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15.10.2014

11:48 Uhr

Bahn-Streik der GDL

Wie eine Berufsgruppe die Deutschen ärgert

Heute streiken die Lokführer zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Tagen. Die Bahnfahrer sind sauer und schimpfen über „Maßlosigkeit“. Die Lokführer halten dagegen. Und manch einer nimmt es sogar mit Humor.

Lokführer-Streik beeinträchtigt Bahnverkehr

GDL: Die Bahn ist schuld

Lokführer-Streik beeinträchtigt Bahnverkehr: GDL: Die Bahn ist schuld

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Wieder müssen Bahnkunden umdisponieren: Wie angekündigt lassen die Lokführer ab Mittwochnachmittag Fern- und Regionalzüge stehen, die Pendler merken bereits die Auswirkungen. Noch bis Donnerstagmorgen werden die Störungen spürbar sein.

Es ist der zweite Streik innerhalb von acht Tagen. Nicht nur die Bahn hat die Vorgehensweise der Lokführergewerkschaft GDL deswegen scharf kritisiert. Auch viele Pendler, die von den Zugausfällen betroffen sind, sind sauer. In den sozialen Netzwerken machen sie ihrem Ärger Luft: Macht zu haben sei eine Sache, sie „intelligent einzusetzen“ allerdings eine andere, schreibt zum Beispiel ein Nutzer bei Twitter.

@RuedigerJung spekuliert, dass es bei dem Streik „nur um die Gewerkschaft und ihre Funktionäre“, also um „Macht und Posten“ gehe. „That‘s like America!“, meint er resigniert. Ein anderer Twitter-Nutzer fragt, ob die Abkürzung GDL vielleicht für "Geht doch laufen" stehe.

@WendyAleina jedenfalls kann dem Streik langsam nichts Positives mehr abgewinnen: „Diese ständige Streikerei nervt maßlos“, schreibt sie. @JupiterJNS macht sich Sorgen, wegen des Streiks seinen Verpflichtungen nicht nachkommen zu können: „Wie sollen Tausende Eltern, die auf die Bahn angewiesen sind, heute Nachmittag ihre Kinder abholen?“

Und @trizl regt sich richtig auf: „Bin wirklich ein friedlicher Mensch. Aber Dich, Deutsche Bahn, Dich hasse ich aus tiefstem Herzen. Überteuert. Unzuverlässig und heute Streik!“ Natürlich bekommt auch Gewerkschafts-Chef Claus Weselsky sein Fett weg: Ein Twitterer beschreibt ihn als den „Mann, der Deutschland lahm legt!“

Die Lokführer halten dagegen. In den vergangenen Tagen reagierten auf der Handelsblatt-Facebook-Page zahlreiche Handelsblatt-Leser auf einen Video-Kommentar von Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock, in dem er dazu riet, dass die Streikenden lieber an ihrem Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit arbeiten sollten, statt die Arbeit niederzulegen. „Lokführer zeigt euch!“ lautete seine Forderung. „Ansonsten könnten womöglich noch weitere außer mir auf die Idee kommen, dass besser ein Computer am Fahrhebel sitzt. Der versagt nicht menschlich und auf streiken ist er nicht programmiert“, sagte er.

Die Berufsgruppe verteidigte sich daraufhin zahlreich, etwa Facebook-Nutzer und Lokführer Sebastian Mager. Seiner Meinung nach bekommen Lokführer für ihre Arbeit zu wenig Anerkennung in der Bevölkerung, die Streiks seien notwendig. „Es ist uns bewusst, dass wir leider mit den Streiks Reisende belasten, allerdings gibt es leider keine andere Möglichkeit“, schreibt er.

Twitterer @AlexanderSpoerr schlug sich ebenfalls auf die Seite der Lokführer: „Auch wenn es für einige ärgerlich ist, der Arbeitskampf ist ein freiheitliches Grundrecht. Gut so!“

Bei Twitter versuchen derweil einige Nutzer, den Streik mit Humor zu nehmen: Seit dem Morgen zwitschern sie unter dem Hashtag „Lokführerfilme“ Titel von „Klassikern“ wie „Jim Knopf und die streikende 13“ oder „Die verspätete Reise zum Mittelpunkt der Erde“. 

Von

tha

Kommentare (14)

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Account gelöscht!

15.10.2014, 11:56 Uhr

Die Bahn hat ein massives Managementproblem ... die bekommen nichts hin, und provozieren dann auch noch die wichtigste Gruppe im Konzern, die Lokführer.

Sollen Sie den Jungs eben etwas mehr geben ... die haben einen f... anstrengenden Job mit extrem viel Verantwortung. Wieviel verdient ein Lokführer im Vergleich zu einem Piloten?

Übrigens das Streikrecht ist eine der wenigen Möglichkeiten Druck auf die Arbeitgeber auszuüben. Interessant, dass die SPD sich in die Tarifautonomie einmischt und das Streikrecht auch noch einschränken will ... wer hat euch verraten? die Sozialdemokraten!

Frau Maria Tanner

15.10.2014, 12:18 Uhr

Streik mag ein legitimes Mittel sein, um Druck auf Arbeitgeber auszuüben. Man sollte es allerdings intelligent einsetzen und nicht wild durch die Gegend streiken. Für Forderungen nach mehr Geld bei gleichzeitiger Verringerung der Arbeitszeit, dafür habe ich absolut kein Verständnis. Und damit auch nicht für diesen Streik.

Herr Markus Bullowski

15.10.2014, 12:21 Uhr

Die Bahn hat eh schon zuviele Sympathien verspielt, da ist nicht mehr viel kaputtzumachen. Größtes Manko ist aber nicht ein Streik, sondern das sind die Preise. Eine Bahn, die teurer ist und meist auch noch länger braucht, als ein Fahrt mit dem PkW, kann nicht attraktiv sein. Wäre die Bahn nicht wesentlich teurer, wie eine Mitfahrgelegenheit auf gleicher Strecke, hätte sie auch deutlich mehr Kundschaft.

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