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11.07.2013

13:38 Uhr

Baumarktkette

Letzter Strohhalm für Praktiker

VonPatrick Schultz

Auch nach der Insolvenz könnten die Praktiker-Baumärkte saniert werden, glaubt Großinvestorin de Krassny. Die Konkurrenz spottet: „Der Drogenabhängige ist gestorben.“ Für die Schwestermarke Max Bahr gibt es Hoffnung.

Baumarktkette

Praktiker ist insolvent

Baumarktkette: Praktiker ist insolvent

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DüsseldorfPraktiker-Großaktionärin Isabella de Krassny glaubt, dass die taumelnde Baumarktkette Praktiker zumindest teilweise noch gerettet werden kann. „Wenn jetzt alle Beteiligten an einem Strang ziehen, lässt sich Praktiker auch in der Insolvenz sanieren“, sagte die Österreicherin der Wirtschaftswoche.

Wie erwartet beantragte das Management am Donnerstag beim Amtsgericht Hamburg die Eröffnung von Insolvenzverfahren wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit. Einer Mitteilung zufolge gilt dies für acht Tochtergesellschaften der Praktiker-Holding, darunter die Praktiker-Märkte, Praktiker Online und die Märkte der Kette Extra Bau und Hobby. Das Unternehmen spricht von einer „Regelinsolvenz mit dem Ziel, einen Sanierungsplan zu erstellen“. Für die Praktiker AG-Holding soll ein Insolvenzantrag folgen.

„Die derzeit 132 Max-Bahr-Märkte und das Auslandsgeschäft sind davon nicht betroffen“, heißt es in der Mitteilung. Die Filialen der Vertriebslinien Praktiker sowie Extra Bau und Hobby sollen im Rahmen eines vorläufigen Insolvenzverfahrens uneingeschränkt fortgeführt werden.

Das Amtsgericht Hamburg hat den Heidelberger Rechtsanwalt Christopher Seagon zum vorläufigen Insolvenzverwalter ernannt.

Die Gewerkschaft Verdi sprach von einer „menschlichen und existenziellen Tragödie“ für die Mitarbeiter. Diese hatten in den vergangenen drei Jahren unter anderem auf Teile ihres Jahresgehalts verzichtet, um das Unternehmen zu retten.

Die größten deutschen Firmenpleiten

Platz 16

Schlott

Druckerei/1480 Beschäftigte

(Quelle: Statista)

Platz 15

Hansa

Pflegeheim/1600 Mitarbeiter

Platz 14

Mäc Geiz

Discounter/1600 Mitarbeiter

Platz 13

Sellner

Autozulieferer/1600 Mitarbeiter

Platz 12

Escada

Modekonzern/2200 Mitarbeiter

Platz 11

Q-Cells

Solarindustrie/2300 Mitarbeiter

Platz 10

Schiesser

Textilhersteller/2300 Mitarbeiter

Platz 9

Edscha

Autozulieferer/2300 Mitarbeiter

Platz 8

Wadan-Werften

Schiffsbau/2400 Mitarbeiter

Platz 7

Honsel

Autozulieferer/3000 Mitarbeiter

Platz 6

Karmann

Autozulieferer/3400 Mitarbeiter

Platz 5

Quimonda

Chiphersteller/4600 Mitarbeiter

Platz 4

Manroland

Maschinenbauer/6500 Mitarbeiter

Platz 3

Woolworth

Kaufhaus/9300 Mitarbeiter

Platz 2

Schlecker

Drogeriekette/25.000 Mitarbeiter

Platz 1

Arcandor

Handel und Touristik/52.000 Mitarbeiter

Großaktionärin de Krassny geht davon aus, dass der Konzern in Eigenverwaltung saniert werden kann. De Krassny sagte der „Wirtschaftswoche“, dass rund 80 defizitäre Praktiker-Filialen geschlossen werden müssten und neue Finanzmittel in Höhe von mindestens 40 Millionen Euro nötig seien. (Hier gibt es eine Karte der Praktiker-Filialen)

Kommentare (15)

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nunja

11.07.2013, 13:13 Uhr

"glaubt" - "zumindest teilweise".

Da formuliert sich das Problem nachgeradezu exemplarisch hin.

Der Laden ist sowas von in der Scheiße.

nursonebenbei

11.07.2013, 13:18 Uhr

absolut unglaublich was da geschieht!

ehwurscht

11.07.2013, 13:31 Uhr

Das läuft auf eine saftige Insolvenzverschleppung hinaus.

Da wird sich das Board aber wirklich freuen darüber.

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