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25.04.2013

13:28 Uhr

Baumarktkette Praktiker

Rabatte machen noch keinen Sommer

Die Rabatt-Werbung von Praktiker ist legendär. Doch „20 Prozent auf alles“ retten die angeschlagene Baumarktkette nicht über den langen Winter. Die Kunden ließen Gartenartikel liegen. Der Verlust der Kette steigt.

Praktiker litt unter dem langen Winter: Die Gartenartikel bleiben in den Regalen liegen. dapd

Praktiker litt unter dem langen Winter: Die Gartenartikel bleiben in den Regalen liegen.

KölnDer lange Winter hat der auf bessere Zeiten hoffenden Baumarktkette Praktiker einen Strich durch die Rechnung gemacht: Von schneller Erholung keine Spur – die Verluste fielen wegen des verspäteten Frühlingsanfangs zum Jahresauftakt noch größer aus als im ersten Quartal 2012. Praktiker-Chef Armin Burger nahm kein Blatt vor den Mund: „Es war - wie man in meiner österreichischen Wahlheimat sagt – grauslich“, sagte er auf der Bilanzpressekonferenz.

Gartenartikel und blühende Pflanzen, die sonst ab März in den Einkaufswagen der Kunden landen, lagen wie Blei in den Regalen. Selbst Preisabschläge und Werbung hätten den Verkauf nicht in Schwung bringen können, erläuterte Praktiker am Donnerstag. Der Umsatz im Konzern fiel um rund zehn Prozent auf 570 Millionen Euro. Operativ weitete sich der Fehlbetrag von Januar bis März auf 91,7 von 59,1 Millionen Euro aus. Unter dem Strich blieb ein überraschend hoher Fehlbetrag von 118 Millionen Euro nach 72 Millionen Euro im Vorjahr.

Größte Einzelhändler weltweit (Umsatz 2012)

Platz 10

Best Buy (USA)

Die US-Amerikaner aus Richfield, Minnesota, sind einer der führenden Anbieter für Unterhaltungselektronik. Der Umsatz im Jahr 2012 betrug 50,7 Milliarden Dollar.

Platz 9

Walgreens (USA)

Mit rund 7.000 Filialen in den USA und Puerto Rico, von denen ein Drittel 24 Stunden am Tag geöffnet sind, schafft es Walgreens unter die zehn größten Einzelhändler. Am Hauptsitz in Deerfield, Illinois, konnte man sich 2012 über einen Umsatz von 71,6 Milliarden Dollar freuen.

Platz 8

Home Depot (USA)

Die Amerikaner bezeichnen sich selbst als größte Baumarktkette der Welt. Was den Umsatz angeht, haben sie recht. Mit rund 74,8 Milliarden Dollar kann keine andere Baumarktkette mitthalten.

Platz 7

Tesco (Großbritannien)

Die blau-weiße Handelskette aus Cheshunt gehört schon seit Jahren zu den größten Supermarktkonzernen. Weltweit beschäftigen die Briten 520.000 Mitarbeiter und machten 2012 einen Umsatz in Höhe von 83,5 Milliarden Dollar. Das US-Geschäft mit 5.000 Beschäftigen will Tesco abstoßen.

Platz 6

Metro (Deutschland)

Der deutsche Handelsriese aus Düsseldorf ist der drittgrößte Einzelhändler Europas. International erreicht der Dax-Konzern mit einem Umsatz von 87,8 Milliarden Dollar im Jahr 2012 ebenfalls einen Spitzenplatz, auch wenn das Unternehmen mit Schwierigkeiten kämpft.

Platz 5

Kroger

Was als kleiner Lebensmittelladen in Cincinnati begann, ist mittlerweile einer der größten Supermarktketten der Welt. Im Jahr 2012 setzte der Lebensmittelhändler 96,8 Milliarden Dollar um.

Platz 4

Costco Wholesale (USA)

Die 500 Cash&Carry-Märkte der US-Großhandelskette sind in den USA weit verbreitet. Der Hauptsitz liegt in der Kleinstadt Issaquah bei Seattle im Bundesstaat Washington. Mit 99,1 Milliarden Dollar fiel der Umsatz auch 2012 gigantisch aus.

Platz 3

Carrefour (Frankreich)

Kein europäischer Einzelhändler ist größer als Carrefour. Mit fast 500.000 Mitarbeitern weltweit machten die Franzosen im Jahr 2011 einen Umsatz von 104 Milliarden Dollar.

Platz 2

CVS Caremark (USA)

In der Kleinstadt Woonsocket im US-Bundesstaat Rhode Island ist die drittgrößte Handelskette der Welt beheimatet. Der Drogerie- und Pharmahändler setzten im Jahr 2012 rund 123 Milliarden Dollar um.

Platz 1

Walmart (USA)

Unangefochten an der Spitze bleibt der Handelsgigant aus Bentonville, Arkansas. Gigantische 443,85 Milliarden Dollar setzte der Konzern 2012 um - bei einem Gewinn von 15,7 Milliarden Dollar. Weltweit beschäftigt der Konzern mehr als zwei Millionen Mitarbeiter.

Quelle: Eigene Recherche.

Der Vorstand zeigte sich aber zuversichtlich für den Rest des Jahres, in dem der weitere Ausbau der profitablen Tochter Max Bahr zum Flaggschiff des Konzerns vorangetrieben werden soll. Trotz des schlechten Frühlingsauftakts gebe es keinen Grund, die Erwartungen zu ändern, sagte Burger. „Weil wir davon überzeugt sind, dass wir im zweiten Quartal einen Großteil dessen, was wir an Umsatz verloren haben, wieder aufholen können.“

Für 2013 hat Burger wegen des Umbaus weiter sinkende Erlöse angekündigt. Der Betriebsverlust soll aber eingedämmt werden. Für eine konkrete Prognose müsse das zweite Quartal abgewartet werden, sagte er am Donnerstag. 2012 verringerte Praktiker zwar den Verlust, am Ende des turbulenten Jahres fehlten aber immer noch 189 Millionen Euro.

Das Ringen um die Abwendung der Pleite hatte Lieferanten und Kunden verunsichert. Im Herbst hatte der von Kirkel im Saarland nach Hamburg umgezogene Konzern wesentliche Teile eines rettenden Finanzpakets unter Dach und Fach gebracht und mit dem Umbau begonnen, der 2014 wieder schwarze Zahlen bringen soll.

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