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21.06.2012

17:00 Uhr

Bauboom bei Warenhallen

Deutschland lagert ein

VonChristoph Schlautmann

Der Onlinehandel floriert und Anleger flüchten vor der Euro-Krise in deutsche Immobilien. Das befeuert einen Bauboom für Deutschlands Lagerflächen - eine Marktsättigung scheint weit entfernt.

Lagerhaus des Onlineversandhändlers Amazon: prall gefüllt. dpa

Lagerhaus des Onlineversandhändlers Amazon: prall gefüllt.

DüsseldorfSie liegen meist an Autobahnausfahrten, sind flach, klotzig und seit kurzem die Lieblinge internationaler Investoren: schmucklose Lagerhallen und Warenverteilzentren, die in der Wirtschaftskrise 2008/09 die Eigentümer noch mit kostspieligen Leerständen belasteten.

Mittlerweile sind Deutschlands Gewerbegebiete aber wieder gefragt wie nie. Unglaubliche zwei Millionen Quadratmeter Lagerfläche kamen bundesweit im vergangenen Jahr hinzu - ein Zuwachs in der Größe von Monaco. 1,4 Millionen davon ließen professionelle Immobilienentwickler errichten, die dazu bei ihren Investoren 1,2 Milliarden Euro einsammelten.

Gegenüber dem Handelsblatt spricht Kristof Verstraeten, Europa-Direktor von Deutschlands Logistikimmobilien-Marktführer Goodman, schon von einem „neuen Rekord“. Innerhalb von nur einem Jahr erhielt das börsennotierte Unternehmen deutschlandweit Neuaufträge für insgesamt 680.000 Quadratmeter, seit Anfang 2010 verdoppelte sich der Bestand auf eine Milliarde Euro.

Beim Hamburger Wettbewerber Garbe brummt das Geschäft nicht minder. 350.000 Quadratmeter neue Fläche erstellte und vermietete die Immobilienfirma 2011 - annähernd doppelt so viel wie in den beiden Vorjahren zusammen. Das Wort „Leerstand“ hat der Entwickler schlüsselfertiger Logistikimmobilien inzwischen aus seinem Vokabular gestrichen. „Wir haben eine Vermietungsquote von 98 Prozent“, schwärmt Vertriebsvorstand Jan Dietrich Hempel.

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Dabei ist es allen voran der stürmische Onlinehandel, der das Geschäft mit den Warenverteilzentren treibt. Aus ihnen verschickten Deutschlands Internetkaufhäuser vergangenes Jahr Waren für 21,7 Milliarden Euro - und damit, wie der Bundesverband des Deutschen Versandhandels errechnete, 18,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

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