Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.01.2008

07:38 Uhr

Bahn vs. GDL

Tarifkonflikt droht erneut zu eskalieren

Gespräche zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und der Deutschen Bahn haben keine Einigung gebracht. Nach mehrstündigen Verhandlungen erklärte GDL-Chef Manfred Schell das Angebot des Konzerns für unzureichend. Er schließt sogar ein Scheitern der Gespräche nicht aus. Die Bahn sieht die Lage völlig anders.

Manfred Schell. Foto: dpa dpa

Manfred Schell. Foto: dpa

HB FRANKFURT/BERLIN. An diesem Sonntag sollen die Spitzengremien der GDL in Frankfurt über das weitere Vorgehen entscheiden. Die Gewerkschaft hatte in den vergangenen Tagen noch von einem bevorstehenden Durchbruch gesprochen. Eine Drohung mit neuen bundesweiten Streiks hatte sie ausgesetzt.

Die Bahn hält eine Einigung indes weiterhin für erreichbar. In den Verhandlungen habe es Annäherungen gegeben, sagte ein Sprecher am Abend. Der Konzern hat demnach zuletzt individuelle Einkommens- Verbesserungen von sieben bis 15 Prozent angeboten, was im Schnitt elf Prozent ausmache. „Auf dieser Basis können wir uns weiterhin eine Einigung vorstellen.“ Auch in der Frage eines eigenständigen Tarifvertrags sei Einigung erzielt und damit eine Hauptforderung der GDL erfüllt worden. Ein neuer Verhandlungstermin sei aber zunächst nicht vereinbart worden.

GDL-Chef Schell sagte dagegen, es habe weder beim Entgelt noch bei der Arbeitszeit eine Annäherung gegeben. Der Konzern lehne es nach wie vor ab, die Wochenarbeitszeit von 41 auf 40 Stunden zu verringern. Die GDL hatte zuletzt Einkommenszuwächse von mindestens zehn Prozent gefordert.

Die beiden Tarifparteien hatten ihre Verhandlungen erst kurz vor Weihnachten auf Druck der Bundesregierung wieder aufgenommen, um eine Lösung in dem seit Monaten schwelenden Konflikt zu suchen. Am vergangenen Samstag hatte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) bekanntgegeben, dass die GDL nicht wie zunächst angedroht erneut flächendeckende Streiks im Zugverkehr aufnimmt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×