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16.10.2014

06:28 Uhr

Bahn und Germanwings

Und der nächste Streik folgt sogleich

Seit dem Morgen arbeiten die Lokführer wieder. Der Verkehr läuft bereits fast wieder normal, Verspätungen gibt es laut der Deutschen Bahn nur noch vereinzelt. Doch schon am Mittag bekommen Reisende neue Probleme.

100 Flüge gestrichen

Piloten bei Germanwings streiken

100 Flüge gestrichen: Piloten bei Germanwings streiken

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BerlinNach dem Ende des 14-stündigen Lokführerstreiks bei der Deutschen Bahn um vier Uhr hat sich der Zugverkehr nach Angaben des Unternehmens weitgehend stabilisiert. Es sei alles dafür getan worden, um die Züge an den Startbahnhöfen bereitzustellen, teilte die Bahn am frühen Donnerstagmorgen mit. Fahrgäste müssten lediglich vereinzelt mit Verspätungen und Ausfällen rechnen. Lokführer hätten teilweise erst noch zu ihren Einsatzorten gebracht werden müssen.

Der Ersatzfahrplan im Fernverkehr habe sich dabei ausgezahlt, ebenso wie die ausgedünnten Zugverkehre im Regionalverkehr, erklärte die Bahn. Während des Streiks sei so sichergestellt worden, dass trotz massiver Einschränkungen weiterhin etwa ein Drittel der IC-, EC- und ICE-Züge gefahren seien.

Die Lokführergewerkschaft GDL hatte am Mittwoch einen 14-stündigen Ausstand begonnen - ihren längsten Streik im diesjährigen Tarifkonflikt. Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Lohn sowie die Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 37 von 39 Stunden.

Kern des Konflikts ist aber, dass sie dies nicht mehr allein für die 20.000 Lokführer fordert, sondern auch für rund 17.000 Zugbegleiter und Rangierführer. Diese will jedoch die größere EVG weiter vertreten. Die Bahn lehnt konkurrierende Abschlüsse für die gleiche Berufsgruppe ab.

Auf Reisende und Pendler kommt direkt eine neue Geduldsprobe zu. Die Piloten bei Germanwings lassen von Donnerstagmittag an die Arbeit ruhen. Bei der Lufthansa-Tochter werden 100 von 500 Flügen gestrichen. Politiker rufen die zerstrittenen Tarifparteien zu einer schnellen Rückkehr an den Verhandlungstisch auf.

Die Streiks bei der Lufthansa 2014

2.-4. April 2014

Mit einem dreitägigen Streik legen Piloten die gesamte Lufthansa praktisch lahm. 3800 Flüge fallen aus, etwa 425.000 Fluggäste sind betroffen.

29. August

Die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) bestreikt die Lufthansa-Tochter Germanwings. 116 Flüge fallen aus. Laut Schätzungen der Airline sind rund 15.000 Passagiere betroffen.

5. September

VC bestreikt Kurz- und Mittelstreckenflüge der Lufthansa, die in Frankfurt starten. 218 Verbindungen fallen aus.

10. September

VC streikt am Drehkreuz München. 140 Flüge fallen aus.

16. September

Den in Frankfurt geplanten Langstrecken-Streik sagt die VC am Vorabend mit der Begründung ab, dass neue Gespräche angepeilt würden. Die Lufthansa hatte zuvor angekündigt, alle 40 bedrohten Überseeflüge auch ohne VC-Piloten anzubieten.

25. September

VC erklärt die erneuten Verhandlungen mit der Lufthansa für gescheitert und kündigt weitere Streiks an.

30. September

Im Zuge eines erneuten Streiks am Drehkreuz Frankfurt streicht die Lufthansa knapp 50 Flüge - inklusive Rückflüge. Rund 20.000 Kunden sind den Angaben zufolge betroffen.

16. Oktober

Germanwings-Piloten legen ihre Arbeit nieder. 100 Flüge werden gestrichen.

Der Ausstand bei Germanwings soll zwölf Stunden dauern. In dem Tarifkonflikt mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) geht es um die Übergangsrente und Vorruhestands-Konditionen für Flugkapitäne. Germanwings fliegt in Deutschland die meisten Flughäfen außer Frankfurt und München an. Die Gesellschaft veröffentlichte einen Ersatzflugplan im Internet.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) rief die Tarifparteien zu einer schnellen Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Zur Tarifautonomie gehöre auch das Mittel des Streiks, sagte Dobrindt in Berlin. Damit sei aber besonders verantwortungsvoll umzugehen, um die Zahl der betroffenen Dritten gering zu halten.

Wer am Donnerstag mit Germanwings fliegen will, kann sich über die Webseite der Airline informieren. Germanwings hat auch eine Hotline geschaltet: 0180/6320320

Kommentare (2)

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Herr Wolfgang Sauer

16.10.2014, 09:19 Uhr

Allgemein erweckt die Berichterstattung den Eindruck, dass die Zukunft des Landes durch ein paar Streiks gefährdet ist.
Im wirtschaftlichen Aufschwung darf nicht gestreikt werden, um den Aufschwung nicht abzuwürgen, im Abschwung, um diesen nicht zu verstärken.
Während sich die einzelnen Arbeitnehmer zu immer schlechteren Arbeitsbedingungen konkurrieren, schaut die Politik tatenlos zu und preist parasitäre Beschäftigungsverhältnisse wie Leiharbeit gar noch als innovativ. Wenn aber die Konkurrenz unter den Gewerkschaften endlich einmal zu besseren Arbeitsbedingungen führt, dann ist Konkurrenz plötzlich etwas ganz schlimmes und die Politik sieht sich zum Handeln aufgerufen.
Natürlich sind diese Streiks lästig. Aber ich kann jeden verstehen, der sich einer schlagkräftigen Spartengewerkschaft anschließt, die einen ganzen Betrieb lahmlegen und dadurch ernsthafte Verhandlungen erzwingen kann.
Nicht verstehen kann ich allerdings die Reaktion der meisten Bürger, die stetig sich verschlechternde Arbeitsbedingungen akzeptieren aber sich in ihrer Freiheit gefährdet sehen, wenn ihresgleichen den Aufstand wagt.

Herr Teito Klein

16.10.2014, 10:04 Uhr

Nach den Lokführern streiken jetzt die Piloten
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Beide "Zwergengewerkschaften" nehmen ihre "Kunden" in Geiselhaft.
Es wird zeit, dass diese Spartengewerkschaften verboten werden. Es kann nicht sein, dass ein paar "Anlernlinge" (Lokführer) Deutschland lahmlegen. Denn woraus besteht denn ihre "Arbeit"? Sie müssen nur alle paar Minuten auf die "Hallo wach Taste" drücken, alles Andere erledigt die Elektronik.
Das Gleiche gilt auch für die Piloten der "Lusthansa".
Sie werden nur beim Start und der Landung gefordert, alles Andere erledigt der Autopilot.

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