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01.06.2012

17:01 Uhr

Austrian Airlines

Mehr als 100 Piloten wollen kündigen

Das operative Geschäft von Austrian Airlines soll auf die Tochter Tyrolean übergehen, da dort die Tarifverträge günstiger sind. Dagegen wollen sich viele Beschäftigte wehren. Mehr als 100 Piloten wollen von Bord gehen.

Die Beschäftigten von Austrian Airlines wollen das von der Lufthansa auferlegte Sparprogramm nicht hinnehmen. dapd

Die Beschäftigten von Austrian Airlines wollen das von der Lufthansa auferlegte Sparprogramm nicht hinnehmen.

WienBei der defizitären österreichischen Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA) läuft der Countdown: Um das Sparpaket zu erfüllen, das die deutsche Mutter dem Sorgenkind auferlegt hat, soll das operative Geschäft ab dem 1. Juli auf die AUA-Tochter Tyrolean übergehen. Deren Tarifverträge sind für das Unternehmen deutlich günstiger.

Das fliegende Personal hatte sich lange gegen diesen Schritt gewehrt und Massenkündigungen angedroht. Viele Beschäftigte haben bereits gekündigt. Mehr als 100 von derzeit 550 AUA-Piloten wollen von Bord gehen, berichteten österreichische Medien. AUA-Sprecher Michael Braun bestätigte am Freitag: „Die Größenordnung ist realistisch“.

Auch etwa 200 der 1500 Flugbegleiter wollen demnach der einstigen Staatslinie den Rücken kehren. Definitive Zahlen liegen noch nicht vor. Die Frist, innerhalb der die AUA-Mitarbeiter eine Sonderkündigungsregel in Anspruch nehmen können, läuft erst am Samstag um Mitternacht aus. AUA-Sprecher Braun hält zwar fest: „Wir hoffen natürlich, dass möglichst alle Piloten bei uns bleiben“, sieht aber in der Kündigungswelle kein Problem für den Flugbetrieb.

Die AUA beschäftige derzeit ohnehin zu viele Piloten. Schließlich sollen im Rahmen der Sparmaßnahmen elf Boeings verkauft werden. Auf der Mittelstrecke soll dann ausschließlich der Airbus unterwegs sein. Einige Piloten, die aktuell in Umschulung seien, sollen rechtzeitig zurückkehren. Außerdem würden bei der Tochter Tyrolean viele Teilzeitverträge wieder in Vollzeitverträge umgewandelt.

Medien berichteten, dass AUA einer internen Rechnung zufolge ab einem Abgang von 113 Piloten Flugausfälle drohen. Der Sprecher wollte das aber nicht kommentieren. „Das wäre spekulativ“, sagte Braun. Die AUA ist seit Jahren defizitär und machte im vergangenen Jahr erneut einen Verlust von 62 Millionen Euro.

Auch 2012 wird die österreichische Airline in den roten Zahlen landen. Auf Druck der Lufthansa muss die AUA die Kosten um rund 220 Millionen Euro senken und dabei vor allem bei den Personalkosten sparen.

Von

dpa

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