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25.02.2013

14:50 Uhr

Backwarenhersteller übernommen

„Lieken Urkorn“ und „Golden Toast“ werden tschechisch

Der Barilla-Konzern, bekannt für seine Nudeln und Pastasoßen, hat den letzten seiner Teile der ehemaligen Kamps AG verkauft, den Backwarenhersteller Lieken. Käufer ist ein tschechischer Nahrungsmittelkonzern.

Verschiedene Brotsorten: Lieken wird von Barilla nach Tschechien verkauft. picture-alliance/ dpa

Verschiedene Brotsorten: Lieken wird von Barilla nach Tschechien verkauft.

MailandDer Backwarenhersteller Lieken gehört künftig dem tschechischen Nahrungsmittel- und Agrarhandelskonzern Agrofert. Der für seine Nudeln und Pastasoßen bekannte italienische Barilla-Konzern hat mit Lieken den letzten Teil der ehemaligen Kamps AG verkauft, bei der er vor zehn Jahren für 1,8 Milliarden Euro eingestiegen war. Zum Verkaufspreis sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte der weltgrößte Nudelhersteller am Montag mit. Die Italiener hatten den größten Teil des Firmenwertes von Kamps und Lieken längst abgeschrieben.

Lieken ist für seine Marken „Lieken Urkorn“ (Vollkornbrot) und „Golden Toast“ bekannt, beliefert aber vor allem Supermärkte und andere Einzelhändler unter deren Eigenmarken mit Brötchen, Brot und Kuchen. Dieses Geschäft gilt als margenschwach.

Die EU-Kommission muss dem Verkauf noch zustimmen. Agrofert, 1993 eigentlich als Düngemittel- und Chemikalienhändler für die Landwirtschaft gestartet, ist seit 2005 nach mehreren Zukäufen auch im Backgeschäft aktiv und hat sich zum nach eigenen Angaben führenden Hersteller von Brot und Backwaren in Tschechien und der Slowakei entwickelt. In Ungarn stellt Agrofert Toastbrot her. In Deutschland ist das Unternehmen vor allem als Getreide-Händler und Düngemittelhersteller tätig. Zum Konzern gehört die ehemals zu SKW Trostberg (heute Evonik ) gehörende SKW Stickstoffwerke Piesteritz.

Mit 1.000 Mitarbeitern erwirtschaftet Agrofert hierzulande bisher schon mehr als eine Milliarde Euro Umsatz, nun kommen 4.700 Lieken-Mitarbeiter hinzu, die 2012 einen Umsatz von 780 Millionen Euro erwirtschafteten. "Deutschland ist einer der Schlüsselmärkte für Agrofert, und der weitere Ausbau des Brot- und Backwarengeschäfts steht im Mittelpunkt" im Lebensmittel-Bereich, sagte Agrofert-Chef Andrej Babis.

Das Traditionsunternehmen Barilla hatte Mitte 2012 die Investmentbanken Rothschild und Rabobank mit dem Verkauf von Lieken beauftragt. Das Unternehmen wollte damit Geld für den Ausbau des Kerngeschäfts freisetzen. Bereits 2010 hatte Barilla die Bäckereikette Kamps an den Frankfurter Finanzinvestor ECM Equity Capital (German Equity Partners) verkauft, dem auch die Steakhaus-Kette Maredo gehört. Er versucht die Verkaufsstellen seither als edle „Erlebnisbäckereien“ zu positionieren. Lieken beliefert die Kamps-Bäckereien nicht mehr. Dem Firmengründer Heiner Kamps gehören inzwischen zusammen mit dem Molkereiunternehmer Theo Müller die Schnellrestaurant-Kette Nordsee und mehrere Feinkosthersteller.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

25.02.2013, 15:10 Uhr

"Agrofert, 1993 eigentlich als Düngemittel- und Chemikalienhändler für die Landwirtschaft gestartet,"
Da wird sich die Zutatenliste von den Broten wohl ändern!

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