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31.07.2012

18:40 Uhr

Automatenbetreiber

Verkauf von Selecta droht zu platzen

Die Gebote der Finanzinvestoren waren zu niedrig für den Selecta-Eigentümer Allianz Capital Partners. Einige Interessenten reichten erst gar keine Angebote ein. Investoren spekulieren schon auf eine andere Lösung.

Selecta ist eine der letzten verbliebenen klassischen Firmenbeteiligungen von ACP. Reuters

Selecta ist eine der letzten verbliebenen klassischen Firmenbeteiligungen von ACP.

FrankfurtDer Verkauf des deutschen Automatenbetreibers Selecta droht zu scheitern. Die beiden Angebote der Finanzinvestoren Advent International und Oaktree reichten nicht aus, damit der Selecta-Eigentümer Allianz Capital Partners (ACP) mit dem Erlös wenigstens die dem Unternehmen aufgebürdeten Schulden tilgen könne, sagten mehrere mit dem Prozess vertraute Banker der Reuters-Tochter RLPC. ACP war es nicht gelungen, den Schuldenberg von 890 Millionen Euro maßgeblich abzutragen, den die Private-Equity-Sparte des Münchener Versicherers 2007 bei der fast eine Milliarde Euro schweren Übernahme aufgenommen hatte. Selecta setzt im Jahr rund 700 Millionen Euro um.

ACP, die sich aus dem klassischen Private-Equity-Geschäft zurückgezogen hat, hatte Selecta Ende 2011 zum Verkauf gestellt. Doch die meisten Interessenten, die sich im Mai bei der Londoner Investmentbank HSBC gemeldet hatten, reichten in der vergangenen Woche keine Gebote ein. Noch besteht aber die Hoffnung, dass der Finanzinvestor CVC sich aus der Deckung wagt und Selecta zum Mindestpreis übernimmt. Er könnte das 1957 gegründete Unternehmen mit seinen 150.000 Snack-Automaten dem Konkurrenten Autobar zuschlagen, der CVC bereits gehört. Allianz und Advent wollten sich nicht zu dem Verkaufsprozess äußern, Oaktree war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Doch einige Investoren spekulieren Finanzkreisen zufolge auf eine andere Lösung, wenn der Verkauf scheitert: Sie haben sich in die Schulden von Selecta eingekauft, die am Markt zu Preisen weit unter dem Nennwert gehandelt werden. Ende Juni habe Selecta zwar die Kreditauflagen noch eingehalten, nachdem Kostensenkungen die operativen Gewinne verbesserten. Doch einige Banker halten es für sehr wahrscheinlich, dass diese sogenannten Covenants beim nächsten Termin doch gerissen werden. Dann müsste ACP wohl frisches Geld einschießen - oder das Unternehmen den Gläubigern überlassen. In diesem Fall wäre ein Schuldenschnitt die Folge.

ACP hatte Ende des vergangenen Jahres bereits bei Manroland die Reißleine gezogen. Der Investor wollte kein frisches Geld mehr geben und ließ den traditionsreichen Druckmaschinenbauer in die Insolvenz schlittern.

Von

rtr

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