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27.07.2011

07:52 Uhr

Baumarktkette

Praktiker schreibt herbe Verluste

Den Chef gerade losgeworden - nun muss Praktiker auch noch tiefrote Zahlen verkraften. Die Erwartungen waren nicht hoch und doch hat sie die Baumarktkette verfehlt. Es sieht düster aus.

Das schöne Wetter täuscht: Über Praktiker werken die Wolken immer dunkler. Quelle: ap

Das schöne Wetter täuscht: Über Praktiker werken die Wolken immer dunkler.

FrankfurtDer Baumarktkonzern Praktiker überarbeitet nach einem enttäuschenden Start seine neue Vermarktungsstrategie. Zwar sei das Management „entschlossen, von dem Pfad, der mit „Praktiker 2013' eingeschlagen worden ist, grundsätzlich nicht abzuweichen“, erklärte das Unternehmen am Mittwoch in seinem Quartalsbericht. Allerdings würden einige Maßnahmen verstärkt oder beschleunigt. Praktiker hatte seine unprofitablen 20-Prozent-Rabattaktionen aufgegeben und setzt statt dessen auf ein übersichtlicheres Sortiment mit mehr Eigenmarken. Die Kampagne mit dem mit dem früheren Tennisstar Boris Becker lockte jedoch weniger Kunden in die Baumärkte als vom Management erwartet.

Der Strategiewechsel trieb den Konzern im saisonal wichtigen zweiten Quartal tief in die roten Zahlen. Er schnitt damit deutlich schlechter ab, als Analysten erwartet hatten. Im Auslandsgeschäft macht dem Konzern zudem die Wirtschaftskrise in wichtigen Ländern wie Griechenland und Rumänien zu schaffen. Das Unternehmen schrieb so einen Verlust von 307 Millionen Euro nach einem Gewinn von 26 Millionen vor Jahresfrist. Das operative Ergebnis ging sogar ohne Berücksichtigung von Sonderbelastungen auf Talfahrt: Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) brach um 36 Prozent auf 42 Millionen Euro ein. Der Umsatz schrumpfte um acht Prozent auf 957 Millionen Euro. Analysten hatten einen Verlust von 139 Millionen Euro, ein bereinigtes Ebita von 49 Millionen Euro und einen Umsatz von 971 Millionen Euro erwartet.

An der Frankfurter Börse verlor die im MDax notierte Aktie im frühen Geschäft 2,6 Prozent.

Nun bessert Praktiker nach: Im Inland solle der neue Werbeauftritt im zweiten Halbjahr überarbeitet werden, kündigte das Unternehmen an. Im Ausland sind Strukturanpassungen, Kostensenkungen und Personalabbau geplant. Diese Schritte sollen zusammen mit einer Vereinheitlichung der Sortimente und mehr Eigenmarken „so lange für Ergebnisstabilität sorgen, bis sich die Umsätze im Zuge einer generellen Belebung der Volkswirtschaften wieder erholen“.

Kommentare (2)

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MMM

27.07.2011, 09:29 Uhr

Zahlen, Zahlen, Zahlen und die grosse Ratlosigkeit, wenn der Erfolg ausbleibt. Umsatz hier, Rendite da, die Rabattaktion war zu teuer, der Werbespot hat nichts gebracht und die Bosse wundern sich. Beim Thema Baumärkte fällt mir nur eins ein: Hat es schonmal jemand mit Service versucht, damit meine ich Beratung? Geh doch mal heute einer in einen Baumarkt (Ausnahmen bestätigen die Regel), entweder Du weißt was Du willst oder Du gehst frustriert wieder nach Hause. Da hat keiner Zeit oder keiner Ahnung. In den meisten deutschen Baumärkten ist die Servicewüste Deutschland live und in Farbe erlebbar. Nur ein kleiner Denkanstoss von einem kleinen Leut....

Account gelöscht!

27.07.2011, 10:33 Uhr

Herr Werner rannte schon 'mal hemdsärmlig durch die eigenen Märkte.... Die Zeit hätte er besser genutzt, indem er sich die Märkte der erfolgreicheren Wettbewerber angeschaut hätte!

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