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24.05.2016

19:23 Uhr

Auflagen für Inbev und SAB Miller

Brüssel genehmigt die Fusion der Biergiganten

Die EU-Kartellwächter geben grünes Licht für die Übernahme von SAB Miller durch Branchenprimus Anheuser-Busch Inbev. Doch es gibt strenge Auflagen. Die betreffen die europäischen Brauereien von AB Inbev.

Corona (l-r), Diebels, Löwenbräu, Franziskaner, Hasseröder, Beck's und Budweiser stehen neben Flaschen der Marke Pilsner Urquell und Tyskie. Künftig kommen sie alle vom selben Konzern. dpa

Etliche Biere, ein Haus

Corona (l-r), Diebels, Löwenbräu, Franziskaner, Hasseröder, Beck's und Budweiser stehen neben Flaschen der Marke Pilsner Urquell und Tyskie. Künftig kommen sie alle vom selben Konzern.

BrüsselDie Biergiganten Anheuser-Busch Inbev und SAB Miller können aus Sicht der EU-Wettbewerbshüter zum weltgrößten Bierkonzern verschmelzen. Die EU-Kommission genehmigte am Dienstag in Brüssel die rund 100 Milliarden Euro schwere Fusion unter Auflagen. AB Inbev müsse nahezu das gesamte europäische Biergeschäft von SAB Miller verkaufen, hieß es.

Der belgisch-amerikanische Branchenprimus AB Inbev führt etwa Marken wie Corona, Budweiser und Beck's, der britisch-südafrikanische Rivale SAB Miller vertreibt unter anderem Miller und Foster's. Weltweit würde das fusionierte Unternehmen doppelt so viel Bier verkaufen und viermal so viel Gewinn erzielen wie das weltweit drittgrößte Brauereiunternehmen Heineken.

Hopfen, Malz, Wasser, Hefe - die Zutaten fürs Bier

Malz

Malz wird je nach Biersorte aus Gerste oder Weizen gewonnen. Das Getreide wird mit Wasser vermengt, damit es keimt. Danach wird das Grünmalz ähnlich dem Rösten von Kaffee in der Darre getrocknet. Es gibt über 40 Sorten wie helles und dunkles Malz, Rauch- oder Karamellmalz.

Hopfen

Hopfen sorgt für den mehr oder weniger bitteren Geschmack des Bieres. Zudem beeinflusst er die Schaumkrone und erhöht die Haltbarkeit. Es gibt Bitter- und Aromahopfen. Der Braumeister kann aus über 200 Sorten auswählen. Meist nimmt er mehrere Sorten für einen Sud. In der Hallertau, zwischen München und Nürnberg, liegt das größte Hopfenanbaugebiet der Welt.

Wasser

Wasser ist der Hauptbestandteil jedes Biers. Seine Mineralstoffe beeinflussen den Geschmack. So wird das malzig-süße Münchner Dunkelbier mit hartem Wasser gebraut. Das feinherbe Pils hingegen braucht weiches, kalkarmes Wasser. Die Anforderungen an Brauwasser sind laut Trinkwasserverordnung höher als die an Trinkwasser.

Hefe

Hefe verwandelt bei der Gärung den Malzzucker in Alkohol, Kohlensäure und Wärme. Die Hefe prägt auch das Aroma des Biers maßgeblich mit. Es gibt 200 Hefestämme. Brauer unterscheiden zwischen obergärigen Hefen für Weizen- und untergärigen für Gerstenmalz. Untergärige sinken an den Boden der Flüssigkeit, obergärige steigen auf.

„Der Bierumsatz in Europa beträgt rund 125 Milliarden Euro jährlich. Selbst ein relativ geringer Preisanstieg könnte die Verbraucher somit beträchtlich schädigen“, sagte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager. „Unser Hauptanliegen war es daher zu gewährleisten, dass die Übernahme von SAB Miller durch AB Inbev nicht zu weniger Wettbewerb auf den europäischen Biermärkten führt.“

Etwa in Frankreich, Italien, Großbritannien sollen nun die Marken Peroni und Grolsch an den japanischen Brauer Asahi gehen. In Mittel- und Osteuropa, etwa in Tschechien, Rumänien und der Slowakei soll ebenfalls das Geschäft von SAB Miller veräußert werden, in erster Linie die tschechische Brauerei von Pilsner Urquell.

AB-Inbev-Chef Carlos Brito begrüßte die Entscheidung der EU-Kommission. Damit sei es weiterhin möglich, die Übernahme in der zweiten Jahreshälfte abzuschließen, sagte er. Eine Reihe von Kartellbehörden-Zustimmungen, etwa in Australien und Mexiko, lägen bereits vor. Nach Ansicht von Branchenexperten ist die Zustimmung der US-Wettbewerbshüter noch die größte Hürde.

Auf Deutschland hätte das Geschäft hingegen voraussichtlich vergleichsweise geringe Auswirkungen. Vor allem SAB Miller ist auf dem vorrangig mittelständisch geprägten Markt hierzulande kaum vertreten. Der Verband der Privaten Brauereien Deutschlands erwartete zuletzt daher keine großen Veränderungen im Kampf um die Handelsregale

Von

dpa

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