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21.02.2012

09:57 Uhr

Ausstand bis Freitag

Flughafen-Streik zeigt erstaunlich wenig Wirkung

Nirgendwo können Streiks so heftige Folgen haben wie in der Flugbranche – hieß es bisher. Doch der aktuelle Ausstand in Frankfurt zeigt: So schlimm ist es diesmal gar nicht, auch wenn der Streik nun immer länger dauert.

Streik am Flughafen Frankfurt geht weiter

Video: Streik am Flughafen Frankfurt geht weiter

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FrankfurtDer Streik am Frankfurter Flughafen dauert länger und länger. Heute Nacht hat die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) den Ausstand der rund 200 Vorfeldmitarbeiter bis zum Freitagabend verlängert. Airport-Betreiber Fraport sieht sich dennoch gut vorbereitet. Der Konzern hat hat am Dienstagmorgen den Fluggästen einen „weitgehend geregelten“ Flugbetrieb zugesichert.

Von den für Dienstag geplanten 1200 Flügen waren am Morgen 187 annulliert worden. „Insgesamt sieht es heute aber gut und ruhig aus“, sagte ein Fraport-Sprecher. Der Flughafenbetreiber habe sich auf einen Streik bis Mittwochmorgen vorbereitet, nun würde man die Vorbereitungen eben bis Freitagabend ausweiten.

In der Nacht zum Montag hatte die GdF einen 24-Stunden-Streik bereits auf 48 Stunden ausgedehnt. Nun soll der Ausstand nach neuesten GdF-Angaben von Dienstagnacht sogar bis Freitag (24. Februar / 23 Uhr) dauern.

Was die Vorfeldmitarbeiter am Frankfurter Flughafen fordern

Mehr Geld für weniger Arbeit

Mehr Geld für weniger Arbeit, so lauten knapp zusammengefasst die Forderungen der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) für ihre Mitglieder am Frankfurter Flughafen. Die Eckdaten nach Angaben vom Flughafenbetreiber Fraport. Die GdF macht bisher keine genauen Angaben. (Quelle: dpa)

Vorfeldkontrolleure

Sie verdienen bislang zwischen 53.000 und knapp 70.000 Euro im Jahr. Die GdF fordert nach Angaben von Fraport eine Steigerung der Grundgehälter auf knapp 80.000 bis 87.000 Euro pro Jahr. Außerdem verlangt die Gewerkschaft zehn Prozent höhere Zulagen und eine um 13 Prozent abgesenkte Arbeitszeit.

Vorfeldaufsicht

Für diese Mitarbeitergruppe soll es nach dem Willen der Gewerkschaft Spitzengehälter von 60.700 Euro im Jahr geben - bislang sind es 42.000 Euro. Die Nettowochenarbeitszeit soll um neun Prozent reduziert werden, die Zulagen sollen um zehn Prozent steigen.

Verkehrszentrale

Als Spitzengehalt sind ebenfalls 60.700 Euro anvisiert - bislang verdienen die Mitarbeiter bis zu knapp 52.000 Euro. Weitere Forderung: Zehn Prozent höhere Zulagen, zehn Prozent weniger Arbeitszeit.

Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hat den Betreiber des Frankfurter Flughafens, Fraport, dazu aufgefordert, den Schlichterspruch im Tarifkonflikt zu unterschreiben. „Wir wollen eigentlich nur dieses Papier unterschrieben haben und Fraport ist aufgestanden und hat den Tisch verlassen“, sagte GdF-Sprecher Matthias Maas am Dienstag im „Morgenmagazin“ des ZDF. Fraport selbst habe sich den Schlichter aussuchen können und sich für den ehemaligen Bürgermeister von Hamburg, Ole von Beust, entschieden.

Der Geschäftsführer des Bundesverbands der Arbeitgeber, Reinhard Göhner, kritisierte den Ausstand am Frankfurter Flughafen. „Wir sind für Tarifpartnerschaft. Aber während der Laufzeit bestehender Tarifverträge, die für alle Arbeitnehmer eines Betriebes gelten, muss auch Friedenspflicht bestehen“, sagte er im ZDF. „Das Extreme liegt hier darin, dass ein Tarifvertrag nur für eine kleine Gruppe erstrebt wird.“ Weniger als ein Prozent der Belegschaft legten so den ganzen Betrieb lahm. „Die Zersplitterung der Tariflandschaft ist hochgefährlich“, sagte Göhner.

Streik am Frankfurter Flughafen: Die Fronten sind verhärtet

Streik am Frankfurter Flughafen

Die Fronten sind verhärtet

Es hakt an Deutschlands Mega-Drehkreuz - nicht nur wegen des Streiks. Allein an den ersten beiden Streiktagen sind dem Betreiben und den Airlines Millionenbeträge entgangen. Ein Ende des Streits ist nicht in Sicht.

Die GdF will mit dem Arbeitskampf ihre Tarifforderungen durchsetzen. Diese brächten nach Angaben von Fraport für einzelne Beschäftigte bis zu 70 Prozent höhere Gehälter. Um die Auswirkungen des Streiks der Vorfeldlotsen, Einweiser und Disponenten abzufedern, hatte Fraport eigens Mitarbeiter geschult, die deren Aufgaben übernommen haben.

Doch es zeigt sich, dass Fraport mit seiner Strategie, den Streik mit Ersatzarbeitskräften zu unterlaufen, immer erfolgreicher ist. Gestern mussten 240 Flüge abgesagt werden, weniger als die mehr als 300 am Freitag. Lufthansa strich gestern gut 200 Flüge, heute sollen es dagegen nur noch 160 Flüge sein.

Kommentare (11)

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Kuezbara

21.02.2012, 10:17 Uhr

Diese Arbeiter sind keine Hochqualiziete Fachkräfte von denen es nur wenige gibt. Ich würde die Streikenden alle entlassen und neue Arbeiter einstellen. Diese Gewerkschaft drückt Lohnerhöhungen durch auf kosten uns allen am Ende zahlen die Fluggäste die Zeche. Immer da wo die Gewerkschaft zum Streik aufruft wir es für uns alle Teurer.

Account gelöscht!

21.02.2012, 10:49 Uhr

Ronald Reagan wusste was zu tun mit streichenden U.S Air Traffic Controllers (PATCO): Raus schmeißen und nie wieder einstellen. Das hat funktioniert.

Account gelöscht!

21.02.2012, 10:50 Uhr

Ronald Reagan wusste was zu tun mit streichenden U.S Air Traffic Controllers (PATCO): Rausschmeißen und nie wieder einstellen. Das hat funktioniert.

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