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20.02.2012

08:23 Uhr

Ausweitung des Protests

Streik am Frankfurter Flughafen dauert länger

Am Frankfurter Flughafen hat ein weiterer Streik begonnen. Zehntausende Passagiere dürften davon betroffen sein. Nachdem zuvor von einem 24-stündigen Streik die Rede war, wurde in der Nacht eine Verlängerung angekündigt.

Streik am Frankfurter Flughafen

Video: Streik am Frankfurter Flughafen

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Frankfurt/BerlinAn Deutschlands größtem Flughafen wird seit Montagmorgen wieder gestreikt. Die rund 200 Vorfeldmitarbeiter legten am frühen Morgen die Arbeit für 48 Stunden nieder, wie der Frankfurter Flughafenbetreiber bestätigte. In der Nacht zum Montag hatte die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) den Streik überraschend um 24 Stunden verlängert - ursprünglich sollte nur bis zum Dienstagmorgen 5.00 Uhr die Arbeit niedergelegt werden. Nun soll der Ausstand nach GdF-Angaben bis Mittwoch (22.Februar/5.00 Uhr) dauern.

Insbesondere Inlandsflüge, aber auch Flüge auf Mittelstrecken etwa innerhalb Europas könnten dem Ausstand zum Opfer fallen. Allein die Lufthansa streicht von Montag- bis Dienstagmorgen rund 200 Starts und Landungen - Langstreckenflüge sollen nach Auskunft eines Sprechers aber nicht betroffen sein.

Der Flughafen-Betreiber Fraport geht davon aus, dass in den ersten 24 Stunden des Streiks insgesamt bis zu 70 Prozent aller rund 1250 geplanten Flugbewegungen stattfinden können. Er hatte eigens Mitarbeiter geschult, die die Aufgaben von Vorfeldlotsen, Flugzeugeinweisern und Disponenten übernehmen. Die Gewerkschaft will mit dem Ausstand in der Tarifauseinandersetzung mit Fraport den Druck erhöhen.

Was die Vorfeldmitarbeiter am Frankfurter Flughafen fordern

Mehr Geld für weniger Arbeit

Mehr Geld für weniger Arbeit, so lauten knapp zusammengefasst die Forderungen der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) für ihre Mitglieder am Frankfurter Flughafen. Die Eckdaten nach Angaben vom Flughafenbetreiber Fraport. Die GdF macht bisher keine genauen Angaben. (Quelle: dpa)

Vorfeldkontrolleure

Sie verdienen bislang zwischen 53.000 und knapp 70.000 Euro im Jahr. Die GdF fordert nach Angaben von Fraport eine Steigerung der Grundgehälter auf knapp 80.000 bis 87.000 Euro pro Jahr. Außerdem verlangt die Gewerkschaft zehn Prozent höhere Zulagen und eine um 13 Prozent abgesenkte Arbeitszeit.

Vorfeldaufsicht

Für diese Mitarbeitergruppe soll es nach dem Willen der Gewerkschaft Spitzengehälter von 60.700 Euro im Jahr geben - bislang sind es 42.000 Euro. Die Nettowochenarbeitszeit soll um neun Prozent reduziert werden, die Zulagen sollen um zehn Prozent steigen.

Verkehrszentrale

Als Spitzengehalt sind ebenfalls 60.700 Euro anvisiert - bislang verdienen die Mitarbeiter bis zu knapp 52.000 Euro. Weitere Forderung: Zehn Prozent höhere Zulagen, zehn Prozent weniger Arbeitszeit.

Sie kritisierte, dass der Betreiber sich nicht bewege. Fraport sieht dagegen die Gewerkschaft am Zuge und forderte eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Bereits am vergangenen Donnerstag und Freitag hatten die rund 200 Vorfeldmitarbeiter die Arbeit niedergelegt. Allein am Freitag waren dadurch 301 Flüge ausgefallen.

Für den Streik von Montag- bis Dienstagmorgen sah sich Fraport gut gerüstet. Am Sonntag sagte ein Sprecher: „Wir haben uns auf einen weiteren Streik eingestellt.“ Es sei weiteres Personal geschult worden, um die streikenden Vorfeldleute ersetzen zu können.

Die Gewerkschafter liegen seit Monaten mit dem Flughafenbetreiber im Clinch und versuchen, Lohnerhöhungen für die 200 Flugzeug-Einweiser in Frankfurt auszuhandeln. Fraport hält die Forderungen für überzogen. Am Freitag - dem zweiten Streiktag - hatten die Flugfeld-Beschäftigen ihre Arbeit von 8 bis 22 Uhr niedergelegt. Hunderte Flüge wurden gestrichen. Frankfurt ist mit täglich 1300 Starts und Landungen der zweitgrößte Flughafen in Europa hinter London-Heathrow.

Kommentare (18)

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wirtschaftsweiser

19.02.2012, 11:50 Uhr

Hauptsache, die Gehälter der Fraport Vorstände ist marktgerecht und angemessen, nicht wahr Herr Hundt?

Account gelöscht!

19.02.2012, 11:57 Uhr

auch durch andere Nischen-Branche sollte jetzt ein Rück gehen. Leider jedoch werden gewisse Schichten, die vor allem mit Migranten bestückt sind (z.B. Putzbranche, Fleischindustrie,...) extra dumm gehalten. So sind keine Aufstände zu erwarten..

Zögen alle an einem Strang, bräuchten wir keinen sinnlosen Mondestlohn mehr!

Account gelöscht!

19.02.2012, 14:28 Uhr

Die richtige Antwort auf diese dreisten und unverschämten Aktionen und Forderungen wäre, alle rausschmeißen !

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