Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.03.2013

16:52 Uhr

Bahn-Nahverkehrs-Vorstand

Frank Sennhenn übernimmt Netz-Sparte

Im letzten Jahr war die Netz-Sparte der größte Gewinnbringer für die Deutsche Bahn. Nun bekommt der Bereich erst einmal einen neuen Chef. Der Vorstand für den Nahverkehr, Frank Sennhenn, wird Oliver Kraft dort ablösen.

Die Rückfahrlichter einer Lok der Deutschen Bahn. dpa

Die Rückfahrlichter einer Lok der Deutschen Bahn.

BerlinDer Chef des Bahn-Regionalverkehrs, Frank Sennhenn, ist künftig für das 34.000-Kilometer Schienennetz des Staatskonzerns verantwortlich. Er löst Oliver Kraft ab, der Ende April den Posten aufgibt, wie die Deutsche Bahn am Dienstag mitteilte. Kraft gehe in "gegenseitigem Einvernehmen", hieß es. In konzernnahen Kreisen hieß es, es habe Unzufriedenheit mit seiner Personalführung gegeben.

Die Netz-Sparte ist das strategische Kernstück des Konzerns. Nach Reuters vorliegenden Vorstandsunterlagen war sie 2012 erstmals mit fast 900 Millionen Euro Betriebsgewinn der wichtigste Gewinnlieferant des Konzerns.

So viel kosten die Tickets bei der Bahn

Letzter Preisanstieg im Dezember

Seit dem 9. Dezember 2012 ist Zugfahren teurer - im Durchschnitt stiegen die Preise um 2,8 Prozent. Je nach Strecke fiel die Erhöhung unterschiedlich stark aus.

ICE Preisbeispiel I

Beispiele für die einfache Fahrt im Fernverkehr mit ICE, ohne Ermäßigungen, zweite Klasse:

Frankfurt/Main-Mannheim: bisher 27 Euro, jetzt 28 Euro (+ 3,7 Prozent)

ICE Preisbeispiel II

Stuttgart-München: bisher 54 Euro, jetzt 55 Euro (+ 1,9 Prozent)

ICE Preisbeispiel III

Hamburg-München oder Berlin-Freiburg: bisher 135 Euro, jetzt 139 Euro (+ 3,0 Prozent)

Regionalverkehr Preisbeispiel I

Beispiele für die einfache Fahrt im Regionalverkehr:

Schweinfurt-Haßfurt (24 Kilometer): bisher 5,50 Euro, jetzt 5,70 Euro (+ 3,6 Prozent)

Regionalverkehr Preisbeispiel II

Heilbronn-Stuttgart (53 Kilometer): bisher 11,10 Euro, jetzt 11,40 Euro (+ 2,7 Prozent)

Regionalverkehr Preisbeispiel III

Stuttgart-Ulm (94 Kilometer): bisher 18,10 Euro, jetzt 18,60 Euro (+ 2,8 Prozent)

Regionalverkehr Preisbeispiel IV

Hildesheim-Magdeburg (127 Kilometer): bisher 23,30 Euro, jetzt 24,00 Euro (+ 3,0 Prozent)

Die EU-Kommission dringt seit langem auf eine stärkere Trennung des Netzes vom übrigen Konzern, um eine Diskriminierung von Konkurrenten etwa über Trassenzuteilungen und Nutzungsgebühren auszuschließen. Die Bahn kämpft gemeinsam mit Verkehrsminister Peter Ramsauer vehement dagegen an.

Die Bahn in Zahlen

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2012 einen Umsatz von 19,5 Milliarden Euro (18,9 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum). Insgesamt kam die Bahn 2011 auf einen Umsatz von 37,90 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 34,41 Milliarden Euro.

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) beträgt 1,3 Milliarden Euro (1,1 Milliarden Euro).

Halbjahresergebnis

Halbjahresergebnis: 794 Millionen Euro (648 Millionen Euro).

Mitarbeiter zum Jahresende

Genau 284.319 hatte der Staatskonzern zum Jahresende 2011. Das waren gut 8000 mehr als ein Jahr zuvor. Mitarbeiter zum 30. Juni: 286 215 (30. Juni 2011: 284 319).
.

Fahrgäste Bahnverkehr pro Tag

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr: mehr als 1,0 Milliarde (973 Millionen). 2011 fuhren täglich rund 5,43 Millionen Menschen mit der Deutschen Bahn. 2010 waren es noch rund 5,34 Millionen.

Personenverkehr

Die Züge der Bahn legten im vergangenen Jahr 79,2 Milliarden Personenkilometer zurück. Ein wenig mehr als ein Jahr zuvor (78,6 Milliarden Personenkilometer).

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Beförderte Güter im Schienenverkehr: 202,3 Millionen Tonnen (207,8 Millionen Tonnen).

Schienennetz

Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist weiter geschrumpft. 2011 waren es nur noch 33.576 Kilometer. Ein Jahr zuvor gab es noch 33.723 Kilometer Schiene.

Kraft führte das Netz seit 2010. Er war auch der wichtigste Mitarbeiter von Bahn-Infrastruktur-Vorstand Volker Kefer, der wiederum für das umstrittene Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 zuständig ist. Nachfolger von Sennhenn an der Spitze des Regionalverkehrs soll der bisherige Finanzchef der Sparte, Manfred Rudhart, werden.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×