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11.01.2010

18:24 Uhr

Aufsichtsratssitzung

Tui ärgert Großaktionär Fredriksen

Tui-Chef Michael Frenzel hat in seinem Dauerkonflikt mit seinem Großaktionär John Fredriksen einen weiteren Punktsieg erzielt. Wie Europas größter Reisekonzern meldet, hat das Amtsgericht Hannover auf Antrag des Konzerns den ehemaligen Daimler-Manager Klaus Mangold (66) zum Mitglied des Aufsichtsrates bestellt.

Tui hat gegen seinen Großaktionär Fredriksen einen Punktsieg errungen. Quelle: ap

Tui hat gegen seinen Großaktionär Fredriksen einen Punktsieg errungen.

DÜSSELDORF. Zugleich wies das Gericht den Antrag von Fredriksens Firma Monteray Enterprises auf Bestellung seines Vertrauten Olaf Troim zurück. Begründet hat der Einzelrichter dies mit der Problematik potenzieller Interessenkonflikte, die er bei einem indirekten Mitwirken des norwegischen Milliardärs und Großreeders im Aufsichtsgremium sieht.

Grund dafür sind auch von der Tui ins Feld geführte Argumente, dass Fredriksen in der Vergangenheit laut über den Aufbau einer Billig-Containerreederei nachgedacht hatte. Die könnte zu einem Wettbewerber für die ehemalige Tui-Schiffstochter Hapag-Lloyd werden, an der der Hannoveraner Konzern noch 43 Prozent hält. Gemeinsam mit den Eigentümern des Hamburger Konsortiums Albert Ballin hatte Tui in den letzten Monaten Milliarden in die von der Finanzkrise massive bedrohte Ex-Tochter gepumpt, um deren Überleben zu sichern.

Mit dem Richterspruch steht Tui möglicherweise erneut vor einer turbulenten Hauptversammlung im Zeichen des Konfliktes zwischen Fredriksen und der Tui-Führung. Auf dem Aktionärstreffen am 17. Februar in Hannover sollen die Anteilseigner die Bestellung Mangolds bestätigen, erklärte ein Tui-Sprecher. Er soll den Sitz im Kontrollgremium übernehmen, den der langjährige Aufsichtsratschef Jürgen Krumnow kurz vor Weihnachten durch die Niederlegung seines Mandates frei gemacht hatte. Auf den letzten beiden Hauptversammlungen hatte Fredriksen über Troim versucht, Tui-Chef Frenzel und Krumnow abzuwählen, war aber nach stundenlangen erregten Debatten mangels Mehrheit gescheitert.

Ob es nun im Zusammenhang mit der Bestätigung von Mangold zu einer Neuauflage des Streites kommt, war gestern unklar. Fredriksen hält nach eigenen Angaben etwa 18 Prozent des Aktienkapitals der Tui. Durch die negative Kursentwicklung hat er nach Einschätzung aus Bankenkreisen seit seinem Einstieg etwa 400 bis 500 Mio. Euro verloren. Im Rumpfgeschäftsjahr 2009 (bis 30.9.) hatte Tui bei 13 Mrd. Euro Umsatz ein Ergebnis von 333 Mio. Euro erwirtschaftet, das überwiegend auf erste Erlöse aus dem Hapag-Lloyd-Verkauf zurückzuführen war.

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