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25.05.2012

20:19 Uhr

Baumarktkette

Praktikers Existenz steht auf dem Spiel

Praktiker ist ein Sanierungsfall - der nun deutlich mehr Geld von seinen Aktionären für einen Rettungsplan braucht. Und die Zeit drängt. Die Baumarktkette steht nach Angaben des Vorstandes am Scheideweg.

Auf Wiedersehen! Und jetzt viel Erfolg! Diese Botschaften an ihre Kunden kann die Baumarktkette Praktiker derzeit selbst sehr gut gebrauchen. dapd

Auf Wiedersehen! Und jetzt viel Erfolg! Diese Botschaften an ihre Kunden kann die Baumarktkette Praktiker derzeit selbst sehr gut gebrauchen.

FrankfurtDer ums Überleben ringende Baumarktkonzern Praktiker will für seine Sanierung deutlich mehr Geld von seinen Aktionären als bisher angekündigt. Die Anteilseigner sollen eine weitreichende Kapitalerhöhung sowie Zugriffsrechte des US-Finanzinvestors Anchorage auf ein 15-prozentiges Aktienpaket billigen, wie aus der am Freitag veröffentlichten Einladung zur Hauptversammlung hervorgeht. Anchorage ist der wichtigste Kreditgeber für die Sanierung des Konzerns, der sich mit seinen 20-Prozent-Rabattaktionen und einer Expansion nach Osteuropa verkalkuliert hat. "Die Umsetzung des Sanierungskonzepts ist erforderlich, um die wirtschaftliche Existenz und den Bestand der Gesellschaft zu sichern", erklärte der Vorstand.

Die Pläne liefern viel Zündstoff für die nun am 4. Juli geplante Hauptversammlung. Die Fondsmanagerin Isabella de Krassny, die für die Hauptaktionäre Maseltov und Semper Constantia spricht, hatte bereits den Plan kritisiert, für einen 85 Millionen Euro schweren Kredit des US-Finanzinvestors Anchorage die Konzerntochter Max Bahr zu verpfänden. Max Bahr gilt als Perle des Konzerns. Der Finanzinvestor Maseltov und die österreichische Bank Semper Constantia kontrollieren nach jüngsten Angaben zusammen 15 Prozent der Praktiker-Anteile. Der Konzern hatte wegen der Gespräche mit Geldgebern seine für den 31. Mai angesetzte Hauptversammlung abgesagt.

Praktiker will statt der bisher geplanten Ausgabe von 25 Millionen Aktien nun bis zu 57 Millionen neue Anteilsscheine platzieren und dafür grünes Licht von den Aktionären bekommen. Damit würde sich die Zahl der Praktiker-Aktien nahezu verdoppeln. Ziel sei es, mit der Kapitalerhöhung 60 Millionen Euro zu einzusammeln. Dafür müsse das genehmigte Aktienvolumen aber nicht unbedingt ausgeschöpft werden, erläuterte ein Sprecher. Zum aktuellen Börsenkurs wären dafür beispielsweise 40 Millionen Aktien notwendig.

Darüber hinaus könnten mit einer weiteren Kapitalerhöhung zusätzliche Anteilsscheine an den US-Finanzinvestor Anchorage gehen. Damit könnte der für die Sanierung maßgebliche Kreditgeber zum größten Aktionär aufsteigen: Mit einer Optionsanleihe soll Anchorage nach Unternehmensangaben das Recht auf bis zu 15 Prozent des Grundkapitals erhalten.

Kommentare (4)

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heinun

26.05.2012, 01:33 Uhr

Sorry,was mir u.a. am Praktiker Baumarkt nicht gefällt, sind die Farben Gelb/Blau. Blau-Gelb empfinde ich als kalte Farbkombination.

HK

rebekka94

26.05.2012, 10:07 Uhr

Sollten am Ende alle Praktiker-Märkte Max Bahr heißen, was passiert mit der Praktiker-Anleihe?
Würde die Anleihe von Max Bahr übernommen, Zinszahlungen und die Rückzahlung bei der Fälligkeit sichergestellt, auch wenn Praktiker verschwindet?
hans gerd

zockundwech

27.05.2012, 18:31 Uhr

Zurück in die Zukunft des Praktiker-Konzerns ging es von vornherein ohne Michael Fox, der ja aufgrund seiner Parkinson-Erkrankung schon länger arbeitsunfähig ist. Der Karstadt-Sanierer heißt bekanntlich Peter Fox und will sich mit dem in acht Monaten verdienten Geld ein Haus am See am Ende der Straße bauen.

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