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07.04.2016

17:11 Uhr

Autonomes Fahren

Post-Roboter sollen durch Wohngebiete rollen

Wenn der Roboter zweimal klingelt: Die Deutsche Post will ihren Zustellern die Arbeit erleichtern und lässt Pakete bald von Robotern transportieren. Auch autonome Post-Roboter könnten zum Einsatz kommen.

Roboter könnten künftig den Job von Post-Zustellern übernehmen. dpa

Zusteller der Zukunft

Roboter könnten künftig den Job von Post-Zustellern übernehmen.

TroisdorfZusteller der Deutschen Post sollen in Zukunft Hilfe von Robotern beim Austragen von Briefen und Paketen bekommen. „Roboter können mittelfristig in der Zustellung zum Einsatz kommen, das heißt in drei bis fünf Jahren“, sagte der Innovationschef der Paket- und Briesparte der Post, Clemens Beckmann, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. „Die Technik ist da.“ Die Roboter sollen automatisch hinter den Austrägern herrollen und ihnen den Transport und die Zustellung schwerer Pakete erleichtern. Denn die Paketflut – ausgelöst durch steigende Bestellungen bei Online-Händlern wie Amazon oder Zalando – stellt auch die Zusteller vor neue Herausforderungen.

Aber der Konzern will bei Robotern zur Unterstützung bei Paketlieferungen nicht halt machen: Vorstellbar sei auch eine „mobile Packstation“, sagte Beckmann. Solche Roboter könnten in Zukunft die Wohnviertel ohne menschliche Begleitung ansteuern und Pakete von den Verbrauchern entgegennehmen. Doch dies ist noch Zukunftsmusik – unter anderem müssen vor einem Einsatz autonomes Fahren und die deutsche Straßenverkehrsordnung in Einklang gebracht werden.

Die Konkurrenten der Deutschen Post

DPD

DPD Deutschland gehört zur DPD Group, nach eigenen Angaben das zweitgrößte Netzwerk von Paketdiensten in Europa. Die Zentrale des Unternehmens mit 7500 Mitarbeitern ist in Aschaffenburg (Bayern). Im März 2015 kündigte der Paketdienst an, die Deutsche Post DHL mit einer einheitlichen europäischen Marke herauszufordern. So soll das Paketnetz europaweit auf 22.000 Stationen erweitern werden.

Quelle: dpa

Pin Mail AG

Bei dem Postdienstleister mit Sitz in Berlin dominiert die Farbe Grün - statt Post-Gelb. Die Firma hat rund 1150 Mitarbeiter und beförderte 1999 in der Hauptstadt die ersten Briefsendungen.

Hermes

Der international tätige Handels- und Logistikdienstleister ist ein Tochterunternehmen der Otto Group und beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter in Deutschland. In Europa bewegte die Hamburger Firma im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 530 Millionen Sendungen im Paket- und Logistikgeschäft. Deutschland gehört zu den Kernmärkten.

TNT

Das niederländische Unternehmen ist nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Anbieter von Expressdienstleistungen für Geschäftskunden. Dazu gehört die deutsche TNT Express GmbH mit Sitz in Troisdorf (Nordrhein-Westfalen) mit etwa 3700 Mitarbeitern. Im Jahr 2013 hatten die EU-Wettbewerbshüter eine Fusion mit dem US-Paketdienst UPS untersagt.

UPS

Der US-Paketdienstleister bezeichnet sich als der größte Express- und Paketzustelldienst weltweit mit rund 435 000 Mitarbeitern. Im April 2015 kündigte UPS-Deutschland-Chef Frank Sportolari in der „Wirtschaftswoche“ an, dass der Konzern eine Milliarde Euro in Europa investieren wolle - unter anderem in den Ausbau seiner Sortierzentren und in neue Paketshops.

In ihren Lagern erprobt die Post bereits den Einsatz von Robotern. Dort würden etwa mobile Regale getestet, sagte der Leiter Innovation und Strategie bei DHL, Matthias Heutger. Auch der Einsatz von Drohnen werde in großen Lagerhallen in China untersucht, diese sollen dort etwa bei Inventuren helfen. Flugkörper könnten auch über wertvolle Güter wachen. Denkbar seien viele Einsatzfelder: „Aber die Technik muss angepasst werden und für unsere spezifischen Anforderungen einsetzbar sein.“ Schon vor längerem testete die Post sogenannte Paketkopter in Bayern – dort fliegen sie zwischen der Gemeinde Reit im Winkl und einer Alm. Auch Amazon, der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart und Google setzen auf Drohnen als Liefermittel der Zukunft.

Der Konzern sei überzeugt, „dass Lieferketten, in denen Menschen und Roboter zusammenarbeiten, schon bald Normalität sein werden und eine noch schnellere und wirtschaftlichere Warenabwicklung ermöglichen werden“, erklärte Beckmann zudem. Dafür gibt es noch viele Möglichkeiten – Studien zeigten, dass die Prozesse an 80 Prozent aller Logistikstandorten immer noch manuell abliefen.

Von

rtr

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