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16.03.2016

19:48 Uhr

Bacardi gegen Kuba

Spirituosenhersteller will Havana Club in den USA verbieten

Bacardi saß ursprünglich auf Kuba und beansprucht die Marke Havana Club für sich. Die Regierung in Havanna akzeptiert das nicht. Wegen der Wiederannäherung zwischen den USA und Kuba ist der Streit nun wieder aufgefalmmt.

Wem gehört die Rum-Marke – Kuba oder den USA? dpa

Havana Club

Wem gehört die Rum-Marke – Kuba oder den USA?

MiamiDer US-Spirituosenhersteller Bacardi klagt gegen die Entscheidung der Regierung in Washington, dass mit einem Fall der Wirtschaftssanktionen gegen Kuba der auf der Karibikinsel hergestellte Rum Havana Club auch in den USA verkauft werden darf.

„Es tut uns wirklich leid, Zeit und Ressourcen der amerikanischen Justizbehörden zu beanspruchen“, erklärte Bacardi am Dienstag. Es sei aber „notwendig“, dass diejenigen zu ihrem Recht kämen, die Opfer der Revolution unter Fidel Castro von 1959 gewesen seien.

Bacardi hat sich den Namen Havana Club für die USA gesichert und verkauft unter diesem Namen einen Rum, der in Puerto Rico hergestellt wird. Der in Kuba gebrannte Havana Club wird vom französischen Unternehmen Pernod Ricard vertrieben.

Honig und Havannas: Überschaubarer deutsch-kubanischer Handel

Ausgangslage

Im Handel zwischen Kuba und Deutschland ist noch viel Luft nach oben.

2014 exportierten...

... die Kubaner Waren für nur 32,6 Millionen Euro in die Bundesrepublik.

Die Top-Produkte...

... von der Karibikinsel sind Honig, Havannas (Tabak), Rum und Säfte.

Der Export...

... deutscher Firmen (vor allem Maschinen und Weizen) belief sich auf 191,3 Millionen Euro, das war Platz 101 im Ranking der wichtigsten Ausfuhrländer.

Nur 50 deutsche Firmen...

... sind in Kuba sind nach Angaben der Bundesregierung derzeit vertreten. Seit 1998 gibt es ein Investitionsschutzabkommen.

Verbessert...

... hat sich der Grad der Korruption in Kuba. Im Korruptionsindex von Transparency International rangiert Kuba auf Rang 63 von 175 Ländern (2014). 2010 lang das Land auf Platz 69.

Bacardi saß ursprünglich auf Kuba und beansprucht die Marke Havana Club für sich. Die Regierung in Havanna akzeptiert das nicht. Wegen der historischen Wiederannäherung zwischen den USA und Kuba hatte Washington im Januar aber beschlossen, dass Kuba seinen Havana Club nach einem Ende der Wirtschaftssanktionen auch in den USA verkaufen darf.

US-Präsident Barack Obama besucht ab Sonntag Kuba; über das Ende des Embargos muss der US-Kongress entscheiden.

Von

afp

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