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23.02.2015

15:32 Uhr

Bahn und GDL verhandeln weiter

Die gute Nachricht: Doch kein Streik!

Aus 100 Stunden werden null: Die Lokführergewerkschaft GDL sagt ihren Streik vorerst ab. Am Donnerstag werden die Tarifverhandlungen mit der Bahn fortgesetzt. Offenbar gibt es einen grundsätzlichen Durchbruch.

Die Lokführergewerkschaft GDL und die Bahn nehmen die Gespräche wieder auf. dpa

Die Züge fahren weiter

Die Lokführergewerkschaft GDL und die Bahn nehmen die Gespräche wieder auf.

BerlinIm Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn ist ein Streik der Lokführergewerkschaft GDL nun doch vorerst abgewendet. Wie die Bahn am Montag mitteilte, sollen die unterbrochenen Tarifverhandlungen am Donnerstag fortgesetzt werden. Beide Seiten hätten in intensiven Gesprächen in den vergangenen Tagen „Ergebnisse zur künftigen Tarifvertragsstruktur erzielt“, hieß es. Die Bahn bekräftigte am Montag ihr Ziel, die Verhandlungen so zu führen, dass konkurrierende Abschlüsse für ein und dieselbe Berufsgruppe vermieden werden.

Am 11. Februar hatte die GDL die Tarifrunde für gescheitert erklärt, in der vorigen Woche beschloss sie einen Streik. Allerdings hatte sie Beginn und Dauer offen gelassen. „Ja, wir haben eine Einigung“, somit werde nicht gestreikt, bestätigte ein GDL-Sprecher in Frankfurt. Am Donnerstag werde weiter verhandelt.

Der Deutsche Beamtenbund reagierte erleichtert und zufrieden. „Jetzt kann endlich mit konstruktiven Verhandlungen über die materiellen Arbeitsbedingungen der GDL-Mitglieder begonnen werden“, sagte Beamtenbund-Chef Klaus Dauderstädt einer Mitteilung zufolge. Die GDL ist Mitglied im Beamtenbund, der zuvor eine Schlichtung vorgeschlagen hatte. Dauderstädt sagte: „Das beweist einmal mehr, dass die Sozialpartner auch in schwierigen Lagen aus eigener Kraft Lösungen finden können.“

Die Streiks der GDL

1. Warnstreik am 1. September

Drei Stunden im Personen- und Güterverkehr.

2. Warnstreik am 6. September

Drei Stunden im Personen- und Güterverkehr.

1. regulärer Streik am 7. und 8. Oktober

Neun Stunden im Personen- und Güterverkehr.

2. Streik am 15. und 16. Oktober

14 Stunden im Personen- und Güterverkehr.

3. Streik vom 17. bis 20. Oktober

50 Stunden im Personenverkehr und 61 Stunden im Güterverkehr.

4. Streik vom 6. bis 8. November

64 Stunden im Personenverkehr und 75 Stunden im Güterverkehr.

5. Streik vom 21. bis 24. April

66 Stunden im Güterverkehr, Dienstag (15 Uhr) bis Freitag (9 Uhr) und 44 Stunden im Personenverkehr, Mittwoch (2 Uhr) bis Donnerstag (21 Uhr).

6. Streik vom 4. bis 10. Mai

Bislang längster Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn AG - 127 Stunden im Personenverkehr und 138 Streikstunden im Güterverkehr

7. Streik vom 19. bis 21. Mai

Die GDL streikt zunächst, ohne einen Endpunkt zu nennen – einigt sich aber am 21. Mai mit der Bahn auf eine Schlichtung.

Zur Begründung für ihre jüngste Streikdrohung hatte die GDL der Bahn vorgeworfen, sie sei von ihrer Zusage aus dem Dezember abgerückt, dass die GDL eigenständig und unabhängig von der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) verhandeln dürfe. Über inhaltliche Forderungen der GDL nach kürzerer Arbeitszeit und fünf Prozent mehr Geld wurde noch nicht gesprochen.

Ein Streik wäre bereits der siebte Ausstand im laufenden Tarifkonflikt gewesen. Die Lokführer hatten im Herbst bereits sechs Mal gestreikt und dabei die Dauer des Ausstands stets verlängert. Der Zugverkehr wurde bundesweit stark eingeschränkt.

Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky war zuvor von seiner rund eine Woche alten Aussage abgerückt, dass der nächste Streik bei der Bahn „um die hundert Stunden lang sein“ werde. Im Fernsehsender „Phoenix“ sagte Weselsky nun, die GDL habe „die hundert Stunden nie ausgeführt“. Das Landesarbeitsgericht in Hessen habe der GDL jedoch im November bescheinigt, dass 109 Stunden Streik verhältnismäßig seien.

Weselsky zeigte sich an einem Schlichtungsverfahren nicht interessiert. Es werde keine Schlichtung geben darüber, „ob wir verhandeln dürfen und darüber, ob wir Tarifverträge für unsere Mitglieder abschließen dürfen“. Die Bahn blockiere, indem sie versuche „ein Bild zu erzeugen, dass sie uns immer wieder entgegenkommt“. Tatsächlich verhandele sie bislang aber nicht über die Inhalte des Tarifkonflikts. Die Deutsche Bahn hatte sich am Wochenende zu einer Schlichtung bereiterklärt.

Von

dpa

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