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19.03.2012

18:32 Uhr

Baumarktkette

Praktiker-Gläubiger lehnen Zinsverzicht ab

Die Oyak Anker Bank wehrt sich gegen die von Praktiker vorgeschlagene Zinssenkung auf eine 250-Millionen-Euro-Anleihe. Die Bank schlägt vor, die Zinszahlungen 2013 und 2014 auszusetzen und diese 2015 nachzuzahlen.

Die angeschlagene Baumarktkette Praktiker soll saniert werden. ap

Die angeschlagene Baumarktkette Praktiker soll saniert werden.

FrankfurtDie angeschlagene Baumarktkette Praktiker stößt bei der geplanten Reduzierung ihrer Zinslast auf Widerstand. Die Frankfurter Oyak Anker Bank wehrt sich gegen die von Praktiker vorgeschlagene Senkung der Zinsen auf eine bis 2016 laufende, 250 Millionen Euro schwere Anleihe von 5,875 auf ein Prozent, wie aus einem am Montag veröffentlichten Gegenantrag vor der am Donnerstag anlaufenden Abstimmung der Gläubiger hervorgeht. Stattdessen schlägt die Bank vor, die Zinszahlungen 2013 und 2014 ausfallen zu lassen und die Zinsen 2015 nachzuzahlen, wenn die Sanierung bis dahin abgeschlossen sei. Sonst würden die Anleihegläubiger stärker in Mitleidenschaft gezogen als andere Gläubiger und die Praktiker-Aktionäre.

Nach Berechnungen der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) müssten die Gläubiger nach dem Willen des Unternehmens auf insgesamt 49 Millionen Euro an Zinsen verzichten. „Zu einer Sanierung müssten aus Sicht der SdK alle Parteien beitragen“, begründet der Aktionärsverein seine Ablehnung.

Der Praktiker-Vorstand um Thomas Fox wies den Gegenantrag in einer Stellungnahme zurück. Auch Banken und Kreditversicherer unterstützten die Sanierung. Mit den Vermietern der Märkte werde noch verhandelt. Verschiedene Beteiligte und mögliche Investoren hätten ihre Bereitschaft zu helfen von einem finanziellen Beitrag der Anleihegläubiger abhängig gemacht. Praktiker erwäge weiterhin eine Kapitalerhöhung, um einen Teil der zur Sanierung benötigten 300 Millionen Euro aufzubringen. Banker halten diese allerdings für unrealistisch. Am Montag fiel die Aktie um 5,5 Prozent auf 2,17 Euro. Nach Banker-Angaben will Praktiker eine neue, hochverzinsliche Anleihe begeben, die vorrangig vor dem bestehenden Bond bedient werden soll.

Unternehmenskreisen zufolge sind die Verhandlungen mit den Investoren in der heißen Phase. Bis Ende März soll das Konzept stehen. Vor der Stundung der 250-Millionen-Anleihe stehen aber für Praktiker hohe Hürden. Von Donnerstag an sollen die Gläubiger in einem schriftlichen Verfahren über die Stundung abstimmen. 50 Prozent von ihnen müssen abstimmen, 75 Prozent davon zustimmen. Kommt das Quorum nicht zustande, will Praktiker eine Gläubigerversammlung einberufen, an der nur noch 25 Prozent teilnehmen müssten.

Von

rtr

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