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17.06.2015

10:32 Uhr

Bahn und GDL

Was passiert, wenn die Bahn-Schlichtung misslingt?

An diesem Mittwoch endet das Schlichtungsverfahren im Tarifkonflikt zwischen der Bahn und der GDL. Was könnte herauskommen? Wird die Frist verlängert? Oder drohen sogar neue Streiks? Fragen und Antworten zum Tarifstreit.

Bahnstreik

Netz nimmt GDL-Streik mit Humor

Bahnstreik: Netz nimmt GDL-Streik mit Humor

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BerlinWas könnte am Ende des Schlichtungsverfahrens stehen?
Im besten Fall haben sich Bahn und GDL unter Mithilfe der beiden Schlichter darauf verständigt, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Dann droht erstmal kein neuer Streik. Möglich ist auch ein Schlichterspruch, über den beide Seiten noch einmal beraten. In diesem Fall sähe es eher nicht nach Einigung aus. Wahrscheinlicher scheint da eher die dritte Variante: Sollte bis Mittwoch noch keine Verständigung gelungen sein, werden die Verhandlungen um eine Woche verlängert. Die Schlichtungsvereinbarung sieht diese Möglichkeit vor.

Die Streiks der GDL

1. Warnstreik am 1. September

Drei Stunden im Personen- und Güterverkehr.

2. Warnstreik am 6. September

Drei Stunden im Personen- und Güterverkehr.

1. regulärer Streik am 7. und 8. Oktober

Neun Stunden im Personen- und Güterverkehr.

2. Streik am 15. und 16. Oktober

14 Stunden im Personen- und Güterverkehr.

3. Streik vom 17. bis 20. Oktober

50 Stunden im Personenverkehr und 61 Stunden im Güterverkehr.

4. Streik vom 6. bis 8. November

64 Stunden im Personenverkehr und 75 Stunden im Güterverkehr.

5. Streik vom 21. bis 24. April

66 Stunden im Güterverkehr, Dienstag (15 Uhr) bis Freitag (9 Uhr) und 44 Stunden im Personenverkehr, Mittwoch (2 Uhr) bis Donnerstag (21 Uhr).

6. Streik vom 4. bis 10. Mai

Bislang längster Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn AG - 127 Stunden im Personenverkehr und 138 Streikstunden im Güterverkehr

7. Streik vom 19. bis 21. Mai

Die GDL streikt zunächst, ohne einen Endpunkt zu nennen – einigt sich aber am 21. Mai mit der Bahn auf eine Schlichtung.

Was passiert, wenn eine Einigung misslingt?
Dann stehen die Zeichen spätestens nach Ende der vierten Schlichtungswoche, am 24. Juni, wohl wieder auf Streik.

Wer schlichtet?
Insgesamt sitzen acht Personen am Verhandlungstisch. Die Bahn hat den früheren brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) als Schlichter benannt, die GDL den Thüringer Regierungschef Bodo Ramelow (Linke). Auf Seiten der Bahn und der GDL sitzen jeweils drei Vertreter in der Schlichtungskommission.

Knackpunkte in den Verhandlungen zwischen Bahn und GDL

Darum geht's

Der im Juli 2014 begonnene Tarifkonflikt zwischen der Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL scheint unendlich. Eine Vielzahl von Knackpunkten hat bislang eine Einigung verhindert.

Berufsgruppen

Die GDL will nicht mehr allein für die Lokführer verhandeln, sondern auch für das übrige Zugpersonal in ihrer Mitgliedschaft. Bis die Bahn diesen Anspruch im November 2014 anerkennt, vergehen zwei Warnstreiks und vier reguläre Streikrunden.

Konkurrierende Verträge...

... mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG sind nun möglich, doch die DB will unter allen Umständen verhindern, dass sie unterschiedliche Regelungen zur Arbeitszeit oder anderen Details enthalten. In den Verhandlungen muss die Bahn also versuchen, beide Gewerkschaften auf das gleiche Ergebnis festzulegen. Das birgt für die EVG in ihren parallelen Verhandlungen mit der Bahn die Möglichkeit, die nicht erwünschten GDL-Abschlüsse zu torpedieren.

Lokrangierführer...

... sollen nach dem Willen der GDL wie ihre Kollegen auf der Strecke bezahlt werden. Die Bahn will hingegen die bislang mit der EVG vereinbarte niedrigere Einstufung auch für GDL-Mitglieder beibehalten.

Tarifeinheit

Das Gesetzesvorhaben der Bundesregierung setzt die GDL zusätzlich unter Druck. Wenn vom Sommer an nur noch eine Gewerkschaft in einem Betrieb einen Tarifabschluss verhandeln kann, gilt es für die Lokführer, vorher noch einen Abschluss zu erzielen und einen möglichst großen Teilbetrieb des Bahn-Konzerns zu organisieren. Der GDL schwebt eine gewerkschaftliche Trennung in Fahrbetrieb (GDL) und Infrastrukturbetrieb (EVG) vor.

Entgelt

Über Löhne und Gehälter ist mit Ausnahme von Abschlagszahlungen zu Jahresbeginn noch gar nicht gesprochen worden. Auch hier ist die Lage wegen der Gewerkschaftskonkurrenz komplex, weil EVG und GDL unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Die Lokführer wollen eine Arbeitszeitverkürzung von derzeit noch einer Stunde, während die EVG vor allem die unteren Gehaltsgruppen stärker anheben will. Diese soziale Komponente fehlt bei den Lokführern.

Was ist Gegenstand der Schlichtung?
Als Kernproblem des seit einem Jahr andauernden Tarifkonflikts gilt die Forderung der GDL, für jede der bei ihr organisierten Berufsgruppen einen eigenständigen Tarifvertrag abschließen zu dürfen. Die Bahn hat der GDL das zwar zugestanden, peilt aber Regelungen an, die widerspruchsfrei zu anderen Tarifverträgen sind, die mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) abgeschlossen wurden. Die Bahn strebt für ein und dieselbe Tätigkeit die gleiche Bezahlung und die gleiche Arbeitszeiten an.

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