2005 um weitere 1,3 Prozent erhöhen. Dazu benötigen sie zusätzliche Rechte für die Emission von 2,5 Mill. Tonnen CO2, sagte Dieter Ameling, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl. Der Zukauf würde die gesamte Branche beim aktuellen Preis der Zertifikate mit etwa 18 Mill. Euro belasten. Basis der Zuteilung von Gratiszertifikaten waren die – für die Stahlbranche schwächeren – Jahre 2000 bis 2002.

Der Handel mit Emissionsrechten hat am ersten Januar 2005 europaweit begonnen. Mit dem Klimaschutzinstrument soll der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) verringert werden. Zum Beginn wurde den teilnehmenden Industrieunternehmen jeweils eine feste Anzahl von Gratiszertifikaten zugeteilt, die sie zur Emission von CO2 berechtigen. Kommen sie damit nicht aus, müssen sie weitere Emissionsrechte hinzu kaufen.

Auch der Essener Energieversorger RWE werde „sehr wahrscheinlich“ der Zuteilung widersprechen, hieß es in Konzernkreisen. Die Widerspruchsfrist läuft noch bis zum 20. Januar.

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