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03.08.2012

17:14 Uhr

Auto-Importe

Frankreich fordert Kontrollen für Südkorea

Wenn es nach dem Willen der Franzosen geht, muss Südkorea demnächst eine Genehmigung der EU einholen, bevor es Autos exportieren darf. Die Franzosen attackierten zudem das Freihandelsabkommen mit dem asiatischen Staat.

Autos sollen aus Frankreich kommen und nicht aus Südkorea. Deshalb haben die Franzosen bei der EU-Kommission einen Antrag gestellt. AFP

Autos sollen aus Frankreich kommen und nicht aus Südkorea. Deshalb haben die Franzosen bei der EU-Kommission einen Antrag gestellt.

ParisIm Kampf gegen die Billigkonkurrenz aus Asien hat Frankreich bei der EU-Kommission offiziell eine "Kontrolle der Importe von Fahrzeugen aus Südkorea" beantragt. Das teilte der französische Industrieminister Arnaud Montebourg am Freitag in Paris mit. Diese Aufsicht würde es mit sich bringen, dass Importeure vorher die Genehmigung bei der EU einholen müssten. Die neue sozialistische Regierung in Paris hatte bereits bei der Vorstellung ihres Plans zur Stützung der heimischen Autoindustrie das Freihandelsabkommen der EU mit Südkorea attackiert.

Nach Ansicht der französischen Regierung stieg durch das im vergangenen Jahr abgeschlossene Freihandelsabkommen der Absatz von Kleinwagen aus Südkorea in Europa übermäßig stark an. Dies ist zugleich ein wichtiger Markt für die französischen Autobauer, die wie PSA Peugeot Citroën stark unter der Krise in Europa leiden. Die Regierung in Paris hatte daher Ende Juli hohe Prämien für den Kauf von in Frankreich produzierten Hybrid- und Elektroautos angekündigt. PSA will in Frankreich 8000 Stellen streichen.

Von

afp

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

03.08.2012, 18:52 Uhr

Seltsam, dass diese kleine, aber symptomatische Meldung kaum kommentiert wird. Dabei spiegelt sie doch idealtypisch das Problem der mangelnden Konkurrenzfähigkeit Frankreichs zum jetzigen Aussenwert des Euro wider. Die Aussenhandelsbilanz Frankreichs ist seit der Euro-Einführung negativ, und das mit weiter sinkender Tendenz.

Sparmassnahmen sind sicherlich sinnvoll, zeigen aber auch, dass die aktuelle Wirtschaftspolitik den Lebensstandard des Landes sinken lässt. Privatisierung, so sinnvoll sie ordnungspolitisch auch sind, demonstrieren, dass das Land von seiner Substanz lebt.

Die Einheitswährung Euro - eine Währung für wirtschaftlich unterschiedliche Staaten - entwickelt sich immer mehr zur Zwangsjacke. Die Politiker werden zum Schaden von Arbeitslosen und Sparern so lange daran festhalten, bis in der nächsten grossen Konjunturkrise die Defizite nicht mehr zu finanzieren sind.

Der kollektive Wahnisnn der Euro-Illusion erinnert stark an den langanhaltenden Wahnsinn der sozialistischen Illusion.

Account gelöscht!

03.08.2012, 19:01 Uhr

Das dacht ich mir ähnlich beim Lesen, treffender Kommentar.

hanji

06.08.2012, 11:14 Uhr

Erschreckend ist nicht nur die angestrebte Blockade-Maßnahme der Franzosen, sondern auch die damit zum Ausdruck gebrachten Fehleinschätzungen. Ob der abfällige, verächtliche Ausdruck "Billigkonkurrenz" nun vom Handelsblatt stammt, oder von der französischen Regierung: Er zeugt von unbegründeter Aroganz und Ignoranz der Fakten. Die Koreaner stellen in ihren Heimatstandorten kaum Kleinwagen her. Ausnahme ist GM Daewoo, auf deren Modelle die Konzernmutter vor dem Europa-Export noch schnell einen "Chevrolet" Emblem klebt. Die meisten Kleinwagen von Hyundai und KIA werden in Europa für Europa hergestellt, so dass eine französische Importblockade vor allem EU-Arbeitsplätze kosten würde. Zweitens punkten die Koreaner nicht nur mit ihrer seit 2008 aberwitzig nach unten spekulierten Währung, sondern vor allem mit Verlässlichkeit, Ausstattung, ablesbar in unzähligen Quality und Design Awards. Mit einem Blick auf Pannenstatistiken und Reparaturkosten französischer Modelle versteht man, warum sich auch die Franzosen anders entscheiden. Es müsste eigentlich heißen "die Besser-Konkurrenz aus Korea."

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