Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.12.2015

11:33 Uhr

Bahn greift Edeka-Spot auf

„Lieber Opa. Wir schaffen es nicht pünktlich. Wir reisen mit der Bahn“

VonAlexander Becker
Quelle:Meedia.de

Mit einem Weihnachtsspot hat Edeka einen Überraschungserfolg gelandet. Jetzt springt die Deutsche Bahn auf die #Heimkommen-Kampagne auf – und setzt den traurigen Opa in einen Speisewagen. Im Web hagelt es Kritik.

HamburgDie Bahn-Werber haben es auch nicht leicht. Da haben sie mal eine lustige Idee und kapern kreativ die Erfolgswerbung von Edeka mit dem traurigen Opa, über die ganz Deutschland gerade spricht, und dann hagelt es im Social-Web kübelweise Kritik. Nicht für die Kreation, sondern für alle möglichen Verfehlungen der Bahn.

Die Idee ist wirklich ganz charmant. In dem Edeka-Spot ist ein Großvater zu sehen, der an Weihnachten vergeblich auf seine Kinder wartet und dann zu einer List greift, um seine Lieben doch noch zu sehen.

Diese Grundsetting greift die Bahn auf und textet: „Lieber Opa, warte nicht bis sie zu Dir kommen“. Dazu ist eine Photoshop-Montage mit dem traurigen Großvater zu sehen, wie er im Bordrestaurant eines Zuges sitzt. Abgerundet wird das Posting mit dem Hinweis: „Sehnsucht nach der Familie? #heimkommen gibt’s bei uns schon ab 19 Euro.“

In den sozialen Netzwerken ist das Bild ein schöner Achtungserfolg für die Bahn. Bei Twitter verzeichnete das Posting bereits über 200 Retweets und über 620 Likes. Bei Facebook erreichte das Posting bereits über 10.000 Likes und über 900 Shares.

Die Kommentare unter dem Bild sind jedoch alles andere als begeistert. Sie drehen sich überwiegend um verspätete Züge, zu teure Karten, kaputte Fahrstühle oder die Preise im Bordrestaurant. So heißt es unter anderem: „Wohl dem, der sich ein Essen im Bordrestaurant leisten kann“, „Sehnsucht nach Kontakt? Fahr doch Freitags RegionalExpress 3 nach Stralsund, mehr Nähe geht nicht! #60MinutenStehen“ oder auch: „Lieber Opa. Wir schaffen es leider nicht pünktlich. Wir reisen mit der Bahn“.

„#Heimkommen“-Spot: Edeka und der vorgetäuschte Tod

„#Heimkommen“-Spot

Edeka und der vorgetäuschte Tod

Nach dem fröhlichen „Supergeil“-Tanz polarisiert Edeka nun mit einem Weihnachtsspot: Ein einsamer Mann täuscht seinen Tod vor, damit ihn seine Kinder besuchen. Werber feiern den Spot als „Emotionsbenchmark“.

Am Anfang der Twitter-Diskussion hatte sich das Social-Media-Team der Bahn noch Mühe gegeben, lustig auf die Kritik zu reagieren. Später antwortete sie einfach gar nicht mehr.

Unter dem Facebook-Posting der Bahn-Werbung geht es genauso weiter. Dort kippt die Debatte zudem recht schnell in ein iPhone-Streitgespräch. Genervt fragt irgendwann ein Nutzer: „Wie hat sich das denn bitte in eine Apple-Hate-Diskussion verwandelt? Leute, chillt einfach mal eure Basis.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×