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01.05.2012

14:30 Uhr

Baumarktkette

Praktiker soll Discount-Konzept teilweise ablegen

ExklusivDer Hauptaktionär der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker hat einen eigenen Sanierungsvorschlag vorgelegt. Statt am Discount-Konzept krampfhaft festzuhalten, soll die Konzern-Marke Max Bahr gestärkt werden.

Praktikers Hauptaktionär will die Märkte auf das Max-Bahr-Konzept umstellen. dpa

Praktikers Hauptaktionär will die Märkte auf das Max-Bahr-Konzept umstellen.

DüsseldorfDer österreichische Hauptaktionär der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker legt einen eigenen Sanierungsvorschlag für das Unternehmen vor. Innerhalb der Gruppe sollen künftig die Baumärkte der Hamburger Tochter Max Bahr eine größere Rolle spielen. „Wir wollen ein stärkeres Gewicht legen auf die Marke, die noch läuft. Und das ist eben Max Bahr“, sagt Isabella de Krassny im Gespräch mit dem Handelsblatt (Mittwochsausgabe). Frau de Krassny arbeitet als Fondsmanagerin der Wiener Privatbank Semper Constantia, bei der über Fonds und das zypriotische Investmentvehikel gut 15 Prozent von Praktiker liegen. Aufsichtsrat und Hauptversammlung werden in den nächsten Wochen über die Zukunft von Praktiker entscheiden.
Aktuell hat Max Bahr innerhalb der Praktiker-Gruppe einen Umsatzanteil von 33 Prozent. In den kommenden drei Jahren wollen die Österreicher diesen Anteil auf 55 Prozent erhöhen. Dazu sollen Praktiker-Märkte auf das Max-Bahr-Konzept umgestellt werden. Während die Marke Praktiker die klassische Discount-Schiene bedient, sind die Baumärkte von Max Bahr höher positioniert. Die Investoren aus Österreich geben der gesamten Praktiker-Gruppe bessere Zukunftschancen, wenn sie sich stärker auf Käuferschichten mit höheren Einkommen fokussiert.

In Zukunft sollen die Max Bahr-Baumärkte die umsatzstärksten in der Praktiker-Gruppe werden. dpa

In Zukunft sollen die Max Bahr-Baumärkte die umsatzstärksten in der Praktiker-Gruppe werden.

Die Investoren um die Semper Constantia kalkulieren damit, dass die Praktiker-Gruppe gut 120 Millionen Euro für die Umsetzung ihres Konzepts brauchen wird. Gibt der Aufsichtsrat dafür grünes Licht, wollen die Investoren aus der Alpenrepublik auf 25 Prozent aufstocken und auch einen eigenen Vorstand installieren.
Isabella de Krassny gibt der Praktiker-Gruppe gute Überlebenschancen. „Das Unternehmen ist weder illiquide noch überschuldet“, sagt sie. Außerdem gebe es ein größeres Immobilienvermögen. Die Umstellung auf Max Bahr sichere die dauerhafte Zukunft des Unternehmens und vermeide die Fehler der Vergangenheit mit zu geringen Erträgen, als die Discount-Strategie im Mittelpunkt stand.

Kommentare (4)

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Paule_Praktiker

01.05.2012, 18:07 Uhr

Schade das Isabella de Krasny nicht erwähnt, wie ihrer Meinung nach die schlecht ausgebildetetn Praktiker-Mitarbeiter auf den höheren Max Bahr Standard umgestellt werden sollen: Nur das austauschen des Firmenschildes wird lediglich dazu führen, dass Max Bahr in der Kundenmeinung mittelfristig genauso negativ dastehen wird wie Praktiker heute.

SOMMER

01.05.2012, 19:56 Uhr

MAX Bahr wird am Ende genauso wie Praktiker da stehen.Die haben ja auch schon 20% Aktionen.Die haben aber noch zu viel Personal,dann wäre es Praktiker in gelb.Praktiker an Bahr anzugleichen ist lächerlich.Praktiker kann mit seinen wenigen Personal nicht die Beratung für Kunden mit höheren Einkommen geben.Wer sollte denn in der Zwischenzeit die anderen Abteilungen bedienen,wenn nur ein Verkäufer bei Praktiker rumläuft.

Paul_Praktiker

05.05.2012, 12:21 Uhr

Das wenige Personal bei Praktiker soll ja noch weniger werden, wer soll denn dann den Umsatz generieren? Sanieren nur über die Personalkosten ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Praktiker müsste Personal aufstocken und vernünftig ausbilden, dann gibt es auch eine Zukunft!

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