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11.12.2011

15:45 Uhr

Aufspaltung des Konzerns

Bahn-Gewerkschaft droht Regierung mit Streik

VonEberhard Krummheuer

ExklusivWenn der Deutsche-Bahn-Konzern aufgespalten wird, will Eisenbahner-Gewerkschaftschef Kirchner genau prüfen, ob die Regierung die „ausgehandelten sozialen Leistungen erfüllt“ - falls nicht, zieht er Streiks in Betracht.

Alexander Kirchner (hier ein Archivbild von 2008), Chef der Eisenbahner-Gewerkschaft EVG, zieht Arbeitskampfmaßnahmen in Betracht. ap

Alexander Kirchner (hier ein Archivbild von 2008), Chef der Eisenbahner-Gewerkschaft EVG, zieht Arbeitskampfmaßnahmen in Betracht.

DüsseldorfIn der verkehrspolitischen Diskussion um die Zukunft der Deutschen Bahn droht die größte Eisenbahner-Gewerkschaft EVG mit Streik, falls die von der EU und Teilen der Regierungskoalition gewollte Aufspaltung des Konzerns mit einer Trennung von Netz und Betrieb vollzogen wird. In der Arbeitnehmerorganisation sind im vergangenen Jahr die Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA vereint worden.

Ihr Chef, Alexander Kirchner, sagte im Interview mit dem Handelsblatt: Im Falle der Trennung „werden wir genau prüfen, ob die Bundesregierung die im bisherigen Beschäftigungsbündnis bei der Bahn ausgehandelten sozialen Leistungen erfüllt.“ Falls nicht, habe die Gewerkschaft die Möglichkeit, „Arbeitskampfmaßnahmen durchzusetzen“.

Mit der Trennung würde „ein halbwegs gut funktionierender Arbeitgeber durch die Interessenpolitik anderer kaputt“ gemacht; der Bahnkonzern sei in den letzten 15 Jahren der Garant dafür gewesen, „die gewaltigen Umbauprozesse innerhalb der Bahn sozialverträglich abzuwickeln.“

Dies werde vor dem Hintergrund der technologischen und demographischen Entwicklungen auch künftig „zwingend erforderlich“ bleiben, sagte Kirchner. Kritik übte er an Bahnchef Rüdiger Grube: Dieser „ist viel zu schnell und viel zu oft in der Öffentlichkeit, wenn es um Pleiten und Pannen im Bahnbetrieb geht.“ Der Imageschaden werde immer größer: „Kaum ein Mitarbeiter gibt heute noch gerne in seinem privaten Umfeld zu, dass er bei der Bahn arbeitet.“

Kommentare (5)

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11.12.2011, 16:59 Uhr

Die Trennung des Netzes macht Sinn. Nur so werden alle Zugbetreiber gleich behandelt.
Jetzt noch 'ne unabhängige Fahrplanagentur und dann können Verbindungen, wie Slots in Flughäfen, versteigert werden.

Berggeist

11.12.2011, 17:35 Uhr

Oh weh. Das ist Old School Denke. 1. Nicht alles was bedingslos dem Markt überlassen wird wird besser. 2. Gleisinfrastruktur hat André Mechanismen als Flugverkehr 3. Psychologisch ist Bahbverkehr- gut gemacht-ein Stück gemeinschaftliche. Infrastruktur. Empirischer Beweis: Ein Ausflug in die. Schweiz , zur Abschreckung nach England

Exil

11.12.2011, 18:18 Uhr

Sie haben Nerven...
Wettbewerb und Marktwirtschaft sind nicht gerade "in"
Ich teile ihre Ansicht. Interessenpolitik erkenne ich bei den Gewerkschaften, die um Macht und Einfluss fürchten. Wenn Netz & Fahrplan vielleicht so organisiert werden wie in der Schweiz. Dann hätte der Bahnverkehr auch wieder einen besseren Ruf und Nutzwert.

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