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18.06.2014

13:00 Uhr

Aufträge für neuen Bahn-Strippenzieher

Pofalla, übernehmen Sie!

Der Aufsichtsrat der Bahn hat Ex-Kanzleramtsminister Ronald Pofalla zum neuen Generalbevollmächtigten gekürt. Wir wüssten da etwas, was der politische Strippenzieher bewegen könnte. Und was meinen Sie?

Pofalla mit Bahnchef Grube (l.): Welche Aufträge haben Sie für den neuen Strippenzieher des Staatskonzerns? dpa

Pofalla mit Bahnchef Grube (l.): Welche Aufträge haben Sie für den neuen Strippenzieher des Staatskonzerns?

Ronald Pofalla ist nicht mehr aufzuhalten: Der frühere Kanzleramtschef Ronald Pofalla wird Manager bei der Deutschen Bahn. Er übernimmt zum 1. Januar 2015 den Posten eines Generalbevollmächtigten für politische und internationale Beziehungen. Der Aufsichtsrat habe die Entscheidung des Vorstands „zur Kenntnis genommen“, hieß es. „In einem späteren zweiten Schritt“ sei geplant, Pofalla in den Konzernvorstand zu berufen.

Hier sind unsere Aufträge, wofür sich der Seitenwechsler einsetzen soll:

  • Dafür, dass die Bahn auch keine reduzierte Ökostrom-Umlage mehr bezahlen muss! Schließlich ist sie ein ökologisches Verkehrsmittel – und die Ticketpreise könnten ohne die sogenannte EEG-Umlage zumindest stabil bleiben. Nach der Ökostrom-Reform von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) muss die Bahn bis zu einem Verbrauch von zwei Gigawattstunden die volle Umlage von 6,24 Cent je Kilowattstunde zahlen. Für Strom darüber hinaus werden 20 Prozent der Umlage fällig. Muss das sein?
  • Dafür, dass die Bahn keine Dividende mehr an den Bund zahlen muss! So könnten jährlich mehrere hundert Millionen Euro zusätzlich ins marode Netz investiert werden. Für das laufende Jahr will der Bund offenbar 700 Millionen Euro aus dem Staatskonzern rausziehen. Pofalla könnte sich aber auch für höhere Zuschüsse einsetzen: Bislang erhält die Bahn pro Jahr 2,5 Milliarden Euro aus Steuergeld für die rund 33.000 Kilometer Schiene, sie will aber mindestens eine Milliarde Euro mehr für das marode Netz.
  • Dafür, dass die Bahn sich in Zukunft von Vorzeigeprojekten verabschiedet! Stuttgart 21 & Co. kosten viel Geld – simplere Lösungen würden mehr Geld für marode Bahnhöfe deutschlandweit bedeuten. Der neue Stuttgarter Hauptbahnhof wird momentan mit rund 6,5 Milliarden Euro Baukosten veranschlagt und könnte noch viel teurer werden.

Haben auch Sie Aufträge für Ronald Pofalla? Dann schreiben Sie uns an mitmachen@vhb.de oder kommentieren Sie diesen Beitrag! Wir freuen uns über Ihre Zuschriften und stellen Ihre Wünsche zusammen!

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td

Kommentare (1)

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18.06.2014, 13:34 Uhr

Ich wünsche mir, dass Herr Pofalle die SNA-Affäre für beendet erklärt... muahaha
Na mal im Ernst, sie erwarten von dem Klappspaten doch nicht ernsthaft irgendwelche sinnvollen Änderungen. Ein schön zugeschanztes Pöstchen um reinen Lobbyismus zu betreiben, mehr ist das nicht und mehr wird auch nicht kommen. Noch ein Grund mehr nicht Bahn zu fahren!

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