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31.08.2015

16:28 Uhr

Bauern-Proteste

Milchbauern hoffen auf Lidl und Aldi

VonFlorian Kolf

Der Milchpreis kennt seit Wochen nur eine Richtung: Nach unten. Die Bauern protestieren lautstark und fordern ein Eingreifen der Politik. Doch den wahren Schuldigen für ihre Misere sehen sie im Handel.

Der Preisverfall trifft die Bauern – die jetzt protestieren. ap

Milch ist günstig

Der Preisverfall trifft die Bauern – die jetzt protestieren.

DüsseldorfMartin Dahlmann hat das Desaster kommen sehen. Schon seit November vergangenen Jahres hat der Landwirt aus Wuppertal seinen Betrieb auf das Ende der Milchquote vorbereitet. So zieht er beispielsweise die Milchkühe nicht mehr selber groß, sondern kauft sie auf Auktionen. Damit kann er seine Stallkapazitäten effizienter nutzen. Auch hat Dahlmann die Direktvermarktung seiner Milch forciert.

Molkerei Berchtesgadener Land: Die Retter der Almen

Molkerei Berchtesgadener Land

Die Retter der Almen

Mit den großen Milchkonzernen können und wollen die Milchwerke Berchtesgadener Land nicht konkurrieren. Sie versuchen stattdessen Hightech, traditionelle Herstellung und den Erhalt der Almen unter einen Hut zu bringen.

Doch trotzdem trifft auch ihn der aktuelle Preisverfall hart. Mindestens 35 Cent pro Liter braucht er, um seinen Betrieb mit 50 und demnächst 70 Kühen auf Dauer nachhaltig zu führen, besser 40 Cent. Doch im August lag der Garantiepreis, den er von der Molkerei bekommen hat, bei nur noch 28,25 Cent plus Mehrwertsteuer. „Das zu kompensieren wird zunehmend schwieriger“, klagt Dahlmann. Jeden Monat fehlten mehrere tausend Euro Umsatz in der Kasse.

Das große Problem für viele Bauern ist, dass die Liquidität ihrer Höfe gering ist. Da hat auch das gute Jahr 2014 nur wenig Entlastung gebracht. „Wir brauchen eine Hochpreisphase von zwei bis drei Jahren, um den Investitionsstau abzubauen“, so Dahlmann. Der Preisverfall im Markt kommt da zur Unzeit. „Kollegen, die gerade investiert haben, können das nicht so ohne weiteres wegstecken.“

Die größten Discounter der Welt 2014

Nummer eins

Aldi ist die Nummer eins im Ranking von Planet Retail (Juni 2014) im weltweiten Discounter-Markt. 2013 machte das deutsche Unternehmen einen Brutto-Außenumsatz von 61,1 Milliarden Euro.

Nummer zwei

Der Discounter Lidl, der zur Schwarz Gruppe gehört, belegt im Ranking der weltgrößten Discounter den zweiten Platz. 2013 betrug der Brutto-Außenumsatz der Supermarktkette 59 Milliarden Euro.

Nummer drei

Mit großem Abstand folgt der drittgrößter Discounter der Welt: Netto. Die Kette gehört zur Edeka-Gruppe und erwirtschaftete 2013 14,2 Milliarden Euro Umsatz.

Nummer vier

Erst an vierter Stelle ist ein nicht-deutsches Unternehmen zu finden. Die US-Kette Dollar General verkaufte 2013 Waren im Wert von 13,9 Milliarden Euro.

Nummer fünf

Auf dem fünften Platz findet sich wieder ein deutsches Unternehmen: Der Discounter Penny, der zur Rewe-Gruppe gehört. 2013 betrug der Umsatz des Discounters laut Ranking von Planet Retail 12,1 Milliarden Euro.

Nummer sechs

Die sechstgrößte Discountkette der Welt stammt aus Spanien. Das Unternehmen mit dem Namen Dia (zu Deutsch „Tag“) setzte 2013 11,4 Milliarden Euro um.

Nummer sieben

Auch der siebtgrößte Discounter der Welt heißt Biedronka, ist in Polen aktiv, gehört aber der portugiesischen Gruppe JMR Jerónimo Martins Retails. 2013 setzte die Kette 8,3 Milliarden Euro um. Zum Vergleich: Aldi erwirtschaftete im gleichen Zeitraum mehr als den siebenfachen Betrag.

Nummer acht

Auf einen ähnlichen Umsatz wie Biedronka kam 2013 der US-Discounter Family Dollar. Die Kette verkaufte Waren im Wert von 8,2 Milliarden Dollar und belegt damit weltweit den achten Platz unter den größten Discountern.

Nummer neun

Auch aus Skandinavien kommt ein Discounter, der es unter die Top Ten der weltgrößten geschafft hat: Rema 1000 gehört zum Konzern Reitangruppen. 2013 setzte das Unternehmen 6,8 Milliarden Euro um.

Nummer zehn

Dollar Tree belegt den zehnten Platz unter den weltgrößten Discountern. Das US-Unternehmen erwirtschaftete 2013 6,2 Milliarden Euro.

Für viele der rund 80.000 Milchbauern in Deutschland geht es um die Existenz. Nach Einschätzung des bayrischen Bauernverbands werden allein in diesem Jahr mehrere tausend Betriebe aufgeben müssen. Deswegen schlagen die Landwirte jetzt Alarm. Mit Protestfahrten machen sie auf ihre Situation aufmerksam und fordern die Politik zum Handeln auf.

Am Dienstag versammeln sich Bauern aus ganz Deutschland zu einer Kundgebung in München, um sich Gehör zu verschaffen.

Kommentare (7)

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Herr Frank Frei

31.08.2015, 16:46 Uhr

Die Bauern sollten gegen Merkel protestieren, denn deren unsinnige Embargopolitik gegen Russland ist für die Absatzschwierigkeiten mit verantwortlich.

Dennoch wurde ein fast gleich lautender Post wurde bei der FAZ weg-zensiert. Ich finde das absolut krass: Jetzt werde nicht nur Asyl-Beiträge zensiert, sondern auch schon alles was im entferntesten Sympathien für Putin vermuten ließe.

Welcome to GDR!

Herr Frank Frei

31.08.2015, 16:46 Uhr

Die Bauern sollten gegen Merkel protestieren, denn deren unsinnige Embargopolitik gegen Russland ist für die Absatzschwierigkeiten mit verantwortlich.

Ein fast gleich lautender Post wurde bei der FAZ weg-zensiert. Ich finde das absolut krass: Jetzt werde nicht nur Asyl-Beiträge zensiert, sondern auch schon alles was im entferntesten Sympathien für Putin vermuten ließe.

Welcome to GDR!

Herr Bernd Mehrens

31.08.2015, 17:07 Uhr

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