Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.01.2011

08:44 Uhr

Baumarktkette

Der Aufschwung geht an Praktiker vorbei

Der Baumarkt-Konzern Praktiker hat im vergangenen Jahr deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Dafür macht der Konzern auch die Griechenland-Krise verantwortlich. Aber auch in Deutschland gibt es Probleme.

HB FRANKFURT. Der Baumarktkonzern Praktiker kämpft mit seinem Geschäft in den Krisenländern Europas und verpasst den Wirtschaftsaufschwung in Deutschland. Der Umsatzrückgang beschleunigte sich im Schlussquartal auf 6,2 Prozent, wie das Unternehmen am Donnerstag im saarländischen Kirkel mitteilte. Die Erlöse gingen damit noch etwas stärker zurück als in den drei Quartalen zuvor und drückten den Jahresumsatz um 5,9 Prozent auf 3,45 Milliarden Euro. Die Praktiker-Aktie zählte in einem freundlichen Umfeld mit einem Abschlag von 2,4 Prozent zu den größten Verlierern im Nebenwerteindex MDax.

Durch die Verringerung der unprofitablen 20-Prozent-Rabattaktionen büßte der Branchenzweite nach Obi in Deutschland weiter deutlich Marktanteile ein. Gegen den Branchentrend schrumpfte der Inlandsumsatz im vergangenen Jahr um 6,3 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Dagegen ist der deutsche Markt nach Einschätzung des Branchenverbands BHB 2010 um 2,8 Prozent gewachsen. Zuletzt hatte der kleinere Konkurrent Hornbach sein Wachstum beschleunigt und darauf verwiesen, dass bei deutschen Heim- und Handwerkern nach dem Ende der Wirtschaftskrise das Geld wieder lockerer sitzt.

Doch auch die zu Praktiker gehörende Baumarkkette Max Bahr, die auf eine zahlungskräftigere Kundschaft setzt, fand erst zum Jahresende Anschluss an das Branchenwachstum. Obwohl der Umsatz von Max Bahr im vierten Quartal 9,1 Prozent zulegte, ging das Geschäft der Sparte im Gesamtjahr leicht zurück.

Praktiker will mit einem teuren Konzernumbau profitabler werden und sucht nach Wegen, die Kundschaft auch ohne Rabattaktionen anzulocken. Für das Gesamtjahr hatte Praktiker zuletzt lediglich vor Restrukturierungskosten ein Ergebnisplus angekündigt. Ergebniszahlen will das Unternehmen am 30. März vorlegen.

Auch im Ausland gelang es dem Konzern im Schlussquartal nicht, die Talfahrt der ersten drei Quartale zu bremsen, wie noch Ende Oktober in Aussicht gestellt. Die Auslandserlöse schrumpften von Oktober bis Dezember um 5,7 Prozent, in den ersten neun Monaten waren es lediglich 4,5 Prozent gewesen. Das Geschäft litt weiter unter dem Sparkurs krisengeschüttelter Länder wie Griechenland und Rumänien, wo nach dem Staat nun auch die Verbraucher ihr Geld zusammenhalten. „Im Ausland war das gesamtwirtschaftliche Umfeld ausgerechnet in den für uns wichtigsten Ländern besonders schlecht“, sagte Praktiker-Chef Wolfgang Werner. Die Einbußen in diesen Ländern fraßen Zuwächse in Polen, der Ukraine und der Türkei wieder auf. Eine Trendwende sei bisher nicht zu erkennen.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

halloaberauch

06.01.2011, 10:02 Uhr

Diese baumarktkette schafft sich aber auch selber ab. Unfreundliche Mitarbeiter, dreckige Märkte und oft überhöhte Preise.

MS

06.01.2011, 10:50 Uhr

Doch nicht etwa um 20 %? die Abteilungen mit Tiernahrung natürlich ausgenommen ;-)

Das letzte Mal lag es am Wetter

06.01.2011, 10:59 Uhr

Es ist schon ein Meisterstück was der Vorstandsvorsitzende hier hinlegt. bei börsenstart lag der Kurs noch bei € 14,75 und heute bei mageren € 7,35. Hat Herr Werner doch kurz nach börsenstart und Kauf der Max bahr Gruppe aus den Erlösen des börsenganges noch grossspurig erklärt das es wohl unvermeidbar sei, daß man Obi als Marktführer ablöst so hat er es jetzt geschafft innerhalb von nur 5 Jahren das Unternehmen an die Wand zu fahren. "20% auf ALLES", "Easy to Shop" alles unfertige dilletantische Marketing Konzepte, die dem Unternehmen Erträge gekostet haben. Management Fehlleistungen werden heute in "Middelhoff" gemessen und daraus resultierende Realitätsverweigerungen in "Westerwelle". Praktiker ist auf dem besten Wege die FDP der baumarkt branche zu werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×