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26.01.2005

08:22 Uhr

Auflagen für Firmen bescheren KPMG & Co. gute Umsätze

Regelungswut der Behörden begeistert Wirtschaftsprüfer

VonJens Koenen

Nach drei schwierigen Jahren mit Umsatzrückgängen und Stellenabbau gehen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften wieder massiv auf Nachwuchssuche. „Wir wollen in diesem Jahr 1 000 neue Mitarbeiter einstellen“, kündigte Harald Wiedmann, Sprecher des Vorstands von KPMG Deutschland, gestern an. Damit würde KPMG Ende des Jahres rund 7 500 Mitarbeiter beschäftigen, mehr als in den guten Jahren vor 2001.

FRANKFURT/M. Nach Angaben des KPMG-Chefs sind alleine im klassischen Prüfungsgeschäft 400 neue Stellen vorgesehen. Die prüfungsnahe Beratung will das Unternehmen um 320 Arbeitsplätze aufstocken, die Steuerberatung um 260 Stellen. „Wir arbeiten teilweise an der Kapazitätsgrenze“, sagte Wiedmann. Anfang Februar will KPMG eine Marketingkampagne starten, um gezielt junge Leute anzusprechen.

KPMG – die Gesellschaft prüft alleine 16 der 30 Dax-Firmen und zählt damit im so genannten Audit zu den führenden Häusern in Deutschland – bestätigt mit den Personalplänen einen branchenweiten Trend. So will Pricewaterhouse Coopers im laufenden Geschäftsjahr 700 neue Stellen schaffen. Zuletzt beschäftigte PwC in Deutschland rund 8 400 Mitarbeiter. Auch Ernst & Young stockt gerade die eigenen Personalkapazitäten (6 400 Mitarbeiter) um 700 auf.

Hintergrund der großen Nachfrage nach Personal ist eine deutliche Trendwende im Geschäft mit der Prüfung und Beratung. Hatten der Einbruch an den Aktienmärkten, die wirtschaftliche Schwächeperiode sowie zahlreiche Bilanzskandale die Geschäfte der Prüfer in den zurückliegenden drei Jahren unter Druck gesetzt, sind die Experten mittlerweile wieder gefragter denn je. Zum einen erhöht sich der Prüfungsaufwand angesichts immer neuer gesetzlicher Auflagen enorm. So müssen die Firmen neue interne Kontrollsysteme aufbauen und diese regelmäßig von den Prüfern testen lassen. Gleichzeitig steigt der Beratungsbedarf durch die neuen Rechnungslegungsstandards IFRS.

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