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30.05.2014

16:14 Uhr

Austrian Airlines

Tarifverhandlungen bei Lufthansa-Tochter gescheitert

Seit Monaten bereits schwelt bei der Lufthansa-Tochter Austrian ein Streit um den neuen Tarifvertrag. Nun zieht die Fluggesellschaft ihr Angebot zurück – aus Verärgerung über das Vorgehen des Personals.

Ein geschlossener Austrian-Schalter in Wien: Für die Lufthansa ist der Zwist mit den Piloten und Flugbegleitern bei Austrian nicht der einzige Tarifkonflikt, der das Unternehmen belastet. Reuters

Ein geschlossener Austrian-Schalter in Wien: Für die Lufthansa ist der Zwist mit den Piloten und Flugbegleitern bei Austrian nicht der einzige Tarifkonflikt, der das Unternehmen belastet.

WienDie Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag für die 3100 Piloten und Flugbegleiter der Lufthansa -Tochter Austrian sind vorerst gescheitert. Die Geschäftsführung habe ihr erst vor kurzem erneuertes Angebot zurückgezogen, erklärte das Unternehmen am Freitag. Damit habe der Konzern auf eine Betriebsversammlung, durch die mehrere Flüge ausgefallen waren, sowie Streikdrohungen reagiert. Der Betriebsratsvorsitzende Karl Minhard sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er könne das Vorgehen des Unternehmen nicht nachvollziehen - zumal für Mitte Juni weitere Verhandlungen geplant gewesen seien. Einen Streik plane die Belegschaft in absehbarer Zukunft nicht.

In dem seit Monaten schwelenden Konflikt geht es um die künftigen Löhne und Gehälter für das Bordpersonal. Um Kosten zu sparen, hatte das Austrian-Management vor zwei Jahren den operativen Betrieb von Austrian auf die Tochter Tyrolean übertragen. Deren Tarifverträge sind deutlich günstiger als jene von Austrian. Die Tyrolean-Beschäftigten werden seither auf Basis des alten Tarifvertrags weiterbezahlt, die Gehälter der Austrian-Beschäftigten wurden eingefroren.

Die 627 Flugzeuge des Lufthansa-Konzerns (Ende 2012)

Airbus A310/A319

A310: Zwei Maschinen (Vermietet)

A319: 81 Maschinen, davon 32 bei Germanwings

Airbus A320/A321

A320: 89 Maschinen

A321: 75 Maschinen

Airbus A330/A340

Airbus A330: 36 Maschinen

Airbus A340: 63 Maschinen

Airbus A380

A380: 10 Maschinen

Boeing 737

B737: 45 Maschinen

Boeing 747 (Jumbo-Jet)

B747: 29 Maschinen

Boeing 767/777

Boeing 767: Sechs Maschinen

Boeing 777: Vier Maschinen

Boeing MD-11F

MD-11F: 18 Maschinen (alle Lufthansa Cargo)

Bombardier

Bombardier CRJ: 56 Maschinen

Bombardier C-Series: 0 (bestellt für 2013 bis 2018: 30 Maschinen)

Bombardier Q-Series: 14 Maschinen

Sonstige

ATR: 11 Maschinen

Avro RJ: 22 Maschinen

Embraer: 42 Maschinen

Fokker F70: 9 Maschinen

Fokker F100: 15 Maschinen

Der Austrian-Betriebsrat hat gegen dieses Vorgehen geklagt. Seither sind diverse Rechtsstreitigkeiten anhängig - auch beim Europäischen Gerichtshof. Dort will der Generalanwalt am kommenden Dienstag seine Einschätzung abgeben, die in vielen Fällen richtungweisend für ein Urteil ist. Dieses erwartet Austrian frühestens 2015.

Das Austrian-Management strebt einen übergeordneten Konzerntarifvertrag für das gesamte Bordpersonal an. Als Basis für diese Verhandlungen zieht der Betriebsrat die alten Austrian-Tarifverträge heran, während sich das Management an den deutlich günstigeren Tyrolean-Verträgen orientiert.

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